UNCTAD-Bericht warnt vor ungleichen Kraftstoffpreissteigerungen in Entwicklungsländern
Die höheren Ölpreise schlagen sich unterschiedlich stark auf Länder und Haushalte nieder und treiben die Kosten für Diesel, Benzin und Transport in die Höhe. Laut UNCTAD hängt das Ausmaß der Auswirkungen von der jeweiligen Inlandspolitik und davon ab, wie stark die Volkswirtschaften auf Energieimporte angewiesen sind.
Das Wichtigste
- Im Trade and Development Report 2026 von UNCTAD heißt es, dass Brent-Rohöl zunächst auf über 120 $ pro Barrel steigt, bevor der Preis im Juni auf 70 $ zurückgeht und laut Futures bis Ende 2026 über 100 $ bleibt.
- Die Dieselpreise steigen zwischen dem 23. Februar und dem 31. August 2026 in Nigeria um 82,7 %, im Libanon um 73,6 % und in Peru um 66,7 %; die Benzinpreise steigen in Myanmar um 50,7 % und in Nigeria um 48,1 %.
- Die Netto-Kraftstoffimporte entsprachen 2023 etwa 25 % des BIP von Cabo Verde und fast 20 % des BIP des Libanon, was den Druck auf Importe und öffentliche Finanzen verschärft.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Bericht verfolgt Preisschwankungen bis 2026
Wie UN Trade and Development berichtet, zeigt der Trade and Development Report 2026, dass der jüngste Ölschock in den Volkswirtschaften zu sehr unterschiedlichen Kraftstoffpreissteigerungen führt, wobei die stärksten Anstiege in Entwicklungsländern zu verzeichnen sind.Dem Bericht zufolge stört der Konflikt im Nahen Osten die Energieversorgung und lässt die Ölpreise stark steigen. Brent steigt auf über 120 $ pro Barrel, fällt im Juni auf etwa 70 $ und klettert anschließend erneut auf über 100 $ – Unternehmen, die Kraftstoff kaufen, erfahren dadurch nur kurzzeitig Entlastung.
Im September liegen auch die Preise für Futures-Kontrakte mit Lieferung bis Ende 2026 bei über 100 $ pro Barrel und damit mehr als 30 $ über dem Niveau vor dem Konflikt. Diese Preisentwicklung deutet darauf hin, dass Öl bis Ende 2026 teuer bleibt und dadurch die Kraftstoff- und Transportkosten für Unternehmen und Haushalte möglicherweise weiter hoch bleiben.
In den vom Bericht genannten Volkswirtschaften steigen die Dieselpreise zwischen dem 23. Februar und dem 31. August 2026 in Nigeria um etwa 82,7 %, im Libanon um 73,6 % und in Peru um 66,7 %. Auch die Benzinpreise steigen stark: In Myanmar beträgt der Anstieg 50,7 %, während Nigeria einen Benzinpreisanstieg von 48,1 % verzeichnet, der dennoch geringer ausfällt als der Anstieg bei Diesel.
Importabhängigkeit erhöht Risiken für Haushalte und Handel
Höhere Kraftstoffpreise wirken sich auch auf die allgemeinen Ausgaben der Haushalte aus, da Diesel die Lastwagen antreibt, mit denen Lebensmittel und andere Waren transportiert werden. Geben Unternehmen diese Transportkosten weiter, können Verbraucher mit höheren Einkaufskosten konfrontiert sein, selbst wenn sie keinen Kraftstoff direkt kaufen.Die Belastung ist in Volkswirtschaften größer, die auf importierten Kraftstoff angewiesen sind, denn steigende Ölpreise erhöhen die Kosten für die Sicherung der benötigten Energieversorgung. Laut UNCTAD entsprachen die Netto-Kraftstoffimporte 2023 etwa einem Viertel des BIP von Cabo Verde und fast einem Fünftel des BIP des Libanon; in Mauretanien und Liberia lagen sie jeweils über 15 %.
Eine höhere Kraftstoffimportrechnung lässt weniger Spielraum für andere wichtige Importe, darunter Lebensmittel, Medikamente und Ausrüstung. Für Regierungen, die ohnehin nur begrenzten fiskalischen Spielraum haben, bedeutet dies laut Bericht auch, dass sie Haushalte weniger gut vor steigenden Lebenshaltungskosten schützen können.
In unserem früheren Artikel über die steigenden Kosten der Öltransporte haben wir erläutert, wie konfliktbedingte Risiken und Umleitungen um wichtige Engpässe die Tanker- und Versicherungskosten stark in die Höhe trieben und die Frachtkosten so zu einem deutlich größeren Anteil des Preises für geliefertes Öl machten. Außerdem haben wir darauf hingewiesen, dass sich diese erhöhten Transportkosten von der Zapfsäule aus auf die Verbraucherpreise insgesamt auswirken können, wobei importabhängige Märkte und Abnehmer in Asien kurzfristig am stärksten unter Druck stehen.
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