Weltbank-Wirtschaftsbericht fordert Reformen zur Schaffung von Arbeitsplätzen in Äquatorialguinea angesichts des verstärkten Rückgangs der Kohlenwasserstoffförderung

Weltbank-Wirtschaftsbericht fordert Reformen zur Schaffung von Arbeitsplätzen in Äquatorialguinea angesichts des verstärkten Rückgangs der Kohlenwasserstoffförderung
Wirtschaftlicher Wandel in Äquatorialguinea

Äquatorialguinea steht unter wachsendem Druck, seine Wirtschaft neu auszurichten, da die Öl- und Gasförderung zurückgeht und die allgemeine Wirtschaftstätigkeit verhalten bleibt. Ein neuer Bericht der Weltbank besagt, dass das Land Reformen in den Bereichen Infrastruktur, Qualifikationen und private Investitionen benötigt, um Arbeitsplätze zu schaffen und ein inklusiveres Wachstum zu fördern.

Das Wichtigste

  • Für die Wirtschaft Äquatorialguineas wird aufgrund der sinkenden Kohlenwasserstoffförderung 2025 ein Rückgang um 5,8 % und 2026–2027 ein jährlicher Rückgang um etwa 1 % erwartet.
  • Die Staatseinnahmen werden 2025 auf 16,3 % des BIP sinken. Das Haushaltsdefizit wird voraussichtlich bei knapp 0,5 % liegen, während sich das Leistungsbilanzdefizit auf 1,1 % des BIP ausweitet.
  • Die Weltbank fordert Reformen in den Bereichen Bildung und Geschäftsumfeld sowie die Mobilisierung privaten Kapitals in Sektoren wie Agrarwirtschaft und Tourismus, um in großem Umfang Arbeitsplätze zu schaffen.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Wirtschaftsausblick und Reformprioritäten

Wie die Weltbank berichtet, untersucht die vierte Ausgabe des Wirtschaftsberichts zu Äquatorialguinea die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen und legt politische Handlungsoptionen dar, um angesichts sinkender Kohlenwasserstoffförderung mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen.

Dem Bericht zufolge schrumpft die Wirtschaft Äquatorialguineas 2025 schätzungsweise um 5,8 %, nachdem sie 2024 moderat um 0,4 % gewachsen war. Als Ursache für den Abschwung nennt er einen starken Rückgang der Kohlenwasserstoffförderung. Zuwächse in der Landwirtschaft und im Dienstleistungssektor reichen nicht aus, um den Rückgang in der Industrie auszugleichen. Vorläufige Daten deuten zudem darauf hin, dass die Wirtschaftstätigkeit Anfang 2026 schwach bleibt. Das BIP dürfte 2026 und 2027 im Jahresdurchschnitt um etwa 1 % schrumpfen, bevor es sich 2028 dank neuer Gasprojekte moderat erholt.

Dem Bericht zufolge hat das Land die Möglichkeit, den Abschied von der Ölabhängigkeit in einen stärker diversifizierten Entwicklungsweg mit mehr Arbeitsplätzen umzuwandeln. Er nennt drei Hauptprioritäten: die Stärkung von Bildung, Qualifikationen, Stromversorgung, digitaler Konnektivität und sozialem Schutz; die Verbesserung des Geschäftsumfelds durch einen besseren Zugang zu Finanzierungen, mehr Wettbewerb sowie einfachere Unternehmensgründungen und Steuererklärungen; und die Mobilisierung privaten Kapitals für Sektoren mit großem Beschäftigungspotenzial, insbesondere Agrarwirtschaft und Tourismus sowie Fischerei, digitale Dienstleistungen und energiebezogene Aktivitäten.

Finanzielle Belastungen und Sektoren mit Beschäftigungspotenzial

Der finanzielle und externe Druck nimmt zu: Die Staatseinnahmen sinken 2025 auf 16,3 % des BIP, der Haushaltssaldo bleibt mit rund 0,5 % des BIP im Defizit und das Leistungsbilanzdefizit weitet sich auf 1,1 % des BIP aus. Dem Bericht zufolge nimmt die Armut trotz nachlassender Inflation zu und dürfte kurzfristig weiter steigen, da ein schwaches Einkommenswachstum und höhere Lebenshaltungskosten die Haushalte belasten.

Die Weltbank hebt die grüne Wirtschaft, einschließlich der Agrarwirtschaft, als Bereich mit dem größten kurzfristigen Potenzial für die Schaffung vieler Arbeitsplätze und Produktivitätssteigerungen hervor, insbesondere in ländlichen Gebieten. Auch der Tourismus bietet beträchtlichen Spielraum für die Schaffung von Arbeitsplätzen, vor allem für Frauen und junge Menschen, angesichts der biologischen Vielfalt und der natürlichen Ressourcen Äquatorialguineas.

Dem Bericht zufolge ist die Herausforderung, Arbeitsplätze zu schaffen, dringend, aber zu bewältigen, wenn das Land das Bildungsniveau und die Qualifikationen verbessert, Hürden für Unternehmen abbaut und öffentliche sowie private Investitionen in Sektoren lenkt, die in großem Umfang Arbeitsplätze schaffen können. Weiter heißt es, dass eine konsequente Umsetzung der Reformen, eine stärkere Beteiligung des Privatsektors und eine bessere Abstimmung von Bildung und den Anforderungen des Arbeitsmarkts entscheidend dafür sein werden, eine diversifiziertere, widerstandsfähigere und inklusivere Wirtschaft aufzubauen.

In unserem früheren Artikel über die steigenden Risiken staatlicher Kreditaufnahme in einem Umfeld höherer Zinsen haben wir untersucht, wie anhaltende geopolitische Schocks und hohe öffentliche Ausgaben den fiskalischen Spielraum einschränken und den Refinanzierungsdruck erhöhen können. Außerdem haben wir darauf hingewiesen, dass Schwellen- und Frontier-Märkte besonders gefährdet sind, da die Schuldendienstkosten im Verhältnis zu den begrenzten Einnahmen häufig hoch sind. Dadurch sind die öffentlichen Finanzen anfälliger, wenn der Inflationsdruck und die Finanzierungskosten hoch bleiben.

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