Uruguays Wachstum verlangsamt sich: Der IWF unterstützt den Fiskalkurs und erwartet 1,3 % Wachstum 2026

Uruguays Wachstum verlangsamt sich: Der IWF unterstützt den Fiskalkurs und erwartet 1,3 % Wachstum 2026
IWF stützt Uruguays Ausblick

Uruguay bewahrt seine makroökonomische Stabilität, während eine schwächere Landwirtschaft und vorübergehende Störungen in der Industrie die Aktivität nach einem schwierigen Jahr 2025 bremsen. Der Internationale Währungsfonds erwartet für 2026 ein Wachstum von 1,3 %. Die Inflation liegt nahe dem Zielwert, und die Fiskalziele bleiben trotz des durch die Dürre verursachten Drucks auf Kurs.

Das Wichtigste

  • Der IWF prognostiziert, dass sich das BIP-Wachstum Uruguays angesichts der Stillstände in der Raffinerie und im Zellstoffwerk sowie der Dürre von 1,8 % im Jahr 2025 auf 1,3 % im Jahr 2026 verlangsamt und sich 2027 auf 2,4 % erholt.
  • Die Regierung erreicht trotz des langsameren Wachstums die Fiskalziele für 2025 und bleibt auf Kurs für eine mittelfristige Haushaltskonsolidierung von insgesamt 1,5 % des BIP bis 2029.
  • Die Arbeitslosenquote liegt im August 2026 mit 7,2 % nahe historischen Tiefständen, die Inflation bleibt mit 4,7 % im September 2026 unter Kontrolle, und die Risikoaufschläge auf Staatsanleihen sind weiterhin die niedrigsten in der Region.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

IWF-Einschätzung zu Wachstum und wirtschaftspolitischem Ausblick

Wie der Internationale Währungsfonds mitteilte, hat sein Exekutivdirektorium die Konsultation mit Uruguay nach Artikel IV für 2026 abgeschlossen und die Einschätzung der Mitarbeiter zu einer trotz des langsameren kurzfristigen Wachstums widerstandsfähigen Wirtschaft gebilligt. Nach vorübergehenden Stillständen in einer Raffinerie und einem Zellstoffwerk, die die Industrieproduktion verringern, verlangsamt sich das Produktionswachstum 2025 auf 1,8 %. Zugleich schwächt die im dritten Quartal 2025 einsetzende Dürre die Landwirtschaft.

Der IWF prognostiziert für 2026 ein Wachstum von 1,3 %, da die verzögerten Folgen der Dürre nachwirken. 2027 dürfte sich das Wachstum auf 2,4 % erholen, wenn sich die Produktionslücke verringert und privater Konsum sowie Investitionen die Wirtschaft stützen. Die Inflation bleibt unter Kontrolle und lag im September 2026 bei 4,7 %. Die Inflationserwartungen sind nahe dem Zielwert der Zentralbank von 4,5 % verankert.

Auch die Lage am Arbeitsmarkt bleibt vergleichsweise stabil: Die Arbeitslosenquote lag im August 2026 bei 7,2 % und damit nahe einem historischen Tiefstand, während die Jugendarbeitslosigkeit weiterhin hoch ist. Das Leistungsbilanzdefizit bleibt 2025 mit 0,5 % des BIP begrenzt. Das Bankensystem ist weiterhin gut kapitalisiert, liquide und profitabel; systemische Risiken sind eingedämmt.

Haushaltskonsolidierung und Reformagenda

Nach Angaben des IWF werden die Fiskalziele 2025 trotz der Abschwächung erreicht und bleiben auch 2026 auf Kurs. Die Defizite 2026 und 2027 dürften weiterhin mit dem Fünfjahreshaushalt im Einklang stehen. Dieser Kurs soll bis 2029 eine Haushaltskonsolidierung von insgesamt 1,5 % des BIP ermöglichen und zur mittelfristigen Stabilisierung der öffentlichen Verschuldung beitragen.

Die Exekutivdirektoren heben zudem die starken Institutionen, den glaubwürdigen wirtschaftspolitischen Rahmen und den günstigen Marktzugang Uruguays hervor. Die Risikoaufschläge auf Staatsanleihen seien weiterhin die niedrigsten in der Region und nahe historischen Tiefständen. Ausreichende Liquiditätspuffer und die Tatsache, dass sich das Land bei einem Großteil seiner Auslandsverbindlichkeiten auf ausländische Direktinvestitionen stützt, trügen dazu bei, kurzfristige Haushalts- und Kapitalflussrisiken zu begrenzen.

Wirtschaftspolitisch sieht der IWF weiteres Potenzial durch Reformen des haushaltspolitischen Rahmens, ein verbessertes Schuldenmanagement und eine schrittweise Entdollarisierung. Zugleich unterstützt er die weitere Verfeinerung des Inflationszielregimes und der Finanzaufsicht. Zu den Aufwärtsrisiken zählt der IWF höhere Einnahmen aus der Landwirtschaft, einen verbesserten Marktzugang und Investitionen im Zusammenhang mit dem EU-Mercosur-Abkommen sowie stärker als erwartete Effekte angebotsseitiger Reformen wie des Wettbewerbsgesetzes und Uruguay Innova.

In unserer früheren Berichterstattung zur Widerstandsfähigkeit von Staaten in einem Umfeld höherer Zinsen wurde erläutert, wie anhaltende geopolitische Schocks und hohe öffentliche Ausgaben den fiskalischen Spielraum einengen und die Refinanzierungsrisiken für Regierungen erhöhen können. Wir wiesen darauf hin, dass Schwellen- und Frontier-Märkte besonders gefährdet sind, da die Kosten des Schuldendienstes schneller steigen können als die Einnahmen. Schwankungen der Energie- und Lebensmittelpreise verstärken zudem den Inflationsdruck und erschweren die Einschätzung der Kreditwürdigkeit.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.