Deutschland meldet 600 Arzneimittel mit Lieferengpässen
In Deutschland sind in diesem Jahr 600 Arzneimittel im Zuständigkeitsbereich des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte von Lieferengpässen betroffen. Die Bundesregierung betont zugleich, dass solche Engpässe nicht automatisch zu Versorgungslücken führen, weil häufig alternative Präparate oder andere Darreichungsformen verfügbar sind.
Das Wichtigste
- Deutschland meldet aktuell 600 Arzneimittel mit Lieferengpässen, darunter 415 versorgungsrelevante und 171 versorgungskritische Wirkstoffe laut Bundesregierung.
- Es gibt rund 104.000 verkehrsfähige Arzneimittel im Zuständigkeitsbereich des BfArM; Lieferengpässe führen laut Regierung nicht zwangsläufig zu Versorgungsengpässen.
- Neue EU-Regelung priorisiert Anbieter im Vergabeverfahren, die kritische Arzneimittel mindestens zu 50 Prozent in der EU produzieren, um Abhängigkeiten zu reduzieren.
Zahlen zu Engpässen und Versorgungslage
Wie der Deutsche Bundestag unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion berichtet, entfallen von den betroffenen Produkten 415 Meldungen auf als versorgungsrelevant eingestufte Wirkstoffe und 171 Meldungen auf als versorgungskritisch eingestufte Wirkstoffe.Insgesamt stehen rund 104.000 verkehrsfähige Arzneimittel in der Zuständigkeit des BfArM. Die Bundesregierung weist darauf hin, dass Lieferengpässe bei Medikamenten nicht zwangsläufig in einen Versorgungsengpass münden. In vielen Fällen stünden alternative Arzneimittel oder andere Darreichungsformen zur Verfügung.
EU-Vergabe soll Produktion in Europa stärken
Eine geplante Regelung auf EU-Ebene sieht vor, bei der Vergabe öffentlicher Aufträge über kritische Arzneimittel die Herstellung in der EU zu bevorzugen, wenn eine Schwachstelle in der Lieferkette besteht und dadurch eine starke Abhängigkeit von einem oder mehreren Drittstaaten entsteht.Zudem sollen im Vergabeverfahren Anbieter bevorzugt werden, die kritische Arzneimittel und deren Wirkstoffe anbieten, die mindestens zu 50 Prozent in der EU hergestellt wurden. Damit zielt die Regelung auf eine stärkere Absicherung der Lieferketten und eine geringere Abhängigkeit von außereuropäischen Produktionsstandorten im Pharmasektor.
In unserem früheren Bericht zur Anhörung im Bundestag über den Gesetzentwurf für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen ging es um die Chancen einer besseren Versorgung durch digitale Anwendungen – von der elektronischen Patientenakte bis zur digitalen Impfübersicht. Zugleich standen Kritikpunkte wie Datenschutz, Zugriffsrechte der Krankenkassen und praxistaugliche, bürokratiearme Umsetzung im Mittelpunkt.
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