Google steht vor dem Ausbruch, während die Cloud-Dynamik anhält
GOOGL wird am 22. September bei rund 359 USD gehandelt, nachdem die Aktie kräftig aus dem Bereich von 330–340 USD zurückgeprallt ist und nun eine Zone testet, die in den vergangenen Monaten wiederholt als technische Barriere fungiert hat. Im Stundenchart hat sich der Kurs über die kurz- und mittelfristigen gleitenden Durchschnitte bewegt, obwohl bereits im Bereich von 360–365 USD Verkaufsdruck aufkommt.
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Ein nachhaltiger Ausbruch über diesen Bereich könnte den Weg in Richtung 370–375 USD freimachen und anschließend das August-Hoch um 380–385 USD wieder in den Fokus rücken. Scheitert der Ausbruch, verlagert sich die nächste Unterstützung auf 352–350 USD, wobei eine stärkere Abwärtsbewegung das Risiko einer Rückkehr in Richtung 345–340 USD erhöht.
Cloud und Search bleiben die wichtigsten Wachstumstreiber
Fundamental setzt Alphabet weiterhin auf eine sehr starke Dynamik im Cloud-Geschäft und die Widerstandsfähigkeit seines Werbegeschäfts. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz von Google Cloud auf 24,77 Mrd. USD, während der Auftragsbestand auf rund 514 Mrd. USD zunahm und damit eine hohe Visibilität für künftige Umsätze bietet. Auch Search hat die von Anlegern befürchtete strukturelle Schwächung durch generative KI vermieden. Laut einer aktuellen Umfrage von Evercore ISI nennen 78 % der Befragten Google weiterhin als ihr primäres Suchwerkzeug, verglichen mit rund 10 % für ChatGPT. Der Aktivitätsabstand zwischen Gemini und ChatGPT hat sich ebenfalls deutlich verringert, wodurch sich die Wahrnehmung von KI allmählich verschiebt: weg von einer Bedrohung für Search hin zu einem weiteren Instrument zur Nutzerbindung und Monetarisierung des Traffics.
TPU-Nachfrage eröffnet einen weiteren KI-Wachstumskanal
Ein weiterer Treiber, den der Markt zunehmend eigenständig bewertet, ist Googles eigene KI-Infrastruktur. Die Nachfrage nach TPUs steigt nicht nur intern, sondern auch bei externen Kunden, während die neue Ironwood-Generation Alphabets Fähigkeit ausbaut, mit Nvidia im Bereich KI-Computing zu konkurrieren. Oppenheimer schätzt, dass der TPU-Umsatz bis 2028 möglicherweise 170 Mrd. USD erreichen könnte, während der Beitrag zu Google Cloud das Wachstum des Segments deutlich beschleunigen dürfte. Der Zielkonflikt bleibt bestehen: Hohe Ausgaben für Rechenzentren und Ausrüstung belasten den Free Cashflow. Eine weitere Neubewertung der Aktie wird daher nicht nur vom Wachstum der KI-Umsätze abhängen, sondern auch davon, wie schnell diese Investitionen Renditen abwerfen.
Regulatorischer Druck wird berechenbarer
Das regulatorische Risiko ist klarer geworden, obwohl es nicht verschwunden ist. Das Gericht lehnte es ab, eine Aufspaltung von Googles Werbegeschäft zu erzwingen, verpflichtete das Unternehmen jedoch, Teile seiner Adtech-Infrastruktur für Wettbewerber zu öffnen, AdX und DFP enger mit Prebid und Plattformen von Drittanbietern zu integrieren, die Datenportabilität auszuweiten und die bevorzugte Behandlung eigener Werbetools bei Auktionen zu beenden. Diese Anforderungen bleiben sechs Jahre lang unter externer Aufsicht bestehen. Für Alphabet ist dies schlechter als der bisherige Status quo, aber deutlich weniger gravierend als ein erzwungener Verkauf von AdX oder Google Ad Manager.
Vorerst konzentriert sich der Markt stärker darauf, ob Alphabet das kräftige Wachstum von Search und Cloud bei weiterhin sehr hohen CapEx aufrechterhalten kann. Solange GOOGL über 350 USD bleibt, ist die technische Struktur, wie in Google überwindet wichtigen Widerstand, während die KI-Ausgaben im Fokus bleiben angemerkt, weiterhin konstruktiv. Ein klarer Ausbruch über 360–365 USD wäre das nächste Signal dafür, dass sich die Erholung fortsetzt.
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