Chinesische Autohersteller gewinnen mit Hybriden in Europa an Boden
Chinesische Autohersteller erzielten im August einen Rekordanteil am europäischen Automarkt. Preislich konkurrenzfähige Hybridmodelle sprechen Käufer an, die weiterhin zögern, vollständig auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Die Zugewinne zeigen, dass Hersteller wie BYD weiterhin Expansionsmöglichkeiten finden, obwohl europäische Entscheidungsträger strengere Handelsmaßnahmen erwägen.
Das Wichtigste
- Chinesische Marken erreichten beinahe 12 % der europäischen Neuwagenverkäufe.
- Sie kamen auf etwa ein Drittel der Hybridverkäufe.
- Die Nachfrage nach Batterie- und Hybridfahrzeugen stieg im August um 27 %.
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Chinesische Marken kamen im Monatsverlauf auf beinahe 12 % der Neuwagenverkäufe in Europa, wie Bloomberg berichtet. Bei Hybriden war ihre Position deutlich stärker: Chinesische Hersteller standen für rund jeden vierten Hybridverkauf und etwa jeden dritten Hybridverkauf in der EU, den EFTA-Ländern und dem Vereinigten Königreich.
Hybride eröffnen einen weiteren Zugang zu Europa
Der Wandel hin zu Hybriden ermöglicht es chinesischen Herstellern, zwei Hindernisse gleichzeitig zu überwinden. Verbraucher, die sich wegen der Ladeinfrastruktur und Reichweite sorgen, können einen Verbrennungsmotor behalten, während die Hersteller Fahrzeuge verkaufen können, die derzeit von den zusätzlichen EU-Zöllen auf aus China importierte batterieelektrische Fahrzeuge ausgenommen sind.
Auch die europäische Nachfrage entwickelt sich zu ihren Gunsten. Die kombinierten Verkäufe batterieelektrischer Fahrzeuge und Hybride stiegen im August um 27 % und glichen die schwächere Nachfrage nach ausschließlich konventionell angetriebenen Modellen aus. Der gesamte europäische Automarkt wuchs um 4,6 %.
Das Vereinigte Königreich ist besonders wichtig geworden, da es keine zusätzlichen EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge erhebt. Mehr als 20 % der in Großbritannien verkauften Neuwagen stammen inzwischen von chinesischen Marken. Auch in Deutschland wird das Wachstum sichtbar: Dort erreichten chinesische Hersteller im August einen Marktanteil von 6,4 %.
Der deutsche Markt ist aufgrund seiner Größe besonders wertvoll. Selbst ein geringerer Verkaufsanteil kann dort für Hersteller, die eine breitere Präsenz in Europa aufbauen wollen, erhebliche Stückzahlen bedeuten.
Zolldruck könnte sich auf Hybride ausweiten
Der regulatorische Vorteil chinesischer Hybride könnte nicht von Dauer sein. Deutschland bereitet Maßnahmen zur wirtschaftlichen Sicherheit vor, die zusätzliche Zölle auf chinesische Hybridimporte umfassen könnten. Damit könnten sich die Handelsbeschränkungen über vollelektrische Fahrzeuge hinaus ausweiten.
Diese Aussicht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem europäische Hersteller von beiden Seiten unter Druck geraten. Chinesische Unternehmen gewinnen bei Fahrzeugen im Volumensegment Marktanteile, während die stärkere Nachfrage nach Elektrofahrzeugen etablierte Hersteller zwingt, mehr margenärmere Elektromodelle zu verkaufen.
Volkswagen hat bereits gewarnt, dass die steigenden EV-Verkäufe die Profitabilität der Volkswagen-Pkw-Sparte und des Audi-Geschäfts belasten. Auf der Pariser Automesse im kommenden Monat erhalten europäische Hersteller eine weitere Gelegenheit zur Reaktion, während chinesische Marken voraussichtlich weiter über das Volumensegment hinaus in Richtung Premiumfahrzeuge vorstoßen werden.
Europas Wettbewerbsbalance verschiebt sich
Die Augustzahlen zeigen, dass chinesische Hersteller bei ihrer Expansion in Europa nicht mehr ausschließlich auf batterieelektrische Fahrzeuge setzen. Hybride sind zu einem weiteren bedeutenden Zugang geworden und ermöglichen es ihnen, Verbraucher zu erreichen, die elektrifiziert fahren möchten, ohne vollständig von der Ladeinfrastruktur abhängig zu sein.
Da chinesische Marken beinahe 12 % des regionalen Marktes erreichen, wird es für europäische Wettbewerber und Entscheidungsträger schwieriger, ihre Expansion als Nischenphänomen bei Elektrofahrzeugen abzutun. Ob diese Dynamik anhält, dürfte zunehmend davon abhängen, wie Europa Hybridimporte reguliert.
Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass Volkswagen Ducati verkaufen könnte – im Rahmen einer Neustrukturierung des Konzerns.
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