Volkswagen kürzt Modellpalette und Kapazität angesichts steigenden Drucks
Volkswagen plant, seine Modellpalette um bis zu die Hälfte zu reduzieren und die jährliche Produktionskapazität zu schrumpfen, verzichtet jedoch nach spannungsgeladenen Gesprächen mit Stakeholdern auf die Ankündigung neuer Stellenstreichungen. Der Schritt verdeutlicht, wie drastisch Europas größter Autobauer versucht, sein Geschäft neu auszurichten, während chinesische Konkurrenz, Zölle und schwaches Anlegervertrauen den Konzern belasten.
Höhepunkte
- Volkswagen wird seine Modellpalette um bis zu die Hälfte kürzen.
- Die Kapazität sinkt auf 9 Millionen Fahrzeuge pro Jahr.
- Das Unternehmen machte keine neuen Angaben zum Stellenabbau.
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Der deutsche Automobilhersteller erklärte, die Produktionskapazität auf 9 Millionen Fahrzeuge pro Jahr zu senken – gegenüber einem Vor-Pandemie-Ziel von 12 Millionen –, während man sich auf die attraktivsten Marktsegmente konzentriere, so Berichte über den Restrukturierungsplan, wie CNBC berichtet. Das Unternehmen hat Berichte über Vorschläge für bis zu 100.000 Stellenstreichungen oder die Schließung von vier deutschen Werken nicht bestätigt.
Volkswagen schraubt Ambitionen zurück
Vorstandschef Oliver Blume bezeichnete den Plan als die nächste Phase der Transformation von Volkswagen und erklärte, der Konzern müsse schneller, widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger werden. Das Unternehmen versucht, ein weitläufiges Produktportfolio zu vereinfachen, dessen Unterhalt in einer Zeit ungleichmäßiger Nachfrage und eines weiterhin kostspieligen Übergangs zur Elektromobilität teuer geworden ist.
Die Kapazitätskürzung ist auch ein Zeichen dafür, dass Volkswagen nicht länger mit Absatzvolumina planen will, die zunehmend schwer erreichbar scheinen. Eine kleinere Modellpalette könnte dem Unternehmen helfen, Investitionen in margenstärkere Fahrzeuge und absatzstärkere Plattformen zu lenken, wirft aber auch Fragen auf, welche Marken, Fabriken und Modelle an Priorität verlieren werden.
Arbeitskampf bleibt ungelöst
Das Update des Unternehmens klärte das sensibelste Thema nicht: Arbeitsplätze. Berichte, wonach Volkswagen die Schließung von Werken in Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm sowie einen deutlich tieferen Personalabbau in Erwägung ziehen könnte, haben massiven Widerstand der IG Metall und des VW-Betriebsrats ausgelöst. Gewerkschaftsproteste fanden bereits an mehreren deutschen Standorten statt, darunter Zwickau.
Analysten sagten, der jüngste Plan biete nur begrenzte Klarheit darüber, ob Management und Arbeitnehmerseite einer Einigung nähergekommen sind. Volkswagen-Aktien legten am Freitag leicht zu, doch das Papier liegt in diesem Jahr weiterhin über 30 % im Minus, was die Sorge der Anleger über die Wettbewerbsposition des Konzerns und die Restrukturierungsrisiken widerspiegelt.
Deutschlands Automodell vor harter Prüfung
Die Umstrukturierung von Volkswagen ist von Bedeutung, da sie über ein einzelnes Unternehmen hinausreicht. Der Konzern ist einer der industriellen Anker Deutschlands, und tiefe Einschnitte würden Zulieferer, lokale Volkswirtschaften und die breitere industrielle Basis des Landes treffen.
Der Druck kommt aus mehreren Richtungen gleichzeitig. Chinesische Marken gewinnen Marktanteile, US-Zölle belasten den Handel, Investitionen in Elektrofahrzeuge sind teuer, und das Produktangebot von Volkswagen hat noch keine vollständige Antwort auf neuere Rivalen geliefert. Die Kürzung von Modellen und Kapazitäten mag notwendig sein, doch der politische und arbeitsrechtliche Kampf darüber, wer für diesen Neustart bezahlt, fängt gerade erst an.
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