Ölmarkt behält Risikoprämie bei, während der Verkehr in Hormus stockt
Die Ölpreise befanden sich am Freitag auf Kurs für ein Wochenplus, da die erneuten Kämpfe zwischen den USA und dem Iran den Fokus der Händler auf das Risiko unterbrochener Energieströme durch die Straße von Hormus lenkten. Die Preise gaben von ihren Wochenhochs im frühen Sitzungsverlauf etwas nach, doch der Markt blieb durch die Sorge gestützt, dass sich der Tankerverkehr nicht so schnell normalisieren könnte.
Höhepunkte
- Brent stieg um 1,44 % auf 77,00 $, während WTI um 1,24 % auf 72,69 $ zulegte.
- Brent steuert auf ein Wochenplus von etwa 6 % zu, WTI auf etwa 5 %.
- Der Verkehr in Hormus bleibt das Hauptrisiko für die Energiemärkte.
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Brent-Rohöl notierte zuletzt bei 77,00 $ pro Barrel, ein Plus von 1,44 %, während WTI laut den am Freitag gezeigten Marktdaten um 1,24 % auf 72,69 $ stieg. Zuvor hatte der Ölpreis leicht nachgegeben, als Händler die unmittelbare Bedrohung für das Angebot neu bewerteten, doch Brent steuerte immer noch auf einen Wochengewinn von etwa 6 % und WTI von etwa 5 % zu, wie Reuters berichtete.
Hormus hält den Markt in Atem
Der Hauptbelastungspunkt bleibt die Straße von Hormus, eine Wasserstraße, über die vor Beginn des Krieges am 28. Februar etwa 20 % der täglichen weltweiten Öl- und Gaslieferungen transportiert wurden. Schiffsverfolgungsdaten zeigten, dass der Tankerverkehr durch die Meerenge am Donnerstag nahezu zum Erliegen kam, da Schiffseigner das Risiko weiterer Angriffe abwägten.
Die jüngste Eskalation folgte auf US-Angriffe auf iranische Ziele und iranische Angriffe auf die militärische Infrastruktur der USA in den Golfstaaten. Iranische Medien berichteten zudem von Explosionen im Süden Irans, unter anderem in der Nähe von Buschehr, wo sich eine der Atomanlagen des Landes befindet.
Analysten sagten, Öl habe etwas von seinem Schwung aus der Wochenmitte verloren, da es über Nacht keine neuen US-Angriffe gab. Dennoch begrenzen die geringeren Ströme durch Hormus das Abwärtspotenzial.
Risikoprämie bei Rohöl bleibt bestehen
Der Markt fand eine gewisse Beruhigung in der Tatsache, dass Washington die iranische Energieinfrastruktur nicht ins Visier nahm. Dies half den Preisen, von den Höchstständen der Woche zurückzuweichen, auch wenn die Händler eine geopolitische Prämie bei Rohöl beibehielten.
US-Präsident Donald Trump sagte, er glaube nicht, dass der Krieg erneut ausbrechen würde und dass jede neue Eskalation schnell beendet wäre. Doch der Beinahe-Stillstand in der Schifffahrt und die anhaltende Ungewissheit über den Waffenstillstand haben den Markt anfällig für plötzliche Preisschwankungen gemacht.
Die Internationale Energieagentur warnte zudem, dass die erneute Eskalation zwischen den USA und dem Iran ihre Prognose für einen erheblichen Ölüberschuss im nächsten Jahr beeinflussen könnte.
Das Risiko für die Energieversorgung schwindet nicht
Der Wochengewinn ist von Bedeutung, da er zeigt, dass Händler die jüngste Eskalation nicht als kurzlebige Schlagzeile betrachten. Selbst ohne direkte Angriffe auf die Ölinfrastruktur kann allein das Schifffahrtsrisiko die Frachtkosten erhöhen, Ladungen verzögern und das kurzfristige Angebot verknappen.
Sollte der Verkehr in Hormus eingeschränkt bleiben, könnte der Ölpreis gestützt bleiben, selbst wenn sich die allgemeinen Nachfragesignale abschwächen. Für Verbraucher und Zentralbanken rücken damit die Kraftstoffpreise und das Inflationsrisiko wieder in den Fokus.
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