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Die SpaceX-Aktien fallen stark. Weder die Aufnahme des Unternehmens in den Nasdaq-100 noch eine Welle optimistischer Wall-Street-Prognosen konnten den Rückgang stoppen. Für Elon Musk ist dies ein Warnsignal: Der Markt ist nicht mehr bereit, einen astronomischen Preis für die Zukunft von SpaceX zu zahlen.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Die SpaceX-Aktien begannen fast unmittelbar nach dem vielbeachteten Börsendebüt des Unternehmens zu fallen. Am Mittwoch schloss die Aktie bei 148 $, den zweiten Tag in Folge unter ihrem ursprünglichen Handelspreis von 150 $.
Die Nachfrage nach SpaceX nach dem Angebot war enorm. Das Unternehmen verkaufte Aktien zu 135 $, nahm einschließlich der Option der Konsortialbanken 85,7 Milliarden $ ein und kletterte nur wenige Tage nach Handelsbeginn am 16. Juni auf einen Schlusskurs von 201,8 $. Doch dieser Schwung verflog schnell: Die Aktie liegt nun mehr als 25 % unter ihrem Juni-Hoch.
Das Problem ist, dass der Ausverkauf nicht nach schlechten Nachrichten oder einem enttäuschenden Bericht begann. Im Gegenteil, SpaceX erhielt fast alles, was normalerweise einen Aktienkurs stützen würde: den Status des größten IPOs, die schnelle Aufnahme in den Nasdaq-100, Aufmerksamkeit von passiven Fonds und eine Welle optimistischer Analystenprognosen. Dennoch begann der Markt, die Aktie zu verkaufen.
Während die SpaceX-Aktien fallen, überzeugen Großbanken ihre Kunden weiterhin davon, dass die Aktie des Unternehmens viel mehr wert sein sollte. Nach dem Börsengang gaben Morgan Stanley, JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Bernstein, RBC und UBS positive Prognosen für SpaceX ab.
Laut Bloomberg liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten bei etwa 236 $ pro Aktie. Das liegt rund 58 % über dem aktuellen Niveau. Morgan Stanley bezifferte das Potenzial von SpaceX auf 300 $ pro Aktie, Bernstein auf 239 $, RBC auf 225 $ und UBS auf 210 $. Raymond James gab mit 800 $ pro Aktie die aggressivste Prognose ab, fast das Sechsfache des IPO-Preises.
Die Argumente klingen ehrgeizig. SpaceX wird nicht nur als Raketenunternehmen präsentiert, sondern als künftige Infrastrukturplattform für eine neue Wirtschaft. Analysten verweisen auf die Marktführerschaft bei wiederverwendbaren Raketen, Satellitenstarts, Starlink, KI-Diensten, orbitalen Rechenzentren und neuen industriellen Kapazitäten im Weltraum.
Warum also fallen die Aktien des Unternehmens? Ihr Anstieg hätte zumindest durch die schnelle Aufnahme von SpaceX in den Nasdaq-100 unterstützt werden müssen. Normalerweise hilft der Beitritt zu einem solchen Index einer Aktie: Fonds, die den Index abbilden, sind gezwungen, Aktien des neuen Unternehmens zu kaufen. Im Fall von SpaceX hätte dies eine zusätzliche Nachfrage schaffen müssen.
Dasselbe gilt für den Russell 1000, dem SpaceX nur zwei Wochen nach dem Börsengang beitrat. Laut Bloomberg Intelligence hätte die Aufnahme des Unternehmens in diese Indizes Käufe von Fonds in Höhe von mindestens 5,4 Milliarden $ auslösen können.
Doch der Markt reagierte anders. Selbst mit dieser technischen Nachfrage gelang es der Aktie nicht, über ihrem ursprünglichen Handelspreis zu bleiben. SpaceX erhielt nicht nur Unterstützung durch Musks Namen und Wall-Street-Analysten, sondern auch durch passive Fonds. Dennoch gab es genug Verkäufer, um die Aktie nach unten zu drücken.
Für die Banken war diese Geschichte bereits ein Erfolg. Der Börsengang generierte hohe Gebühren, während die hohe Aktivität rund um den Deal den Handelsabteilungen half, von den Umsätzen zu profitieren. Für Fonds wurde der Kauf von SpaceX zur Verpflichtung. Doch für Privatanleger bleibt die Frage offen: Warum die Aktie jetzt kaufen, wenn der Hauptgewinn möglicherweise an diejenigen ging, die vor dem Börsengang in das Unternehmen eingestiegen sind?
Musk bittet Investoren, wieder an das Unmögliche zu glauben
SpaceX bleibt eines der ehrgeizigsten Unternehmen der Welt, und Musk hat wiederholt gezeigt, dass der Markt seine Projekte unterschätzen kann. Doch nach dem Börsengang werden die Anleger aufgefordert, nicht nur Raketen, Starlink und künftige Weltraumdienste zu kaufen. Sie werden aufgefordert zu glauben, dass SpaceX eine Bewertung rechtfertigen kann, die bereits eine nahezu perfekte Zukunft voraussetzt.
Dass die Aktie unter ihren ursprünglichen Handelspreis gefallen ist, bedeutet nicht, dass die SpaceX-Geschichte am Ende ist. Aber es zeigt, dass Musks Name, ein Rekord-Börsengang, die Unterstützung der Wall Street und Käufe durch Indexfonds nicht mehr ausreichen. Der Markt will nicht nur eine schöne Geschichte über den Weltraum, KI und eine neue Wirtschaft. Er will wissen, wer der nächste Käufer der SpaceX-Aktie sein wird und warum dieser Käufer mehr dafür bezahlen sollte.