Katar kürzt LNG-Hochlaufpläne nach Tankerangriff
Katar hat die Pläne für eine schnelle Wiederaufnahme der Produktion in Ras Laffan, dem weltweit größten Exportkomplex für Flüssigerdgas (LNG), nach einem Angriff auf einen seiner Tanker nahe der Straße von Hormus vorerst ausgesetzt. Die Entscheidung belastet die globalen Gasmärkte zusätzlich, die bereits durch erneute US-iranische Angriffe und Zweifel an der Sicherheit einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Region verunsichert sind.
Höhepunkte
- Katar hat den LNG-Hochlauf in Ras Laffan nach einem Tankerangriff nahe Hormus gestoppt.
- Der Betrieb bleibt aus Sicherheitsgründen auf einem Minimum.
- Katar lieferte im vergangenen Jahr etwa 20 % des weltweiten LNG.
- Die europäischen Gaspreise stiegen über 50 € pro Megawattstunde.
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Offizielle von QatarEnergy hielten Krisengespräche ab, nachdem der LNG-Tanker Al Rekayyat am Dienstag angegriffen worden war. CEO Saad Al-Kaabi entschied, die Pläne zur Produktionssteigerung vorerst zu stoppen, wie Bloomberg berichtete. Der Betrieb in Ras Laffan wird aus Sicherheitsgründen auf einem Minimum gehalten, und es wird erwartet, dass in den kommenden Tagen weniger Schiffe an der Anlage anlegen.
Neustart von Ras Laffan verzögert sich
Die Pause bedeutet einen Rückschlag für Katars Bemühungen, die LNG-Exporte nach monatelangen Unterbrechungen wieder hochzufahren. Seit dem US-iranischen Interimsabkommen im letzten Monat hatte Katar Vorbereitungen getroffen, einen Großteil seiner LNG-Produktion innerhalb von zwei Monaten wiederherzustellen, wobei einige Produktionslinien mit reduzierter Kapazität betrieben wurden, um sie schnell hochfahren zu können, sobald Hormus sicher schien.
Dieser Plan liegt nun auf Eis. Laut im Bericht zitierten Schiffsverfolgungsdaten warten derzeit elf leere LNG-Schiffe vor Ras Laffan. Katar hatte zudem die Beladungen erhöht und leere Tanker zurück zur Anlage beordert – Anzeichen dafür, dass man sich auf eine schnellere Rückkehr zu normalen Exporten vorbereitete.
Ras Laffan steht seit Anfang März unter Druck, als die Anlage nach einem iranischen Drohnenangriff weitgehend stillgelegt wurde. Ein späterer Raketenangriff beschädigte etwa 17 % der Produktionskapazität, wobei die Reparaturen voraussichtlich mindestens drei Jahre dauern werden.
Gaspreise reagieren auf Versorgungsrisiken
Die erneute Vorsicht kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt für Gaseinkäufer. Katar lieferte im vergangenen Jahr etwa ein Fünftel des weltweiten LNG, weshalb jede Verzögerung beim Neustart sowohl für Asien als auch für Europa von Bedeutung ist.
Die asiatischen Spotpreise für LNG liegen bereits mehr als 80 % über dem Vorkriegsniveau. In Europa stiegen die Referenz-Gaspreise am Donnerstag zum ersten Mal seit dem US-iranischen Interims-Friedensabkommen im letzten Monat über 50 € pro Megawattstunde.
Der Angriff auf die Al Rekayyat war der erste bekannte Schlag gegen einen katarischen LNG-Tanker seit Kriegsbeginn Ende Februar. Zwei weitere Schiffe wurden diese Woche ebenfalls angegriffen, während der Verkehr durch Hormus stark abnahm, da sich die USA und der Iran gegenseitig angriffen.
Druck auf die Winterversorgung wächst
Die Verzögerung ist deshalb so wichtig, weil LNG-Käufer nun in die saisonale Phase der Vorratsspeicherung vor dem Winter eintreten. Wenn Katar die Exporte nicht bald steigern kann, müssen Europa und Asien möglicherweise stärker um flexible Ladungen anderer Anbieter konkurrieren.
Das unmittelbare Risiko besteht nicht nur im Produktionsausfall, sondern auch im Vertrauensverlust. Schiffseigner, Versicherer und Käufer benötigen Beweise dafür, dass Hormus sicher ist, bevor der normale Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Bis dahin bleibt der globale LNG-Markt anfällig für stärkere Preisschwankungen, eine geringere Verfügbarkeit von Frachten und eine längere Erholung von den Folgen des Nahost-Konflikts.
Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass die IEA den ersten Rückgang der weltweiten Gasnachfrage seit 2022 sieht.
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