Circle erhält Genehmigung zur Gründung einer nationalen US-Treuhandbank

Circle erhält Genehmigung zur Gründung einer nationalen US-Treuhandbank
Circle wird Teil des Finanzsystems

Circle, der Emittent des weltweit zweitgrößten Stablecoins USDC, hat vom U.S. Office of the Comptroller of the Currency (OCC) die Genehmigung zur Gründung einer nationalen Treuhandbank erhalten. Solche Banken können Verwahr- und Treuhanddienstleistungen erbringen, nehmen aber im Gegensatz zu herkömmlichen Geschäftsbanken keine Einlagen von Privatkunden an und vergeben keine Kredite.

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Laut CoinDesk stiegen die Aktien von Circle nach Bekanntwerden der Nachricht im vorbörslichen Handel um 14 %.

„Die OCC-Genehmigung zur Gründung der Circle National Trust ist ein entscheidender Schritt, um die Blockchain-Technologie und digitale Vermögenswerte in den Kern des US-Finanzsystems zu integrieren“, sagte Circle-CEO Jeremy Allaire.

Ihm zufolge soll die Bundesaufsicht über die neue Bank einen höheren Standard für Transparenz, Corporate Governance und die Skalierbarkeit der Unternehmensinfrastruktur setzen.

Warum Circle eine Treuhandbank benötigt

Nach dem Start wird die Circle National Trust treuhänderische Verwahrungsdienstleistungen für digitale Vermögenswerte für Circle und seine verbundenen Unternehmen anbieten. Die Bank könnte später eine begrenzte Anzahl institutioneller Kunden bedienen, darunter Banken und andere regulierte Finanzinstitute.

Die Charta ermöglicht es Circle zudem, die Reserven zur Deckung von USDC künftig unter OCC-Aufsicht zu verwalten. Das Unternehmen stellte jedoch klar, dass dies eine potenzielle Fähigkeit bleibt und keine unmittelbare Änderung seines Reservemanagement-Modells darstellt.

Circle beantragte die Charta für die Treuhandbank im Juni 2025 und erhielt sechs Monate später die bedingte Genehmigung. Die endgültige Entscheidung des OCC stellt das neue Unternehmen unter direkte Bundesaufsicht.

Dieser Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der Kryptounternehmen verstärkt nach Bundeslizenzen und dem Bankenstatus streben. Crypto.com erhielt im Februar die OCC-Genehmigung, während BitGo, Circle, Ripple, Paxos und Fidelity Digital Assets zuvor ähnliche bedingte Genehmigungen erhalten hatten. Die Genehmigung von BitGo wurde später auf einen bedingungslosen Status hochgestuft.

Ein weiterer Schlag für Tether

Für Tether ist dies eine weitere ungünstige Entwicklung. Während Circle den Status einer Bundesbank in den USA sichert und die Position von USDC bei institutionellen Kunden stärkt, hat der Emittent von USDT weiterhin nur begrenzten Zugang zu regulierten Märkten. Tether hat keine Zulassung unter MiCA erhalten, was europäische Plattformen dazu veranlasste, USDT aus den Handelspaaren zu entfernen oder seine Nutzung für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum einzuschränken. Dies ist kein vollständiges Verbot des Tokens, verringert jedoch seine Präsenz auf lizenzierten EU-Plattformen.

Die Kluft zwischen den beiden größten Stablecoins wird somit sowohl regulatorisch als auch kommerziell größer. Circle unterliegt in den USA der direkten Bundesaufsicht und könnte USDC-Reserven schließlich über eine eigene Treuhandbank verwalten, während Tether weiterhin auf globale Liquidität außerhalb der am strengsten regulierten Jurisdiktionen angewiesen ist. Dies gefährdet kurzfristig nicht die Marktführerschaft von USDT, könnte aber die Position von USDC bei Bankabrechnungen, institutioneller Verwahrung und auf dem europäischen Markt stärken.

Zuvor führte Circle cirBTC auf Ethereum ein, um institutionelle DeFi-Projekte zu unterstützen.

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