Öl dürfte die Woche angesichts anhaltender Iran-Risiken höher beenden
Die Ölpreise stiegen am Freitag und steuerten auf den zweiten Wochengewinn in Folge zu, da der zunehmende Druck der USA auf den Iran die Sorgen über das Angebot aus dem Nahen Osten verstärkte. Anhaltende Störungen bei den regionalen Exporten halten eine geopolitische Prämie in den Rohölpreisen aufrecht, auch ohne eine neue militärische Eskalation.
Das Wichtigste
- Brent notierte bei 94,33 $, während WTI 87,02 $ erreichte.
- Beide Benchmarks steuern auf den zweiten Wochengewinn in Folge zu.
- Der zunehmende Druck der USA auf den Iran hält die Sorgen über das Angebot aufrecht.
- Die Ölströme aus dem Nahen Osten bleiben eingeschränkt.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Laut Reuters bereitet Washington nach dem Auslaufen einer früheren US-iranischen Friedensvereinbarung ohne erneute Verhandlungen schärfere Finanzmaßnahmen gegen den Iran vor. Iranische Vertreter warnten vor Vergeltungsmaßnahmen gegen zusätzlichen Druck der USA, während Beschränkungen für Öltransporte und die geringere maritime Aktivität die Energieflüsse aus der Region weiterhin erschweren.
Angebotsrisiken stützen den Rohölpreis
Brent-Rohöl-Futures für Oktober notierten bei 94,33 $ je Barrel und legten um 0,59 % zu, während Oktober-WTI-Futures bei 87,02 $ und damit 0,22 % höher gehandelt wurden, wie aktuelle Marktdaten zeigen. Der Wochengewinn fällt deutlich größer aus: Brent legte um mehr als 6 % zu und WTI stieg um mehr als 5 %, da Händler das Risiko länger anhaltender Angebotsengpässe neu bewerten.
Der unmittelbare Fokus liegt zunehmend auf der physischen Verfügbarkeit und weniger auf der Aussicht auf einen schnellen diplomatischen Durchbruch. Das iranische Rohölangebot für chinesische Käufer ist zurückgegangen, da Beschränkungen die Transporte bremsen, während Handelsquellen von höheren Preisen für verfügbare Ladungen berichten.
Die Angebotsrisiken gehen über den Iran hinaus. Geringere Lieferströme aus Saudi-Arabien, dem Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait haben die Menge des auf die internationalen Märkte gelangenden Rohöls aus dem Nahen Osten verknappt. Auch der Schiffsverkehr durch die Region bleibt gedämpft, was die Unsicherheit darüber erhöht, wie schnell die normalen Exportmengen zurückkehren könnten.
Eine weitere Störungsquelle entstand in Russland, nachdem die Ukraine eine Ölraffinerie in Perm angegriffen hatte, mehr als 1.600 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Die Angriffe auf die russische Raffinerieinfrastruktur stehen zwar nicht im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten, sorgen jedoch für eine zusätzliche Unsicherheit beim weltweiten Erdölangebot.
Washington erhöht den wirtschaftlichen Druck
Die Vereinigten Staaten setzen im Rahmen ihrer Kampagne gegen Teheran zunehmend auf Finanz- und Handelsbeschränkungen. Zusätzliche Sanktionen könnten die Fähigkeit des Iran, Rohöl international zu verkaufen, weiter einschränken, wobei die unmittelbaren Auswirkungen geringer ausfallen könnten, da bestehende Maßnahmen die Exporte bereits reduziert haben.
Für Öl-Händler besteht die größere Sorge in Vergeltungsmaßnahmen oder weiteren Zwischenfällen im Schiffsverkehr. Selbst begrenzte Störungen können überproportionale Auswirkungen haben, wenn die regionalen Exportkapazitäten bereits eingeschränkt sind und Raffinerien um Ersatzladungen konkurrieren.
Dieses Umfeld hat dazu beigetragen, dass der Rohölpreis seinen Anstieg trotz des Ausbleibens einer größeren neuen Entwicklung auf dem Schlachtfeld fortsetzen konnte. Der Markt preist im Grunde die Möglichkeit ein, dass die geringeren Exporte länger anhalten als bisher erwartet.
Angebotsrisiken werden zum Preistreiber
Die jüngste Bewegung ist deshalb relevant, weil der Ölpreis zunehmend auf die physischen Angebotsbedingungen und weniger auf kurzlebige geopolitische Schlagzeilen reagiert. Der Preisanstieg deutet darauf hin, dass Händler weiterhin eine erhebliche Risikoprämie einpreisen, die mit der Unsicherheit über die Exporte aus dem Nahen Osten verbunden ist.
Eine länger anhaltende Störung würde die Rohstoffkosten der Raffinerien erhöhen und könnte sich letztlich auf Kraftstoffpreise und Inflation auswirken. Umgekehrt könnte ein glaubwürdiger diplomatischer Durchbruch oder eine Normalisierung des regionalen Schiffsverkehrs einen Teil dieser Prämie schnell abbauen. Bis eines dieser Ereignisse eintritt, dürften das begrenzte Angebot und der zunehmende Druck der USA auf den Iran die zentralen Kräfte bleiben, die die Rohölpreise bestimmen.
Zuvor berichteten wir, dass Trump Gespräche mit dem Iran ausschließt, während sich der Streit um die Straße von Hormus verschärft.
Neueste Brent Nachrichten
- Forex
- Crypto