Trump schließt Gespräche mit Iran aus, während sich das Patt um Hormus verschärft

Trump schließt Gespräche mit Iran aus, während sich das Patt um Hormus verschärft
Das Patt um Hormus hält die Risiken für die Ölversorgung hoch

​Die Konfrontation zwischen den USA und Iran entwickelt sich nach dem Auslaufen eines vorübergehenden Verhandlungsrahmens ohne dauerhafte Einigung zu einem langwierigen Patt. Dadurch bleibt die Straße von Hormus weit unter dem normalen Niveau in Betrieb. Washington und Teheran sind weiterhin uneins über Sanktionen, die Kontrolle der Schifffahrt und die Bedingungen für die Wiederherstellung eines uneingeschränkten Schiffsverkehrs durch einen der wichtigsten Energiekorridore der Welt.

Das Wichtigste

  • Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran bleiben ausgesetzt.
  • Der Verkehr durch Hormus liegt weiterhin weit unter dem normalen Niveau.
  • Einst passierten etwa 20 % des Öls und LNGs die Meerenge.
  • Angriffe auf Schiffe halten die Versorgungsrisiken hoch.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Präsident Donald Trump erklärte, dass nach dem Auslaufen des im Juni unterzeichneten 60-Tage-Memorandums keine Verhandlungen mit Iran stattfänden oder geplant seien, berichtete Bloomberg. Der Abbruch lässt den Status der Straße von Hormus ungeklärt, während Angriffe auf Handelsschiffe und der stark reduzierte Verkehr weiterhin eine geopolitische Risikoprämie in den Ölpreisen verankern.

Hormus bleibt im Zentrum des Konflikts

Iran hat die vollständige Wiederöffnung der Meerenge an mehrere Forderungen geknüpft, darunter die Aufhebung der Ölsanktionen, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, ein Ende der US-Blockade iranischer Häfen und die Einstellung militärischer Operationen. Washington lehnt unterdessen iranische Pläne zur Erhebung von Gebühren für Schiffe ab und hat Teherans Versuch zurückgewiesen, mit Oman einen neuen Rahmen für die Steuerung des Schiffsverkehrs zu schaffen.

Die Folgen reichen weit über die beiden Länder hinaus. Vor dem Krieg wurden etwa ein Fünftel der weltweiten Rohöl- und Flüssigerdgasversorgung durch Hormus transportiert. Der Verkehr liegt weiterhin deutlich unter diesem Niveau, sodass selbst begrenzte Angriffe die Frachtkosten, Versicherungsprämien und Erwartungen an die künftige Energieversorgung beeinflussen können.

Die Sicherheitsrisiken verschärften sich am Dienstag, nachdem ein Schiff beim Verlassen der Meerenge von einem Projektil getroffen wurde. Der Angriff beschädigte den Maschinenraum und forderte ein Todesopfer. Der Vorfall verstärkte die Sorgen, dass die Handelsschifffahrt auch ohne eine umfassendere Eskalation der Feindseligkeiten verwundbar bleibt.

Die regionalen Spannungen weiteten sich ebenfalls aus, nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate den Handel, den kommerziellen Austausch und Finanztransaktionen mit Iran aussetzten. Die VAE erklärten, die Entscheidung sei auf iranische Raketenstarts in Richtung ihres Staatsgebiets gefolgt, während Teheran den Abschuss einer Rakete auf das Land bestritt.

Ein Patt mit wenigen einfachen Auswegen

Das Auslaufen der Vereinbarung vom Juni beseitigt einen Mechanismus, der zumindest Raum für Verhandlungen geschaffen hatte. Iran und Oman beraten weiterhin über die Verwaltung der Straße von Hormus ohne direkte Beteiligung der USA, doch die Kluft zwischen Washington und Teheran bleibt groß.

Für die USA bringt eine langwierige Konfrontation wirtschaftliche Kosten in Form höherer Kraftstoffpreise und anhaltender Unsicherheit an den globalen Energiemärkten mit sich. Iran steht seinerseits unter dem Druck von Sanktionen, schwächeren Rohölexporten, beschädigten industriellen Kapazitäten und einer erhöhten Inflation im Inland. Dennoch hat keine der beiden Seiten bislang genügend Flexibilität gezeigt, um eine dauerhafte Einigung zu ermöglichen.

Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein eingeschränkter Schiffsverkehr zu einem längerfristigen Merkmal des Energiemarktes statt zu einer vorübergehenden Störung wird. Auch ohne eine vollständige Sperrung kann ein geringerer Verkehr durch Hormus die Transport- und Versicherungskosten hoch halten und die Rohölpreise ungewöhnlich empfindlich gegenüber militärischen Entwicklungen machen.

Reaktion des Ölmarktes

Die Ölpreise bleiben angesichts der Aussicht auf eine länger andauernde Unterbrechung unterstützt. Nach den zuletzt bereitgestellten Marktdaten stiegen die Brent -Rohöl-Futures um 0,67 % auf 91,63 US-Dollar je Barrel, während die Futures auf US-West-Texas-Intermediate um 0,76 % auf 84,70 US-Dollar zulegten.

Die Kursbewegungen zeigen, dass Händler weiterhin eine Versorgungsrisikoprämie in die Rohölpreise einpreisen. Da der Verkehr durch Hormus eingeschränkt bleibt und kein diplomatischer Durchbruch in Sicht ist, könnten weitere Angriffe oder strengere Beschränkungen diese Prämie erhöhen. Umgekehrt würde eine glaubwürdige Vereinbarung zur Wiederherstellung der Schifffahrt eine der stärksten geopolitischen Stützen der Ölpreise beseitigen.  

Zuvor berichteten wir, dass die IEA eine stärkere Ölknappheit erwartet, da die Hormus-Krise die Versorgung einschränkt.

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