Öl fällt, da die Hoffnungen auf eine Wiederöffnung von Hormus steigen

Öl fällt, da die Hoffnungen auf eine Wiederöffnung von Hormus steigen
Öl gibt in der Hoffnung auf eine Wiederherstellung des Schiffsverkehrs durch Hormus nach

​Die Ölpreise fielen am Mittwoch auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Wochen, da Anzeichen für Fortschritte zwischen Iran und Oman die Erwartungen steigen ließen, dass sich der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus allmählich erholen könnte. Die Aussicht auf einen besseren Zugang für Tanker veranlasst Händler, einen Teil der geopolitischen Risikoprämie aus den Rohölpreisen herauszunehmen, obwohl der Verkehr durch die Wasserstraße weiterhin stark eingeschränkt ist.

Das Wichtigste

  • Brent fiel um 1,80 %, während WTI um 2,04 % nachgab.
  • Die Verhandlungen zwischen Iran und Oman erhöhen die Erwartungen an einen verbesserten Tankerverkehr.
  • Der Schiffsverkehr durch Hormus bleibt eingeschränkt, sodass Rohöl einer erneuten Unterbrechung ausgesetzt ist.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Die Brent-Rohöl-Futures fielen um 1,80 % auf 85,70 $ je Barrel, während die Futures auf US West Texas Intermediate um 2,04 % auf 80,68 $ nachgaben. Damit setzte sich der Ausverkauf vom Dienstag fort, als Händler auch die unmittelbaren Auswirkungen der ausgeweiteten US-Sanktionen gegen Iran auf das Angebot herunterspielten. Reuters berichtete, dass die Verhandlungen zwischen Teheran und Maskat die Markterwartungen in Richtung der Möglichkeit verschoben haben, den reguläreren Schiffsverkehr durch die Meerenge wiederherzustellen.

Gespräche zwischen Iran und Oman verändern die Ölmarktberechnung

Iran und Oman haben nach monatelangen schweren Störungen Vereinbarungen über die Durchfahrt durch die strategisch wichtige Wasserstraße erörtert. Die Revolutionsgarden des Iran erklärten am Mittwoch, dass beide Seiten Vereinbarungen über ihre jeweiligen Rollen in der Meerenge und die Aufteilung der Einnahmen getroffen hätten, obwohl umfassendere Verhandlungen weiterhin ungelöst sind.

Für Öl-Händler ist die entscheidende Frage, ob diese Gespräche zu einem anhaltenden Anstieg der Tankerbewegungen führen. Der Verkehr ist weiterhin weit von der Normalität entfernt. Daten von Kpler zufolge passierten am Dienstag nur fünf Frachtschiffe die Meerenge, verglichen mit einem Zehn-Tage-Durchschnitt von 15.

Dennoch gibt es Anzeichen dafür, dass Exporteure Wege finden, Rohöl zu transportieren. Zwei Supertanker mit insgesamt 4 Millionen Barrel saudischem Rohöl waren auf dem Weg nach China, nachdem sie ihre Ladung durch Schiff-zu-Schiff-Umladungen vor Oman übernommen hatten.

Die veränderte Preisbildung am Markt bedeutet nicht, dass die Risiken von Lieferunterbrechungen verschwunden sind. Vielmehr scheinen Händler einer ausgehandelten Verbesserung der Schifffahrtsbedingungen eine höhere und einer weiteren unmittelbaren militärischen Eskalation eine geringere Wahrscheinlichkeit beizumessen.

Sanktionen erhöhen den Druck, ohne die Rally wiederzubeleben

Die jüngsten wirtschaftlichen Maßnahmen Washingtons gegen Teheran konnten den Rückgang der Rohölpreise bislang nicht umkehren. Die Vereinigten Staaten weiteten diese Woche die Sanktionen aus und warnten Länder, dass eine Fortsetzung ihrer Geschäfte mit Iran letztlich Strafen auslösen könnte, sahen jedoch zunächst davon ab, diese Maßnahmen sofort zu verhängen.

Dieser Unterschied ist für den physischen Markt von Bedeutung. Solange die iranischen Ölmengen, die Käufer erreichen, nicht unmittelbar reduziert werden, haben Händler weniger Anlass, einen weiteren abrupten Angebotsschock einzupreisen.

Auch diplomatische Entwicklungen an anderer Stelle tragen zu den Erwartungen bei, dass sich der Konflikt auf Verhandlungen zubewegen könnte. Pakistan und Iran meldeten Fortschritte bei Gesprächen über die umfassendere Konfrontation zwischen Iran, Israel und den Vereinigten Staaten, obwohl noch keine umfassende Einigung erzielt wurde.

Hormus bleibt das zentrale Risiko für Rohöl

Der jüngste Rückgang zeigt, wie empfindlich der Ölmarkt weiterhin auf Veränderungen der Erwartungen hinsichtlich des regionalen Schiffsverkehrs reagiert. Brent bei 85 $ und WTI bei 80 $ liegen weiterhin hoch genug, um die anhaltende geopolitische Unsicherheit widerzuspiegeln, doch die Verluste vom Mittwoch zeigen, dass Händler die Prämie für eine länger andauernde Unterbrechung reduzieren.

Eine glaubwürdige Wiederöffnung, durch die sich der Tankerverkehr wieder dem normalen Niveau nähert, könnte die Preise weiter unter Druck setzen. Umgekehrt könnten ins Stocken geratene Verhandlungen oder eine erneute Unterbrechung des Schiffsverkehrs diese Prämie schnell wiederherstellen. Der Markt preist derzeit größeres Vertrauen in die Diplomatie ein, ohne davon auszugehen, dass die Angebotsgefahr verschwunden ist.

Wie bereits berichtet, sieht die IEA eine größere Ölknappheit, da die Krise um Hormus das Angebot einschränkt.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.