Gold nähert sich 4.000 $, während Anleger den Zinsausblick der Fed bewerten
Die Goldpreise fielen am Donnerstag und näherten sich der Marke von 4.000 $ je Unze, nachdem die Federal Reserve die Leitzinsen unverändert gelassen hatte, ohne klare Hinweise auf ihren nächsten geldpolitischen Schritt zu geben. Die Aussicht auf eine weitere Zinserhöhung in den USA vor Jahresende belastete das Edelmetall und beendete drei aufeinanderfolgende Sitzungen mit moderaten Gewinnen.
Das Wichtigste
- Spotgold fiel um 1,12 %, Futures gaben um 0,43 % nach.
- Fed beließ die Zinsen bei 3,75 % bis 4 %.
- Eine Zinserhöhung im Dezember bleibt möglich.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Spotgold fiel laut den jüngsten Marktdaten um 1,12 % auf 4.021,62 $ je Unze, während die Dezember-Gold-Futures um 0,43 % auf 4.034,02 $ nachgaben. Anleger blieben vorsichtig, nachdem die Zentralbank die Möglichkeit einer weiteren geldpolitischen Straffung offengelassen hatte, berichtet Bloomberg.
Fed-Entscheidung setzt Gold unter Druck
Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank stimmte am Mittwoch mit 10 zu 2 Stimmen dafür, den Leitzins bei 3,75 % bis 4 % zu belassen. Zwei Mitglieder sprachen sich für eine sofortige Erhöhung aus und unterstrichen damit die anhaltenden Inflationssorgen.
Fed-Chef Kevin Warsh vermied es, einen Zeitplan für künftige Zinsänderungen zu nennen, obwohl die Märkte weiterhin mit einer weiteren Erhöhung im Dezember rechnen. Zudem deutete er an, dass die Zentralbank ihre geldpolitischen Beschlüsse pro Jahr von acht auf sechs reduzieren könnte, wodurch zwischen den Ankündigungen längere Abstände entstehen könnten.
Höhere Zinsen machen Gold in der Regel weniger attraktiv, da das Edelmetall keine Zinsen abwirft. Die anhaltende Energiepreisinflation erschwert es der Fed, den Anstieg der Verbraucherpreise wieder auf ihr Ziel von 2 % zu senken.
Anleger warten nun auf den Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) für September, der am Donnerstag veröffentlicht werden soll. Der Bericht könnte die Erwartungen für die Dezember-Sitzung und die Entwicklung der Renditen von US-Staatsanleihen beeinflussen.
Gold erholt sich nur schwer von den Verlusten im Oktober
Gold ist in diesem Monat um etwa 3 % gefallen und steuert auf den zweiten Monatsverlust in Folge zu. Zudem geriet das Edelmetall durch die Volatilität bei Technologiewerten unter Verkaufsdruck.
Der Rückgang an den Aktienmärkten in der vergangenen Woche veranlasste einige Anleger, Goldpositionen zu verkaufen, um Verluste an anderer Stelle auszugleichen. Dadurch fiel der Goldpreis auf den niedrigsten Stand seit Juli.
Ole Sloth Hansen, Rohstoffstratege bei der Saxo Bank, sieht nach einer jüngsten Erholung eine Unterstützung bei etwa 3.970 $ je Unze. Die Marken um 4.070 $ und 4.230 $ bleiben wichtig, um einzuschätzen, ob die Kaufnachfrage wieder anziehen könnte.
Auch andere Edelmetalle schwächten sich ab. Silber fiel um 2,5 % auf 52,87 $ je Unze und hat im Oktober fast 13 % verloren, während auch Platin und Palladium nachgaben.
Anleger warten auf Inflationsdaten und klarere Zinssignale
Die kurzfristigen Aussichten für Gold hängen davon ab, ob die anstehenden Inflationsdaten die Erwartungen einer weiteren Zinserhöhung durch die Fed bestätigen. Ein stärker als erwarteter Preisdruck könnte den US-Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen stützen und das Edelmetall zusätzlich belasten.
Der US-Dollar-Index stieg im Handelsverlauf um 0,05 % und erhöhte damit den Druck auf die Edelmetalle. Gleichzeitig könnte die zum Jahresende geringere Handelsliquidität die Kursbewegungen verstärken.
Yuxuan Tang, Stratege bei JPMorgan Private Bank, erwartet, dass Gold anfällig bleibt, bis die US-Zinsen ihren Höchststand erreicht haben. Für Anleger ist die Marke von 4.000 $ zu einem wichtigen Orientierungspunkt geworden: Ein anhaltender Rückgang darunter könnte weitere Verkäufe auslösen, während nachlassende Inflationssorgen die Nachfrage wiederbeleben könnten.
Wie wir bereits berichteten, baut der Londoner Goldmarkt seine Vormachtstellung im physischen Handel aus, während sich die globalen Reservebestände verschieben.
Neueste Gold Nachrichten
- Forex
- Crypto