Polymarket-Nutzer in Südkorea wegen illegaler Wetten angeklagt

Polymarket-Nutzer in Südkorea wegen illegaler Wetten angeklagt
Südkorea geht gegen Polymarket-Nutzer vor.

​Die südkoreanische Polizei hat gegen 26 lokale Polymarket-Nutzer wegen des Verdachts auf illegales Glücksspiel Verfahren eingeleitet. Die Cybercrime-Ermittlungseinheit der Provinzpolizei von Gangwon hat bereits Fälle gegen 18 Personen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

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Laut Asia Business Daily setzten die 26 Nutzer insgesamt 17,6 Milliarden Won (12,7 Mio. US-Dollar) auf dem Prognosemarkt. Der höchste kumulierte Wettbetrag einer Einzelperson belief sich auf rund 5,7 Milliarden Won (4,1 Mio. US-Dollar).

Die Polizei ist der Ansicht, dass Wetten auf Ja-oder-Nein-Kontrakte bei Polymarket unter Artikel 246 des südkoreanischen Strafgesetzes fallen, der illegales Glücksspiel regelt. Nach Auffassung der Strafverfolgungsbehörden setzen Nutzer eigene Gelder auf den Ausgang von Ereignissen, die sie nicht kontrollieren können.

Nutzer betrachten Polymarket nicht als Glücksspielplattform

Die Betroffenen widersprechen dieser Einschätzung. Sie argumentieren, dass Polymarket eher als kryptobasierter Derivatemarkt denn als Glücksspielplattform einzustufen sei. Zur Begründung verweisen sie darauf, dass Kontrakte über ein Orderbuch gehandelt werden und Positionen vor der Abrechnung geschlossen werden können.

Sollten die Fälle vor Gericht gelangen, könnte die entscheidende Frage sein, ob Polymarket als Glücksspielplattform oder als Derivatemarkt einzustufen ist.

Vor etwa einem Monat ordnete die südkoreanische Medienaufsicht an, den Zugang zu Polymarket im Inland zu sperren, da der Dienst ein Umfeld für illegales Glücksspiel schaffe.

Polymarket argumentierte seinerseits, dass die Plattform in Südkorea nicht als Glücksspielplattform betrachtet werden sollte. Das Unternehmen wies darauf hin, dass der Dienst non-custodial ist, keine Zahlungen in südkoreanischen Won akzeptiert und keine koreanischsprachige Benutzeroberfläche mehr anbietet.

Wenn eine Prognose eine Ermittlung auslöst

Nutzer von Prognosemärkten geraten zunehmend ins Zentrum von Ermittlungen, weil der Verdacht besteht, dass sie nicht öffentliche Informationen genutzt oder versucht haben, den Ausgang von Kontrakten zu beeinflussen.

So erhoben US-Behörden 2026 Anklage gegen den Google-Mitarbeiter Michele Spagnolo, der laut CFTC und Justizministerium durch Wetten unter Verwendung nicht öffentlicher Unternehmensinformationen rund 1,2 Mio. US-Dollar verdient haben soll. In einem anderen Fall wurde einem US-Soldaten vorgeworfen, mit Polymarket-Kontrakten mehr als 400.000 US-Dollar verdient zu haben, während er über geheime Informationen zu einem Militäreinsatz der USA verfügte.

Es gab auch ungewöhnlichere Fälle. In Frankreich untersucht die Polizei eine mögliche Manipulation von Wettersensoren am Flughafen Charles de Gaulle, nachdem ungewöhnliche Temperaturspitzen einigen Polymarket-Nutzern ermöglicht hatten, mit wetterbezogenen Kontrakten Tausende US-Dollar zu verdienen.

Ein ähnlicher Skandal ereignete sich auf der konkurrierenden Plattform Kalshi: Gegen den Teleprompter-Bediener von Donald Trump wurde ermittelt, nachdem er auf Wörter und Formulierungen aus bevorstehenden Reden des Präsidenten gewettet hatte, zu denen er durch seine Arbeit Zugang hatte. Später erklärte er sich bereit, mehr als 107.000 US-Dollar an Gewinnen zurückzuzahlen und eine Geldstrafe zu entrichten.

Zuvor hatte ein Insider-Trading-Fall bei Polymarket große Aufmerksamkeit erregt.

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