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Die Kryptobörse Bitget hat damit begonnen, Abhebungen schrittweise wiederherzustellen, nachdem bei einem Hack am 24. September rund 388 Mio. $ von der Plattform abgezogen wurden. Bitcoin-Abhebungen werden zuerst wieder freigeschaltet, weitere Assets folgen.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Die Börse teilte mit, dass sie am Montag BTC-Abhebungen über das Bitcoin-Netzwerk wieder geöffnet hat. Die übrigen Funktionen werden schrittweise zurückkehren, da jedes Netzwerk vor der Reaktivierung zusätzliche Sicherheitsprüfungen durchlaufen muss.
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Am 29. September will Bitget ETH-Abhebungen über Ethereum, BSC, Arbitrum, Base und Optimism wieder aufnehmen. USDT-Abhebungen über Ethereum, BSC, Solana und Tron sollen einen Tag später wieder möglich sein. Abhebungen für alle verbleibenden Assets, Fiat-Abhebungen und P2P-Transaktionen sollen am 2. Oktober vollständig wiederhergestellt sein.
Der Vorfall ereignete sich am 24. September. Der Angreifer erlangte über eine Schwachstelle in einem von Bitget eingesetzten Sicherheitsprodukt eines Drittanbieters hochrangige interne Zugangsdaten. Anschließend sendete er betrügerische Abhebungsbefehle, die die Risikokontrollen umgingen und unbefugte Transfers auslösten.
Nach Angaben der Börse wurden Private Keys nicht kompromittiert, während Nutzerbestände und Cold Wallets nicht betroffen waren. Früheren Berichten zufolge gehörten ETH, USDT, USDC, AVAX und BNB zu den transferierten Assets.
Bitget teilte mit, dass die Schwachstelle bereits behoben wurde und keine weiteren unbefugten Transfers stattgefunden haben. Mandiant und SlowMist unterstützen die Untersuchung.
Der Verlust von 388 Mio. $ machte den Angriff zum bislang größten gemeldeten Kryptodiebstahl in diesem Jahr. Die Börse erklärte, sie werde die Verluste vollständig über den Bitget User Protection Fund ausgleichen, der 5.500 BTC hält.
Bitget hat außerdem ein Belohnungsprogramm zur Wiederbeschaffung gestartet. Parteien, deren Maßnahmen direkt dazu beitragen, gestohlene Assets einzufrieren oder zurückzuerlangen, erhalten 5 % des erfolgreich wiederbeschafften Betrags.
Die Börse hat die Angreifer nicht identifiziert, beschrieb sie jedoch als hochentwickelte, staatlich unterstützte Gruppe. Bitget hatte zuvor erklärt, Nordkorea hinter dem Angriff zu vermuten.
Der Bitget-Hack wurde zu einem der größten Angriffe auf Kryptobörsen in der Geschichte der Branche. Nach eigener Schätzung der Börse erbeuteten die Angreifer rund 351,6 Mio. $. Damit liegt der Vorfall in einer ähnlichen Größenordnung wie die Hacks von Mt. Gox und FTX, bei denen Angreifer jeweils etwa 473 Mio. $ beziehungsweise 477 Mio. $ erbeuteten. Coincheck verzeichnete 2018 mit rund 534 Mio. $ einen noch größeren Verlust.
Der bislang größte dokumentierte Börsen-Hack geht weiterhin auf Bybit zurück. Im Februar 2025 erbeuteten Angreifer rund 1,46 Mrd. $ in Ethereum und verwandten Tokens, nachdem sie den Transaktionsfreigabeprozess kompromittiert hatten. Im Fall von Bitget erklärt die Börse, dass die Private Keys nicht kompromittiert wurden: Stattdessen erlangten die Angreifer Zugriff auf ein internes System zur Transaktionsautorisierung und umgingen die Risikokontrollen. Der Vorfall ist ein weiteres Beispiel dafür, dass sich moderne Angriffe zunehmend vom direkten Diebstahl von Keys auf die Infrastruktur rund um Krypto-Wallets verlagern.
Zur Erinnerung: Bitget-Wallets transferierten im Zuge von Sicherheitsbedenken mehr als 170 Mio. $.