Von Buffett bis Soros: Fünf Investoren, die zu Legenden wurden

Von Buffett bis Soros: Fünf Investoren, die zu Legenden wurden
Die 5 besten Investoren der Welt

Jeder liebt eine Erfolgsgeschichte: Über sie werden Bücher geschrieben, Filme gedreht und die Worte der Protagonisten in berühmte Zitate verwandelt. Die Fähigkeit, Geld klug zu verwalten und Kapital zu vermehren, kann manchmal beinahe wie Magie wirken. Doch jeder dieser Investoren schlug einen ganz eigenen Weg zum legendären Status ein.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Wenn eine gute Idee nicht ausreicht

The Economist untersuchte kürzlich, was einen wirklich großartigen Investor von Tausenden professionellen Vermögensverwaltern unterscheidet. Eines der wichtigsten Beispiele waren die Ereignisse im September 1992, als Stanley Druckenmiller seinem damaligen Chef George Soros vorschlug, britische Pfund im Wert von 5,5 Milliarden US-Dollar zu verkaufen und Deutsche Mark zu kaufen. Druckenmiller war überzeugt, dass die Bank of England nicht länger in der Lage sein würde, das Pfund innerhalb des Europäischen Wechselkursmechanismus zu halten.

Der vorgeschlagene Trade war bereits extrem: Rund 100 % des Kapitals des Quantum Fund wären in einer einzigen Position gebunden gewesen. Soros hielt Druckenmiller jedoch für zu vorsichtig und schlug vor, die Position mithilfe von Leverage auf etwa 200 % des Fondskapitals zu erhöhen. Großbritannien war schließlich gezwungen, die Stützung des Pfunds aufzugeben, die Währung stürzte ab und Quantum erzielte mit dem Trade rund 1 Milliarde US-Dollar. Soros wurde daraufhin als „der Mann, der die Bank of England sprengte“ bekannt.

Geschichten wie diese lassen sich nicht allein durch Marktanalysen erklären. Ein Investor muss eine Gelegenheit erkennen, bevor es andere tun, bereit sein, erhebliches Kapital darauf zu setzen, Phasen zu überstehen, in denen eine Strategie nicht funktioniert, und eine Idee bei Bedarf schnell aufzugeben. Hinter den fünf Investoren auf unserer Liste stehen genau solche Geschichten.

Warren Buffett – 60 Jahre gegen den Markt

Warren Buffett kaufte im Alter von 11 Jahren seine ersten Aktien und übernahm 1965 die Kontrolle über Berkshire Hathaway. In den folgenden sechs Jahrzehnten verwandelte er das ehemalige Textilunternehmen in einen Investmentgiganten. Von 1965 bis 2025 stieg der Marktwert einer Berkshire-Aktie durchschnittlich um 19,7 % pro Jahr. Der kumulierte Gewinn in diesem Zeitraum belief sich auf rund 6,1 Millionen Prozent. Ende 2025 trat Buffett als CEO von Berkshire zurück, blieb jedoch Vorsitzender des Verwaltungsrats.

Eine seiner bekanntesten Investitionen ist Coca-Cola. Bis Ende 1998 hatte Berkshire rund 1,3 Milliarden US-Dollar für den Aufbau seiner Beteiligung an dem Getränkehersteller ausgegeben, während deren Marktwert bereits 13,4 Milliarden US-Dollar erreicht hatte. Buffetts Portfolio umfasste im Laufe der Jahre außerdem bedeutende Beteiligungen an American Express, Apple, Bank of America und anderen Unternehmen. Forbes schätzt sein Nettovermögen derzeit auf rund 144 Milliarden US-Dollar, obwohl er im Laufe seines Lebens bereits mehr als 68 Milliarden US-Dollar für wohltätige Zwecke gespendet hat.

George Soros – der Investor, der Risiko zu seinem Beruf machte

Bis 1992 verwaltete Soros bereits seit mehr als 20 Jahren große Kapitalbeträge. 1969 begann er in New York mit der Verwaltung von Kundengeldern und gründete später den Quantum Fund. Über drei Jahrzehnte erzielte der Fonds durchschnittliche jährliche Renditen von rund 31 %. Soros setzte große Beträge auf Währungen, Aktien, Anleihen und Veränderungen in der Weltwirtschaft, häufig unter Einsatz von Leverage. 2007 beteiligte er sich beispielsweise wieder aktiv an der Verwaltung des Fonds und erzielte rund 32 %, als sich die Finanzkrise näherte.

Bis 2011 verwaltete Soros Fund Management rund 25,5 Milliarden US-Dollar. Soros gab anschließend weniger als 1 Milliarde US-Dollar an externe Investoren zurück und wandelte das Unternehmen in ein Family Office um, das sich auf die Verwaltung seines eigenen Vermögens konzentrierte. Forbes schätzt sein Nettovermögen derzeit auf rund 7,5 Milliarden US-Dollar, doch diese Zahl spiegelt nicht alles wider, was er verdient hat: Bis 2018 hatte Soros 18 Milliarden US-Dollar an die Open Society Foundations übertragen. Zeitweise überstieg sein persönliches Vermögen 20 Milliarden US-Dollar.

Stanley Druckenmiller – 30 Jahre ohne Verlustjahr

Druckenmiller ist in der breiten Öffentlichkeit weit weniger bekannt als Buffett oder Soros, doch seine Erfolgsbilanz bleibt eine der ungewöhnlichsten in der Investmentbranche. Von 1981 bis 2010 verwaltete er Duquesne Capital und erzielte jährliche Renditen von rund 30 %, ohne ein einziges Verlustjahr zu verzeichnen. Selbst 2008, als der durchschnittliche Hedgefonds fast 20 % verlor, legte Duquesne rund 11 % zu.

Im Jahr 2000 gab Druckenmiller alle seine anderen Tätigkeiten auf, um sich ausschließlich auf Duquesne Capital zu konzentrieren. Zehn Jahre später schloss er den Fonds und zahlte das Geld an die Investoren zurück; zu diesem Zeitpunkt verwaltete er rund 12 Milliarden US-Dollar. Seitdem investiert Druckenmiller sein eigenes Kapital über das Duquesne Family Office. Forbes schätzt sein Nettovermögen auf rund 7,8 Milliarden US-Dollar.

Ray Dalio – ein Fonds, der in einer Zweizimmerwohnung entstand

Ray Dalio gründete Bridgewater Associates 1975 aus seiner Zweizimmerwohnung in New York heraus. Zehn Jahre später gewann das Unternehmen seinen ersten großen institutionellen Kunden, als die Weltbank ihm 5 Millionen US-Dollar zur Verwaltung anvertraute. Bridgewater entwickelte sich schließlich zur weltweit größten Hedgefonds-Gesellschaft. Heute verwaltet sie rund 92 Milliarden US-Dollar, während Forbes D alios Nettovermögen auf 15,4 Milliarden US-Dollar schätzt.

Seine Karriere wäre beinahe beendet gewesen, bevor sie richtig begonnen hatte. Nachdem Dalio eine falsche Einschätzung der US-Wirtschaft getroffen hatte, verlor er sowohl sein eigenes Geld als auch Kundengelder und musste sich von seinem Vater 4.000 US-Dollar leihen, um die Familienausgaben zu decken. Bridgewater legte später seine Vorzeigestrategie Pure Alpha auf, die seit ihrer Einführung 1991 durchschnittlich rund 11,4 % pro Jahr erzielt hat. Allein 2025 legte der Fonds um 33 % zu.

Ken Griffin – vom Harvard-Wohnheim zum Citadel-Imperium

Ken Griffin begann bereits während seines Studiums in Harvard mit dem Trading. 1987 verwaltete er rund 265.000 US-Dollar, die er von Verwandten und Bekannten eingesammelt hatte, und installierte sogar eine Satellitenschüssel auf dem Dach seines Wohnheims, um Echtzeitkurse zu empfangen. Seine Short-Positionen erzielten während des Börsencrashs am Black Monday Gewinne. 1990 gründete Griffin im Alter von 22 Jahren mit nur 4,6 Millionen US-Dollar Kapital das Unternehmen, aus dem Citadel hervorgehen sollte.

Heute bezeichnet sich Citadel auf Grundlage der kumulierten Nettogewinne als der profitabelste Hedgefonds-Manager der Geschichte. Zum 1. August 2026 belief sich das Investmentkapital auf 77 Milliarden US-Dollar, während Forbes Griffins Nettovermögen auf rund 53 Milliarden US-Dollar schätzt. Der Weg war jedoch nicht von ununterbrochenem Wachstum geprägt: Während der Finanzkrise 2008 verloren die Vorzeigefonds von Citadel rund 50 %, nur um im folgenden Jahr um etwa 62 % zuzulegen.

Warum Elon Musk nicht auf der Liste steht

Was das Vermögen betrifft, liegt Elon Musk weit vor allen anderen auf dieser Liste. Forbes schätzt sein Nettovermögen derzeit auf rund 872 Milliarden US-Dollar; im Juni 2026 überstieg es nach dem Börsengang von SpaceX kurzzeitig 1 Billion US-Dollar. Damit wurde Musk zum ersten Billionär der Geschichte.

Musk baute den Großteil seines Vermögens jedoch nicht durch Investitionen auf. Er gründete SpaceX selbst, führt Tesla seit Jahrzehnten als CEO und ein großer Teil seines Vermögens stammt aus Beteiligungen an Unternehmen, die er gegründet oder mit aufgebaut hat. Buffett, Soros, Druckenmiller, Dalio und Griffin bauten ihre Karrieren hauptsächlich auf der Verwaltung von Kapital und der Auswahl von Investments auf, während Musks Geschichte in erster Linie die eines Unternehmers ist, der Unternehmen gründet und große Beteiligungen daran behält.

Auch unter diesen fünf legendären Investoren gibt es keine einheitliche Erfolgsformel. Buffett hielt jahrzehntelang an starken Unternehmen fest, Soros und Druckenmiller setzten große Beträge auf Marktveränderungen, Dalio verwandelte das Investieren in ein System und Griffin konzentrierte sich auf Technologie und Skalierung. Was sie verbindet, ist nicht eine bestimmte Strategie, sondern die Fähigkeit, jahrzehntelang an ihrem eigenen Ansatz festzuhalten und ihn zugleich aufzugeben, wenn die Fakten zeigen, dass sie falschliegen.

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