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Der Bekleidungsmarkt durchläuft eine schwierige Phase: Die Verbraucher schränken ihre Ausgaben ein, während der Wettbewerb zwischen den Marken härter wird. Doch Inditex, der Eigentümer von Zara, steigert weiterhin sowohl Umsatz als auch Gewinn. Während andere Einzelhändler nach Stabilität suchen, wächst der spanische Konzern selbstbewusst weiter.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Im ersten Halbjahr 2026 steigerte Inditex den Umsatz laut der Website des Konzerns um 7,6 % auf 23 Milliarden US-Dollar. Bereinigt um Währungseffekte stieg der Umsatz um 9,2 %. Auf Zara, Zara Home und Lefties entfielen rund 16 Milliarden US-Dollar Umsatz. Inditex besitzt außerdem Pull&Bear, Massimo Dutti, Bershka, Stradivarius und Oysho.
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Der Nettogewinn des Konzerns stieg im ersten Halbjahr um 6,8 % auf 3,5 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 7,6 % auf 4,4 Milliarden US-Dollar. Der Free Cashflow wuchs noch schneller und stieg von 1,4 Milliarden auf 2,7 Milliarden US-Dollar – nahezu eine Verdopplung.
Das Wachstum setzte sich nach Ende des Berichtszeitraums fort. Zwischen dem 1. August und dem 7. September stiegen die Umsätze in den Filialen und online um weitere 9 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Ende Juli betrieb Inditex weltweit 5,444 Filialen.
Inditex investiert weiter darin, Zara als eine hochwertigere und profiliertere Marke zu positionieren. Das Unternehmen eröffnet große Flagship-Stores, modernisiert wichtige Standorte und arbeitet mit renommierten Designern zusammen. In diesem Jahr holte Zara beispielsweise den früheren Kreativdirektor von Dior, John Galliano, als Gastdesigner an Bord. Seine erste Kollektion soll im September erscheinen, berichtete Bloomberg.
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Gleichzeitig gibt das Unternehmen Kunden im Massenmarkt nicht auf. Laut Barclays kosten die meisten Zara-Produkte weiterhin weniger als 58 US-Dollar. Für preisbewusstere Verbraucher baut Inditex Lefties aus, die günstigste Marke des Konzerns, die mit Shein und Primark konkurriert. Im August eröffnete Lefties seine erste Filiale in Liverpool, während Inditex plant, die Marke im kommenden Jahr in Deutschland einzuführen.
Ein weiterer Vorteil von Inditex ist die Fähigkeit, das Sortiment während der Saison anzupassen. Das Unternehmen kontrolliert einen großen Teil der Wertschöpfungskette – vom Design und der Beschaffung bis hin zu Logistik und Vertrieb – und kann dadurch schneller auf Veränderungen bei Nachfrage und Modetrends reagieren. Im ersten Halbjahr nahm Inditex in 51 Märkten Neueröffnungen, Standortverlagerungen, Erweiterungen und Renovierungen vor.
Gleichzeitig investiert Inditex weiterhin umfangreich in Filialen und Logistik. Im Jahr 2026 will das Unternehmen rund 2,7 Milliarden US-Dollar in die Expansion investieren, zusätzlich etwa 230 Millionen US-Dollar in die Modernisierung seiner Unternehmensinfrastruktur. Laut RBC liegen die jährlichen Investitionsausgaben von Inditex etwa dreimal so hoch wie die von H&M.
Die Widerstandsfähigkeit des Geschäfts zeigt sich auch im Aktienkurs. In den vergangenen 12 Monaten legten die Inditex-Aktien um rund 34 % zu und erreichten im August ein Allzeithoch. Die Marktkapitalisierung des Konzerns stieg auf etwa 205 Milliarden US-Dollar und übertraf zeitweise die von Hermès.
Vor diesem Hintergrund wirken einige Wettbewerber schwächer. Inditex wächst weiterhin schneller als H&M und investiert jährlich etwa dreimal so viel wie der schwedische Konzern. Shein steht vor einer noch schwierigeren Situation: Das Umsatzwachstum verlangsamte sich vor dem Börsengang, während die Bewertung deutlich unter den 2022 erreichten Spitzenwerten lag.
Das von Amancio Ortega gegründete Unternehmen wird inzwischen von einer neuen Generation geführt: Seine Tochter Marta Ortega ist Vorsitzende von Inditex. Eine weitere Tochter, Sandra Ortega, bleibt eine bedeutende Aktionärin des Konzerns. Das grundlegende Geschäftsmodell ist jedoch unverändert geblieben – schnelle Anpassungen des Sortiments, die Bedienung verschiedener Preissegmente und anhaltend hohe Investitionen in Filialen und Logistik.
Inditex erzielt kein zweistelliges Gewinnwachstum und versucht auch nicht, den Markt jedes Quartal mit Rekordzahlen zu überraschen. Doch während die Verbraucher vorsichtiger ausgeben, steigert der Konzern weiterhin den Umsatz, generiert mehr Free Cashflow und investiert Milliarden US-Dollar in seine weitere Expansion.
Amancio Ortega zog sich schon vor langer Zeit aus dem Tagesgeschäft zurück, doch das von ihm geschaffene System hat den Generationenwechsel überstanden und funktioniert weiterhin. Für Inditex war der derzeit schwierige Markt bislang weniger eine Bremse als vielmehr eine Gelegenheit zu zeigen, wie widerstandsfähig das Geschäft über Zara hinaus geworden ist.