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Heineken zufolge senken GLP-1-Medikamente wie Ozempic durch ein stärkeres Sättigungsgefühl und weniger Getränkerunden die Lust auf Alkohol. Die Trinkhäufigkeit der Anwender ist bereits um 29% zurückgegangen. Experten gehen davon aus, dass bis 2027 bis zu sieben Millionen Erwachsene in Großbritannien Ozempic nutzen könnten. Können Brauereien ihre Strategien also anpassen, um wirksam auf den strukturellen Absatzrückgang zu reagieren?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Heineken besitzt mehr als 2.000 Kneipen in Großbritannien. Das Unternehmen empfahl den Betreibern, halbe Pints und alkoholarme sowie alkoholfreie Getränke stärker anzubieten. So lasse sich dem zunehmenden Rückgang bei Besuchen und Ausgaben begegnen.
„Wir beobachten bei (GLP-1-)Anwendern Veränderungen im Konsumverhalten und werden weiter verfolgen, wie sich diese Verhaltensweisen 2027 entwickeln“, erklärte Heineken. Dringende Maßnahmen sollen jedoch sofort ergriffen werden.
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Die Anwender verzichten nicht vollständig auf Alkohol, bevorzugen aber eher kleinere Portionen und hochwertigere Produkte. Zuvor hatten große Alkoholhersteller die Auswirkungen von GLP-1 als vergleichsweise gering bezeichnet. Heinekens Entscheidung, seine Kneipenbetreiber zu informieren, bestätigt jedoch, dass die Gefahr real ist und betriebliche Anpassungen in diesem Jahr zwingend erforderlich sind.
Das Marktforschungsunternehmen Circana beobachtete US-Haushalte von 2024 bis 2026. Nach zwei Jahren gaben Haushalte mit einem GLP-1-Anwender monatlich rund 7% weniger für Alkohol aus als durchschnittliche Haushalte. Bei Bier war der Rückgang noch größer: 13,5% weniger, einschließlich der Käufe für den Konsum zu Hause und außer Haus. In Großbritannien ergab eine Studie der Beratungsfirma KAM und der Wohltätigkeitsorganisation Drinkaware, dass GLP-1-Anwender ihre Trinkhäufigkeit um fast 30% verringerten. Der wöchentliche Alkoholkonsum sank um 16%, von 4,3 auf 3,6 Einheiten.
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Die Ausgaben für Alkohol zum Konsum zu Hause gingen um 22% zurück. Kneipen, Bars und Restaurants verzeichneten einen Umsatzrückgang von 30%. 34% der Anwender berichteten von geringerem Interesse an Alkohol, während 18% angaben, dass Alkoholkonsum körperliche Beschwerden wie Übelkeit verursache. JPMorgan schätzt, dass im vergangenen Jahr 10 Millionen Menschen in den USA Medikamente wie Ozempic und Wegovy verwendeten.
In Großbritannien könnte die Zahl der Erwachsenen, die GLP-1-Medikamente einnehmen, bis 2027 auf drei bis sieben Millionen steigen. Daten von Heineken UK zufolge erzielte Bier in Kneipen, Bars und Restaurants einen Umsatz von 14 Mrd. £; 300 Mio. £ davon entfielen auf alkoholfreie und alkoholreduzierte Produkte.
Bei Bier ist der Nachfragerückgang im Vergleich zu anderen Alkoholsegmenten am stärksten. Vor allem Trinkgelegenheiten mit mehreren Getränken werden durch die Medikamente beeinträchtigt. Zehn der elf von Reuters befragten GLP-1-Anwender sagten, sie hätten ihren Konsum reduziert. Eine Umfrage der Scottish Licensed Trade Association bestätigte, dass die Abnehmmedikamente in den meisten Fällen für einen Rückgang der Besuche um 16% verantwortlich waren.
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Joseph Schacht, Professor für Psychiatrie an der University of Colorado Anschutz, bezeichnete die mögliche therapeutische Wirkung als potenziellen „Prozac-Moment“ für die Suchtbehandlung. Derselbe Mechanismus, der Patienten mit einer Alkoholgebrauchsstörung hilft, setzt die Hersteller wirtschaftlich unter Druck: Auch Gruppen von moderaten Trinkern reduzieren ihren Konsum.
Heinekens Empfehlungen sind praxisnah: Kleinere Gläser könnten einen Teil des Umsatzes sichern und zugleich dem geringeren Appetit Rechnung tragen. Alkoholarme und alkoholfreie Angebote geben Kunden einen Grund, in der Lokalität zu bleiben. Kleinere Gerichte statt großer Mahlzeiten könnten Kneipen helfen, die Kundenbindung zu wahren und zugleich ausreichende Ausgaben zu erzielen. Möglicherweise sind jedoch weitere Innovationen erforderlich.
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Die Brauerei erklärt, ihr Portfolio könne den Wandel hin zu Premiumprodukten und alkoholärmeren Getränken erleichtern. Andere Betreiber haben ihre Pläne bislang nicht offengelegt. Die Herausforderung besteht darin, den Absatzrückgang teilweise in Zuwächse umzuwandeln. Besonders wichtig ist es, die Besucherzahlen insgesamt auf einem zufriedenstellenden Niveau zu halten. Restaurants, die ihre Angebote nicht anpassen können, müssen möglicherweise sowohl mit geringeren durchschnittlichen Ausgaben als auch mit weniger Besuchen rechnen.
Die Auswirkungen von GLP-1 kommen zu weiteren Faktoren hinzu: gesundheitsbewussterer Konsum, hohe Lebenshaltungskosten und Veränderungen zwischen den Generationen. All dies erklärt, warum exzessives Trinken weniger beliebt ist als früher. Europa bleibt Heinekens umsatzstärkste Region; Absatzdruck in Großbritannien und ähnlichen Märkten könnte das Gesamtwachstum gefährden. Anleger werden beobachten, ob Unternehmen ihre Margen durch Preis- und Sortimentsentscheidungen verteidigen können.
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Unternehmen, die frühzeitig ihr Angebot an alkoholfreien und alkoholarmen Getränken erweitern und zugleich ihre Gastronomiekonzepte überarbeiten, sehen den Trend als nachhaltig an. Sie könnten sich als erfolgreicher erweisen als jene, die die jüngsten Entwicklungen ignorieren. Experten werden die Lage in der Branche weiter analysieren. Die Daten zu den Konsumausgaben zeigen jedoch, dass sich die traditionelle Kultur des Biertrinkens in mehreren Runden rasant zu neuen, stärker an den Verbrauchern orientierten Modellen wandelt.