Iran signalisiert Durchbruch bei Schifffahrtsgesprächen zur Straße von Hormus mit dem Oman

Iran signalisiert Durchbruch bei Schifffahrtsgesprächen zur Straße von Hormus mit dem Oman
Iran und Oman kurz vor Abkommen über temporäre Hormus-Route

Der Iran gibt bekannt, dass die Verhandlungen mit dem Oman über eine temporäre Handelsroute durch die Straße von Hormus in die Endphase eingetreten sind. Die Fortschritte haben vorsichtige Hoffnungen geweckt, dass der Schiffsverkehr durch eine Wasserstraße, die etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssigerdgashandels abwickelt, wieder freier fließen könnte.

Das Wichtigste

  • Iran und Oman haben sich auf die Koordinaten der Routen geeinigt.
  • Eine gemeinsame Erklärung steht kurz vor dem Abschluss.
  • Der Korridor könnte bis zu vier Monate lang betrieben werden.
  • Wichtige Sicherheitsstreitigkeiten bleiben ungelöst.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Laut BBC erklärten iranische Beamte, dass die geografischen Koordinaten des vorgeschlagenen Korridors vereinbart wurden und eine gemeinsame Erklärung derzeit finalisiert wird. Die Route könnte für zwei bis vier Monate in Betrieb sein, obwohl Teheran warnte, dass die Vereinbarung allein keine sichere Schifffahrt garantiere, solange umfassendere militärische Spannungen ungelöst bleiben.

Temporäre Schifffahrtsroute nimmt Gestalt an

Die Verhandlungen konzentrierten sich darauf, nach Monaten schwerer Störungen eine sicherere Passage für Handelsschiffe zu schaffen. Iranische Beamte sagten, die Seiten hätten in den meisten technischen Fragen Einvernehmen erzielt, einschließlich der Ein- und Ausfahrtspunkte für den Seeverkehr.

Große Teile des vorgeschlagenen Korridors würden durch iranische Hoheitsgewässer verlaufen, während andere Teile durch omanische Gewässer führen würden. Bestehende temporäre Passagen würden geschlossen, sobald die neue Route den Betrieb aufnimmt.

Das Abkommen bleibt vorläufig. Teheran verknüpft eine dauerhafte maritime Sicherheit weiterhin mit der Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen und einem Ende des militärischen Drucks gegen das Land. Weder Washington noch der Oman haben die jüngste iranische Darstellung öffentlich bestätigt.

Gebühren und maritime Kontrolle bleiben umstritten

Der vorgeschlagene Korridor befasst sich mit der physischen Schifffahrtsroute, löst jedoch nicht alle politischen Meinungsverschiedenheiten rund um die Meerenge. Ein offener Punkt ist die Frage, ob Schiffe Gebühren für die Durchfahrt oder damit verbundene Dienstleistungen zahlen sollten.

Berichten zufolge hat der Iran Gebühren gefordert, die an den Wert der Ladung gekoppelt sind, während der Oman eine niedrigere Gebührenstruktur diskutiert hat. Die Vereinigten Staaten lehnen obligatorische Zahlungen ab und widersetzen sich jeder Regelung, die Teheran die effektive Kontrolle über den internationalen Verkehr überlassen würde.

Der Iran vertritt zudem den Standpunkt, dass Schiffe, die in den Golf einfahren, eine vorherige Genehmigung benötigen. Washington argumentiert, dass kein einzelnes Land die Schifffahrt durch eine internationale Wasserstraße kontrollieren sollte.

Der jüngste Plan könnte dennoch einen vorübergehenden Kompromiss bieten. Die Aufteilung der Route zwischen iranischen und omanischen Gewässern könnte es ermöglichen, einen Teil des Handelsverkehrs wieder aufzunehmen, ohne eine sofortige Beilegung des umfassenderen Streits zu erfordern.

Ölmärkte preisen vorsichtige Fortschritte ein

Die Ölpreise legten leicht zu, da Händler die Fortschritte in den Gesprächen gegen das Risiko weiterer Störungen abwogen. Brent -Rohöl stieg um 0,26 % auf 79,62 $ pro Barrel, während US West Texas Intermediate (WTI) um 0,21 % auf 75,23 $ pro Barrel zulegte, was darauf hindeutet, dass die Märkte trotz der Möglichkeit einer vorübergehenden Wiedereröffnung vorsichtig bleiben.

Der Verkehr durch Hormus ist stark zurückgegangen, seit der Konflikt begann, was einige Tanker zwang, Fahrten zu verschieben, Routen zu ändern oder ohne aktive Transponder zu fahren. Die Störung hat zudem die Versicherungskosten erhöht und die Volatilität an den globalen Energiemärkten verstärkt.

Ein funktionierender Korridor könnte den Druck auf Öl-, LNG- und Düngemittellieferungen lindern. Schiffseigentümer und Versicherer werden jedoch wahrscheinlich auf Beweise warten, dass die Route sicher ist, bevor sie den normalen Betrieb wieder aufnehmen.

Ein kritischer Test für globale Energieströme

Die zentrale Frage ist, ob das Abkommen die anhaltenden Spannungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten überstehen kann. Eine dauerhafte Wiedereröffnung würde eines der größten Risiken für die globale Energieversorgung verringern und könnte zur Stabilisierung der Schifffahrtskosten beitragen.

Ein erneutes Scheitern würde schnell wieder Sorgen über Engpässe aufkommen lassen und den Ölpreisen einen geopolitischen Aufschlag verleihen. Da normalerweise etwa 20 % des weltweiten Öl- und LNG-Handels durch Hormus fließen, könnte selbst eine temporäre Route erhebliche Auswirkungen auf die Energiemärkte haben.  

Zuvor berichteten wir, dass Trump den Iran zu einem sofortigen Hormus-Deal drängt, während die Schifffahrtsrisiken fortbestehen.

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