Kuwait und Katar erhöhen ihre Öllieferungen durch Hormus

Kuwait und Katar erhöhen ihre Öllieferungen durch Hormus
Ölströme aus der Golfregion erholen sich und drücken die Rohölpreise

​Kuwait und Katar transportieren deutlich mehr Rohöl durch die Straße von Hormus und setzen damit die Erholung der Ölexporte aus der Golfregion fort, wodurch die Sorgen vor anhaltenden Versorgungsengpässen nachlassen. Der Anstieg liefert weitere Hinweise darauf, dass die regionalen Produzenten trotz der anhaltenden Sicherheitsrisiken rund um die Wasserstraße Wege finden, ihre Ölmengen zu transportieren.

Das Wichtigste

  • Kuwait und Katar stellen etwa 70 % ihrer Vorkriegs-Lieferströme wieder her.
  • Die Öllieferungen durch Hormus haben sich seit Mitte Juli etwa verdoppelt.
  • Steigende Exporte aus der Golfregion reduzieren die Risikoprämie auf Rohöl.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Die beiden Länder haben ihre Lieferungen auf etwa 70 % des Vorkriegsniveaus wiederhergestellt, nachdem sie zuvor zusammen 2 Millionen Barrel pro Tag exportiert hatten, berichtet Bloomberg. Die Erholung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien größere Mengen durch oder um Hormus transportieren und sich dabei häufig auf sorgfältig koordinierte Tankerbewegungen sowie Umladungen von Schiff zu Schiff im Golf von Oman stützen.

Golfproduzenten bauen Exportströme wieder auf

Kuwait und Katar begannen etwa im Juni mit Shuttle-Operationen und haben die Mengen schrittweise erhöht. Bei dieser Strategie übertragen Tanker, die bereit sind, die riskante Passage durch Hormus zu befahren, ihr Rohöl außerhalb der Meerenge auf andere Schiffe. Dadurch wird die Zahl der Schiffe reduziert, die dem gefährlichsten Abschnitt der Route direkt ausgesetzt sind.

Kuwait stützt sich stark auf seine eigene Flotte, zu der 11 Very Large Crude Carriers gehören. Mehrere dieser Schiffe waren über längere Zeiträume unterwegs, ohne regelmäßig Satellitensignale zu übertragen, wodurch kommerzielle Tracking-Dienste das tatsächliche Ausmaß der Lieferungen schwerer erfassen können.

Katar setzt stärker auf kommerzielle Transportunternehmen. QatarEnergy hat außerdem Rohölladungen angeboten, die über Umladungen von Schiff zu Schiff im Golf von Oman abgewickelt werden. Dadurch können Käufer das Öl außerhalb des sensibelsten Abschnitts der Schifffahrtsroute übernehmen.

Das System ist nicht risikofrei. Ein Supertanker der Kuwait Petroleum Corp. wurde Anfang August bei der Durchfahrt durch Hormus getroffen. Dies verdeutlicht die anhaltende Sicherheitsbedrohung, die viele kommerzielle Schiffe weiterhin von der Route abhält.

Mehr Barrel erreichen die globalen Märkte

Händler schätzen, dass derzeit etwa 7 bis 8 Millionen Barrel pro Tag durch Hormus ausgeführt werden, verglichen mit rund 4 Millionen Barrel pro Tag Mitte Juli. Damit würden die Lieferströme etwa drei Viertel ihres Vorkriegsniveaus erreichen. Separate Schätzungen liegen weiterhin höher: Vortexa bezifferte den Sieben-Tage-Durchschnitt kürzlich auf knapp 10 Millionen Barrel pro Tag.

Die Abweichung zeigt, wie schwierig die Handelsströme inzwischen zu überwachen sind. Einige Tanker schalten ihre Transponder aus, während Umladungen von Schiff zu Schiff und unkonventionelle Routen die Schätzungen erschweren. Kommerzielle Tracking-Unternehmen kommen daher zu deutlich unterschiedlichen Einschätzungen der Erholung.

Für Kuwait hat der verbesserte Zugang außerdem ermöglicht, zusätzliches Rohöl über die Mengen hinaus in den Spotmarkt zurückzuführen, die langfristig an asiatische Kunden gebunden sind. Das ist relevant, weil zusätzliches Spotangebot die Preise schneller beeinflussen kann als vertraglich vereinbarte Mengen.

Erholung des Angebots nimmt dem Ölmarkt die Spannung

Die zunehmenden Lieferströme schwächen eines der wichtigsten Argumente für die Aufrechterhaltung einer hohen geopolitischen Prämie beim Rohöl. Wenn mehr Barrel die Käufer erreichen, sinkt die Wahrscheinlichkeit eines unmittelbaren physischen Engpasses, auch wenn Hormus weiterhin gefährlich ist und der Verkehr noch nicht vollständig normalisiert wurde.

Die Ölpreise spiegelten diese Entwicklung am Donnerstag wider. Nach den neuesten Marktdaten fiel Brent -Rohöl um 1,06 % auf 85,77 $ pro Barrel, während WTI um 1,09 % auf 81,01 $ pro Barrel nachgab. Die Rückgänge stehen im Einklang damit, dass Händler ein verbessertes Angebot aus der Golfregion sowie Fortschritte bei Vereinbarungen für die Schifffahrt durch Hormus einpreisen. Rohöl ist bereits deutlich von den während der akutesten Konfliktphase erreichten Niveaus zurückgegangen, doch die anhaltenden Sicherheitsrisiken verhindern, dass die geopolitische Prämie vollständig verschwindet.

Wir berichteten außerdem über US-Ziele gegen ausländische Partner, die den Handel mit Iran aufrechterhalten.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.