US-kanadische Handelsgespräche gewinnen vor den Zwischenwahlen an Fahrt.

US-kanadische Handelsgespräche gewinnen vor den Zwischenwahlen an Fahrt.
USA und Kanada streben Entlastung bei Stahl- und Autozöllen an

​Die Vereinigten Staaten und Kanada haben ihre Bemühungen zur Senkung der Zölle auf Stahl und Automobile wieder aufgenommen. Damit wächst die Aussicht auf ein begrenztes Handelsabkommen vor den US-Zwischenwahlen am 3. November. Die Verhandlungen haben an Fahrt gewonnen, nachdem sie im August gescheitert waren. Streitigkeiten über den Marktzugang und Kanadas handelspolitische Unabhängigkeit sind jedoch weiterhin ungelöst.

Das Wichtigste

  • USA und Kanada streben Zollentlastung an.
  • Handelsgespräche gewinnen vor den Wahlen an Fahrt.
  • Zentrale Handelsstreitigkeiten bleiben ungelöst.

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Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die US-Zölle aus Gründen der nationalen Sicherheit nach Section 232, darunter Abgaben von bis zu 50 % auf kanadischen Stahl und 25 % auf Automobile. Wie Reuters berichtet, prüfen die Verantwortlichen gezielte Entlastungen, während der politische Druck in US-Bundesstaaten zunimmt, deren Hersteller und Landwirte stark vom grenzüberschreitenden Handel abhängig sind.

Handelsgespräche gewinnen wieder an Fahrt

US-Handelsminister Howard Lutnick und der kanadische Handelsminister Dominic LeBlanc stehen weiterhin regelmäßig in Kontakt, während beide Regierungen mögliche Zollsenkungen prüfen. Das US-Handelsministerium spielt dabei eine zentrale Rolle, da die diskutierten Maßnahmen unter Section 232 des US-Handelsrechts fallen.

Der kanadische Premierminister Mark Carney räumte am Montag eine Zunahme der diplomatischen Aktivitäten ein, deutete jedoch an, dass Ottawa seine Verhandlungsposition nicht aufgeweicht habe. Kanada strebt weiterhin ein Abkommen an, das seinen Industriesektor schützt und dem Land die Möglichkeit lässt, unabhängig mit anderen Handelspartnern zu verhandeln.

Die vorherige Verhandlungsrunde endete im August im Streit über Autozölle und geplante Beschränkungen der kanadischen Handelspolitik. Ottawa wandte sich zudem gegen Bestimmungen, die heimische Regulierungsvorschriften und die Automobilindustrie des Landes betreffen.

Ein enger gefasstes Abkommen über ausgewählte Industriegüter könnte leichter zu erreichen sein als eine umfassende Einigung. Der Zeitplan bleibt jedoch ungewiss, zumal Washington weitere Zugeständnisse von Kanada fordert.

Wahldruck erhöht die Dringlichkeit

Der Zollstreit ist zu einem Thema in umkämpften Kongresswahlen geworden, insbesondere in Michigan und Maine, wo Unternehmen auf kanadische Importe und integrierte Lieferketten angewiesen sind.

Republikanische Kandidaten hinterfragen zunehmend die wirtschaftlichen Folgen anhaltender Handelsbeschränkungen. Die Regierung hat kürzlich einige Zölle auf kanadische Landmaschinen, Verpackungsmaterialien und andere Produkte aufgehoben und zugleich Abgaben auf weitere Importkategorien eingeführt.

Präsident Donald Trump deutete an, dass ein Abkommen bald zustande kommen könnte. Keine der beiden Regierungen hat jedoch einen Zeitplan bekannt gegeben oder endgültige Bedingungen festgelegt.

Industriekosten und Handelsbeziehungen stehen auf dem Spiel

Eine Zollentlastung könnte die Kosten für Hersteller senken, die beiderseits der US-kanadischen Grenze tätig sind. Das gilt insbesondere für Autohersteller, die während der Produktion Teile zwischen ihren Werken transportieren.

Auf dem Spiel steht mehr als nur die unmittelbare Kostenbelastung. Washington hat damit gedroht, die Zölle auf kanadischen Stahl und Autoimporte ab dem 1. Januar 2027 auf 50 % zu erhöhen. Das schafft Unsicherheit für künftige Investitionsentscheidungen.

Für Kanada würde ein Abkommen den Zugang zu seinem wichtigsten Exportmarkt stabilisieren. Für US-Hersteller könnten niedrigere Zölle die Kosten in der Lieferkette senken und zugleich bestehende nordamerikanische Produktionsnetzwerke erhalten.

Eine begrenzte Einigung würde zwar nicht alle Handelsstreitigkeiten beilegen, könnte aber nach den Wahlen die Grundlage für umfassendere Verhandlungen schaffen.

Zuvor berichteten wir, dass der kanadische Premierminister Mark Carney dazu aufrief, die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Kanada und Europa zu vertiefen.

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