Elena Nikulina

IWF genehmigt Finanzierungsfazilität für Bolivien zur Unterstützung von Stabilitätsreformen

IWF genehmigt Finanzierungsfazilität für Bolivien zur Unterstützung von Stabilitätsreformen
Bolivien sichert sich IWF-Unterstützung

Bolivien sichert sich ein neues mehrjähriges IWF-Programm, während die Behörden fiskal-, geld- und strukturpolitische Änderungen zur Stabilisierung der Wirtschaft vorantreiben. Die 36-monatige Vereinbarung gewährt Zugang zu rund 1,9 Mrd. US-Dollar und dürfte dazu beitragen, weitere Finanzierungen in Höhe von etwa 4 Mrd. US-Dollar von anderen internationalen Finanzinstitutionen zu mobilisieren.

Das Wichtigste

  • Das IWF-Exekutivdirektorium hat für Bolivien eine 36-monatige Extended Fund Facility mit einem Zugang von 1,369 Mrd. SZR (rund 1,9 Mrd. US-Dollar) genehmigt, einschließlich einer sofortigen Auszahlung von 156 Mio. SZR.
  • Das Programm zielt darauf ab, die makroökonomische Stabilität wiederherzustellen, soziale Sicherungsnetze zu stärken, Reserven wiederaufzubauen, Schwachstellen zu verringern sowie flexiblere Wechselkurse und verbesserte geldpolitische Rahmenwerke zu ermöglichen.
  • Die Reformen umfassen den Abbau von Treibstoffsubventionen, eine vorgezogene fiskalische Konsolidierung, eine stärkere Finanzsektoraufsicht und Strukturmaßnahmen zur Verbesserung von Governance, Investitionsklima und formeller Beschäftigung.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Programmbedingungen und Reformprioritäten

Wie der Internationale Währungsfonds berichtet, hat sein Exekutivdirektorium für Bolivien eine 36-monatige Vereinbarung im Rahmen der Extended Fund Facility mit einem Zugang von 1,369 Mrd. SZR genehmigt, was 570 Prozent der Quote beziehungsweise rund 1,9 Mrd. US-Dollar entspricht. Die Genehmigung ermöglicht eine sofortige Auszahlung von 156 Mio. SZR, rund 214 Mio. US-Dollar, während spätere Auszahlungen über die Laufzeit der Vereinbarung gestaffelt erfolgen und von Programmüberprüfungen abhängen.

Nach Angaben der Behörden zielt das Programm darauf ab, die makroökonomische Stabilität wiederherzustellen, soziale Sicherungsnetze zu stärken, internationale Reserven wiederaufzubauen, fiskalische und externe Schwachstellen zu verringern, die Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors zu erhöhen und nachhaltiges, inklusives, vom Privatsektor getragenes Wachstum zu fördern. Die Unterstützung des IWF soll zudem zusätzliche Finanzierungen anderer internationaler Finanzinstitutionen mobilisieren.

Zu den fiskalischen Maßnahmen des Programms gehören stärkere Institutionen und effizientere Ausgaben, um die Staatsverschuldung auf einen Abwärtspfad zu bringen und gleichzeitig vulnerable Haushalte zu schützen. Das Paket fördert zudem ein flexibleres Wechselkursregime, Änderungen der geldpolitischen und finanzaufsichtlichen Rahmenwerke sowie Reformen zur Verbesserung von Governance, Transparenz und des Geschäftsumfelds.

Regionale und finanzsektorielle Auswirkungen

Nigel Clarke, stellvertretender geschäftsführender Direktor und amtierender Vorsitzender des IWF, erklärt, die bolivianischen Behörden hätten im vergangenen Jahr bedeutende Maßnahmen ergriffen, um langjährige makroökonomische Ungleichgewichte anzugehen. Für den Erfolg des Programms seien eine nachhaltige Umsetzung, Notfallplanung und multilaterale Unterstützung entscheidend. Die fiskalische Tragfähigkeit sei der zentrale Anker des Plans, mit einer vorgezogenen fiskalischen Konsolidierung, die den schrittweisen Abbau der verbleibenden Treibstoffsubventionen über einen automatischen Preisbildungsmechanismus sowie einen stärkeren und gezielteren sozialen Schutz umfasse.

Clarke betont zudem, dass ein marktbestimmter Wechselkurs und ein glaubwürdiger geldpolitischer Rahmen unerlässlich seien, um das außenwirtschaftliche Gleichgewicht zu verbessern und Preisstabilität zu wahren. Als zentrale Maßnahmen nennt er die Beendigung neuer Budgetfinanzierungen durch die Zentralbank, den Übergang zur Steuerung der Zentralbankgeldmenge, ein umsichtiges Liquiditätsmanagement, den Aufbau von Reserven und begrenzte Devisenmarktinterventionen bei ungeordneten Marktbedingungen.

Der IWF ergänzt, dass Boliviens Reformagenda Schritte zur Stärkung der Finanzsektoraufsicht und Krisenvorsorge, zur Modernisierung prudenzlicher Standards sowie zur Verbesserung der Rahmenwerke zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung umfasst. Umfassendere Strukturreformen sollen Marktverzerrungen verringern, private Investitionen anziehen und formelle Beschäftigung fördern.

Unsere frühere Berichterstattung über die Artikel-IV-Bewertung des IWF zu Mexiko hob einen schwächeren Wachstumsausblick sowie die Forderung nach stärkeren fiskalischen Anstrengungen hervor, um die Staatsverschuldung auf einen klaren Abwärtspfad zu bringen. Wir verwiesen auf die Empfehlungen des IWF, die Einnahmenmobilisierung zu stärken, Ausgaben zum Schutz von Investitionen zu priorisieren, die Geldpolitik zur Wahrung der Disinflation moderat restriktiv zu halten und Reformen voranzutreiben, darunter Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und eine stärkere Finanzintermediation zur Unterstützung von Stabilität und langfristigem Wachstum.

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