Pavlo Kot

UNCTAD treibt Plan zur Teilung von Investitionsrisiken in Entwicklungsländern voran

UNCTAD treibt Plan zur Teilung von Investitionsrisiken in Entwicklungsländern voran
UNCTAD stärkt globale Investitionen

Entwicklungsländer stehen vor immer größeren Finanzierungslücken, während die Ankündigungen neuer Projekte in wichtigen Sektoren weiter zurückgehen. Die auf dem Weltinvestitionsforum 2026 vorgestellten Maßnahmen sollen mehr öffentliche und private Finanzierungen in unterversorgte Märkte lenken – unter anderem durch Risikoteilung, Instrumente für KI-Investitionen und Versicherungspartnerschaften.

Das Wichtigste

  • Die von UNCTAD vorgeschlagene Globale Initiative zur Teilung von Investitionsrisiken soll auf dem Weltinvestitionsforum 2026 Risiken senken und Kapital für Entwicklungsländer mobilisieren.
  • Die Berne Union und UNCTAD haben eine Erklärung zur Stärkung der Handels- und Investitionsversicherung angekündigt, während São Tomé und Príncipe das erste finanzierte Projekt für die Ozeanwirtschaft sichert.
  • 2026 verzeichneten Entwicklungsländer mehr als 25% weniger Ankündigungen neuer Investitionen in Infrastruktur, Energie, Gesundheit und Ernährungssysteme; die Investitionen in Rechenzentren gingen um 32 Mrd. US-Dollar zurück.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Maßnahmen des Forums sollen Finanzierungshürden abbauen

Wie UN Trade and Development berichtet, bringt das Weltinvestitionsforum 2026 eine vorgeschlagene Globale Initiative zur Teilung von Investitionsrisiken auf den Weg, die Entwicklungsländern helfen soll, mehr Kapital für ihre Entwicklung zu mobilisieren. Die Initiative zielt auf eine engere Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen, Exportkreditagenturen, Versicherern und Investoren ab, um den Zugang zu Instrumenten zu verbessern, die politische, regulatorische und Währungsrisiken senken.

Das von UNCTAD organisierte und vom Staat Katar ausgerichtete Forum erarbeitet außerdem gemeinsam mit der Berne Union eine Absichtserklärung, um die Zusammenarbeit bei Handels- und Investitionsversicherungen sowie bei der Risikominderung zu stärken. Zu den weiteren Ergebnissen zählen neue Partnerschaften für besonders gefährdete Volkswirtschaften sowie das erste finanzierte Projekt eines erweiterten Fonds für die Ozeanwirtschaft in São Tomé und Príncipe.

Diese Maßnahmen reagieren auf anhaltende Finanzierungsengpässe, darunter hohe Kreditkosten und begrenzte Kapazitäten zur Projektvorbereitung. Die Gespräche auf dem Forum befassen sich zudem mit Investitionen in erneuerbare Energien, Infrastruktur und kritische Mineralien. Dabei geht es auch darum, wie mineralproduzierende Länder Verarbeitungs- und Fertigungsindustrien aufbauen können.

KI und Projektpipeline bleiben unter Druck

UNCTAD zufolge fließen 2025 mehr als 80% der weltweiten ausländischen Direktinvestitionen in nur 20 Volkswirtschaften – ein Beleg dafür, wie stark die Kapitalströme weiterhin konzentriert sind. Während die Investitionsströme im ersten Halbjahr 2026 steigen, gehen die Ankündigungen neuer Projekte in den Bereichen Infrastruktur, Energie, Gesundheit und Ernährungssysteme in Entwicklungsländern laut dem aktuellen Global Investment Trends Monitor um mehr als 25% zurück.

Die jüngsten Zahlen von UNCTAD zeigen zudem, dass die angekündigten Investitionen in Rechenzentren in Entwicklungsländern um 32 Mrd. US-Dollar zurückgehen. Dadurch steigt das Risiko, dass ärmere Länder bei der KI-Infrastruktur weiter zurückfallen. Als Reaktion darauf baut der Digital Infrastructure Investment Catalyser, der gemeinsam von UNCTAD, der Internationalen Fernmeldeunion und der Weltbank einberufen wird, seine Partnerschaften aus und veröffentlicht eine Investitions-Checkliste sowie Materialien zum Kapazitätsaufbau. Diese sollen Ländern helfen, Projekte vorzubereiten und Finanzierungen zu sichern.

Ein neuer Lenkungsausschuss wird Grundsätze für verantwortungsvolle KI-Investitionen erarbeiten, wobei der Schwerpunkt auf Transparenz, Nachhaltigkeit und Entwicklungsprioritäten liegt. Damit soll Kapital gezielt in die digitale Infrastruktur gelenkt werden, sodass Investitionen besser auf die Bedürfnisse der Entwicklungsmärkte abgestimmt sind.

In unserem früheren Artikel über den Ausbau von KI-Rechenzentren in den USA wurde erläutert, dass stark steigende Finanzierungskosten, Bauverzögerungen und Engpässe bei der Stromversorgung viele Großprojekte weniger tragfähig machen. Wir wiesen darauf hin, dass nur eine Minderheit der geplanten Bauvorhaben als realistisch galt, da höhere Zinsen, Kostenüberschreitungen und wachsender lokaler Widerstand die Fähigkeit der Projektentwickler beeinträchtigten, die geplante Kapazität bereitzustellen, ohne das Vertrauen der Investoren zu untergraben.

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