Pavlo Kot

Guinea-Bissau erzielt Personalvereinbarung mit dem IWF zur abschließenden ECF-Überprüfung

Guinea-Bissau erzielt Personalvereinbarung mit dem IWF zur abschließenden ECF-Überprüfung
Guinea-Bissau steht kurz vor einer IWF-Vereinbarung

Guinea-Bissau ist einer letzten Auszahlung im Rahmen seines Extended-Credit-Facility-Programms einen Schritt nähergekommen, nachdem eine Personalvereinbarung über politische Zusagen mit dem Internationalen Währungsfonds erzielt wurde. Die Zustimmung des Exekutivdirektoriums würde rund 1,6 Millionen US-Dollar freigeben und die zwölfte und letzte Überprüfung der Vereinbarung abschließen.

Das Wichtigste

  • Die IWF-Personalvereinbarung ermöglicht Guinea-Bissau eine letzte Auszahlung von 1,17 Millionen SZR (1,6 Millionen US-Dollar) und erhöht die Gesamtauszahlungen im Rahmen der ECF auf 39,76 Millionen SZR (53,9 Millionen US-Dollar).
  • Das reale BIP von Guinea-Bissau dürfte 2026 um 4,8 % wachsen. Treiber ist eine Cashew-Exportkampagne, deren Volumen das von 2025 um knapp 12 % übertrifft.
  • Das Haushaltsdefizit dürfte 2026 bei 4,2 % des BIP bleiben, während die öffentliche Verschuldung mit rund 74 % des BIP stabil bleibt – ein Zeichen anhaltender Haushaltsdisziplin und struktureller Reformen.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Bedingungen der abschließenden Überprüfung und Ausblick für 2026

Wie der Internationale Währungsfonds berichtet, folgt die Vereinbarung auf Gespräche in Bissau, die vom 21. Oktober bis zum 3. November 2026 stattfanden und von Missionsleiter Niko Hobdari geführt wurden. Sie bedarf noch der Zustimmung der IWF-Leitung und der Prüfung durch das Exekutivdirektorium.

In einer zum Abschluss der Mission veröffentlichten Erklärung sagt Hobdari, dass der Abschluss der Überprüfung eine Auszahlung von 1,17 Millionen SZR beziehungsweise rund 1,6 Millionen US-Dollar ermöglichen würde. Damit würden sich die Gesamtauszahlungen im Rahmen der Vereinbarung auf 39,76 Millionen SZR beziehungsweise rund 53,9 Millionen US-Dollar belaufen. Der IWF erklärt, die Programmumsetzung sei weiterhin stark und werde durch eine umsichtige makroökonomische Politik, Haushaltsdisziplin und Strukturreformen gestützt, die auf den Erhalt der Stabilität und die Förderung eines inklusiven Wachstums abzielen.

Das reale BIP dürfte 2026 um 4,8 % wachsen. Dazu trägt eine stärker als erwartete Cashew-Exportkampagne bei, deren Volumen das von 2025 um knapp 12 % übertrifft. Ende September 2026 lag die Inflation im Jahresvergleich trotz höherer internationaler Kraftstoffpreise bei minus 0,7 %, da niedrigere Lebensmittelpreise und kontrollierte Inlandspreise für Kraftstoffe den Preisdruck eindämmten.

Haushaltsdisziplin und Herausforderungen nach dem Programm

Das Haushaltsdefizit dürfte 2026 bei 4,2 % des BIP bleiben. Dazu tragen höhere Cashew-Einnahmen, geringere Ausgaben für auslandsfinanzierte Projekte und strengere Ausgabenkontrollen bei. Die öffentliche Verschuldung wird Ende 2026 auf rund 74 % des BIP geschätzt und dürfte damit gegenüber Ende 2025 weitgehend unverändert bleiben. Der IWF betont, dass anhaltende Haushaltsdisziplin und eine umsichtige Kreditaufnahme entscheidend sind, um die Verschuldung mittelfristig auf einen nachhaltigeren Abwärtspfad zu bringen.

Der Entwurf des Haushalts für 2027 spiegelt die Bemühungen der Regierung wider, die im Rahmen des IWF-gestützten Programms erzielten Fortschritte zu bewahren und zugleich Spielraum für wachstums- und entwicklungsfördernde Investitionen zu schaffen. Der Fonds erklärt, dass die Risiken für den Ausblick erheblich bleiben. Dazu zählen ungünstige Wetterbedingungen, eine Verschlechterung der Terms of Trade, politische Schocks und restriktivere Finanzierungsbedingungen.

Seit Beginn des Programms hat Guinea-Bissau sein Haushaltsdefizit laut IWF von 8,2 % des BIP im Jahr 2023 auf voraussichtlich 4,2 % im Jahr 2026 verringert und zugleich die Einnahmenverwaltung, das öffentliche Finanzmanagement und das Schuldenmanagement verbessert. Künftige Strukturreformen sollten die Steuerehrlichkeit stärken, die Umsetzung öffentlicher Investitionen verbessern, Schwachstellen im Finanzsektor angehen und Sozialhilfe sowie soziale Sicherungsnetze ausbauen.

In unserem früheren Artikel zum aktualisierten Ausblick des IWF für Subsahara-Afrika 2026 stellten wir fest, dass die Wachstumsprognose leicht angehoben wurde, während sich die Inflationsaussichten verschlechterten – ein Hinweis darauf, dass viele Länder eine konsequentere Politik verfolgen müssen. Wir hoben außerdem die zunehmende Belastung durch den Schuldendienst und externe Risiken hervor – von restriktiveren globalen Finanzierungsbedingungen und geringeren Hilfszahlungen bis hin zu El-Niño-bedingten Schocks –, die die fiskalischen und außenwirtschaftlichen Puffer in der Region strapazieren könnten.

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