EZB skizziert Reaktion der Geldwäscheaufsicht auf digitale und grenzüberschreitende Risiken in Europa
Die europäischen Bankenaufseher verstärken ihre Reaktion auf Geldwäscherisiken, da Digitalisierung, grenzüberschreitende Finanzgeschäfte und neue Technologien es erschweren, illegale Geldströme aufzuspüren und einzudämmen. Die EZB erklärt, dass sich diese Risiken zunehmend mit aufsichtlichen Risiken für Banken überschneiden, darunter Fragen der Governance, der operativen Resilienz sowie Liquiditäts- und Reputationsrisiken.
Das Wichtigste
- Die AMLA nimmt im Juli 2025 ihre Arbeit auf und wird im Rahmen des zentralisierten EU-Geldwäscheregimes ab Januar 2028 rund 40 Hochrisikounternehmen direkt beaufsichtigen.
- Die EZB und die AMLA werden Mitte 2025 eine Absichtserklärung unterzeichnen, um einen erweiterten Informationsaustausch und eine engere Zusammenarbeit bei sich überschneidenden prudenzielen und Geldwäscherisiken zu ermöglichen.
- Technologien wie künstliche Intelligenz, Krypto-Assets und Echtzeitzahlungen verschärfen die Risiken digitaler Finanzkriminalität und erhöhen die Anforderungen an die operative Resilienz und die Geldwäschekontrollen europäischer Banken.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
EU-Aufsichtsrahmen entwickelt sich hin zu einer zentralisierten Geldwäschekontrolle
Wie die EZB-Bankenaufsicht darlegt, gestaltet die EU ihre Geldwäschebekämpfung nach einer Reihe aufsehenerregender Fälle, die Schwächen bei der nationalen Durchsetzung und der grenzüberschreitenden Koordinierung offengelegt haben, zu einem stärker zentralisierten Modell um. In der Rede heißt es, dieser Wandel erinnere teilweise an die frühere Einrichtung des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus, nachdem die Staatsschulden- und Bankenkrise im Euroraum die Grenzen einer fragmentierten nationalen Aufsicht aufgezeigt hatte.Die neue Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, AMLA, nimmt im Juli 2025 offiziell ihre Arbeit auf, während die EU-Geldwäscheverordnung im Juli 2027 vollständig verbindlich wird. Im Rahmen der neuen Struktur soll die AMLA ab Januar 2028 rund 40 Hochrisikogruppen oder -unternehmen direkt beaufsichtigen. Außerdem wird sie die zentralen Meldestellen für Finanztransaktionen koordinieren und an der Entwicklung eines einheitlichen AML-Regelwerks mitwirken.
Die EZB erklärt, der Übergang von einem Flickenteppich nationaler Umsetzungen zu unmittelbar geltenden EU-Vorschriften solle die Einheitlichkeit in den Mitgliedstaaten verbessern. Sie hebt zudem einen wesentlichen institutionellen Unterschied zur prudenziellen Aufsicht hervor: Die AMLA vereint Aufsichtspflichten, die Koordinierung von Finanzinformationen und die Festlegung regulatorischer Standards in einem Rahmen.
Digitale Bedrohungen verstärken die Verbindungen zwischen Geldwäschebekämpfung und prudenziellem Risiko
Im derzeitigen EU-Rahmen überwacht die EZB nicht direkt, ob Banken die Geldwäschevorschriften einhalten, berücksichtigt geldwäschebezogene Erkenntnisse jedoch bei prudenzellen Entscheidungen. Diese Erkenntnisse können sich auf die Beurteilung von Banklizenzen, die Prüfung qualifizierter Beteiligungen, die Eignungs- und Zuverlässigkeitsprüfungen von Führungskräften, den Entzug von Lizenzen und die laufende Aufsicht auswirken, einschließlich des aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (Supervisory Review and Evaluation Process).Der Rede zufolge wird eine wirksame Zusammenarbeit zwischen Geldwäsche- und prudenziellem Aufsichtsbereich immer wichtiger, da beide Seiten sich überschneidenden Risiken begegnen und ähnliche Maßnahmen einsetzen können, darunter Geschäftsbeschränkungen, Änderungen der Governance und Geldbußen. Zur Unterstützung dieser Zusammenarbeit unterzeichnen die EZB und die AMLA Mitte 2025 eine Absichtserklärung, die den Informationsaustausch und die gegenseitige Vertretung regelt.
Die EZB argumentiert, dass die Aufseher inzwischen mit einem anspruchsvolleren Betriebsumfeld konfrontiert sind, da Banken ihr digitales Onboarding ausbauen, sich stärker auf Drittanbieter verlassen und mit zunehmenden Cyber- und Betrugsrisiken umgehen müssen. Sie erklärt, dass Instrumente und Entwicklungen wie künstliche Intelligenz, synthetische Identitäten, Deepfakes, Krypto-Assets, E-Geld und Echtzeitzahlungen die Geschwindigkeit, Anonymität und Komplexität der Risiken durch Finanzkriminalität erhöhen. Dadurch sind operative Resilienz und Geldwäschekontrollen im europäischen Bankensektor enger miteinander verknüpft.
KI-gestützte Cyberbedrohungen und die Planung der Cyberresilienz von Banken standen im Mittelpunkt unserer früheren Berichterstattung, in der die Bedenken der Aufsichtsbehörden hinsichtlich schwerwiegenderer Technologieausfälle beleuchtet wurden. Wir haben erläutert, wie Aufseher große Banken dazu auffordern, Wiederherstellungsoptionen auf „Bare-Metal“-Ebene zu entwickeln, damit kritische Dienste auch dann weiterlaufen können, wenn zentrale Systeme kompromittiert sind. Dies spiegelt eine Abkehr davon wider, sich allein auf Prävention zu verlassen, und eine stärkere Priorisierung der durchgängigen Wiederherstellung.
- Forex
- Crypto