ESMA startet Überprüfung tokenisierter Sicherheiten für das zentrale Clearing in der EU

ESMA startet Überprüfung tokenisierter Sicherheiten für das zentrale Clearing in der EU
ESMA nimmt tokenisierte Vermögenswerte ins Visier

Die europäische Marktaufsicht richtet ihren Blick darauf, wie digitale Vermögenswerte in zentrale Post-Trade-Funktionen integriert werden könnten, da die Tokenisierung zunehmend im Mainstream der Finanzwelt ankommt. ESMA fordert Interessengruppen auf, bis zum 15. Januar 2027 Nachweise dazu vorzulegen, ob tokenisierte Sicherheiten von zentralen Gegenparteien in der EU sicher und effektiv genutzt werden können.

Das Wichtigste

  • ESMA hat eine Aufforderung zur Einreichung von Nachweisen zur Nutzung tokenisierter Sicherheiten durch zentrale Gegenparteien gestartet; Stellungnahmen können bis zum 15. Januar 2027 eingereicht werden.
  • Die Aufsichtsbehörde untersucht die Auswirkungen von Tokenisierungsmodellen auf die Übertragung, Verwaltung, den Schutz und die Umwandlung von Sicherheiten in Liquidität, insbesondere bei Ausfallsituationen von Clearingmitgliedern.
  • ESMA wird die Rückmeldungen im ersten Quartal 2027 auswerten und könnte regulatorische oder aufsichtliche Maßnahmen vorschlagen, um Risiken und Standards für tokenisierte Sicherheiten in den EU-Post-Trade-Märkten zu adressieren.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Konsultation zielt auf Sicherheitenvorkehrungen ab

Wie von ESMA berichtet, hat die Aufsichtsbehörde eine Aufforderung zur Einreichung von Nachweisen über die potenzielle Nutzung tokenisierter Sicherheiten durch zentrale Gegenparteien gestartet; Stellungnahmen können bis zum 15. Januar 2027 eingereicht werden. Die Initiative untersucht, ob tokenisierte Formen von Sicherheiten die für das zentrale Clearing in der EU erforderlichen operativen, rechtlichen und Risikomanagementstandards erfüllen können.

ESMA erklärt, dass sich die Überprüfung darauf konzentriert, wie sich die Tokenisierung über den gesamten Lebenszyklus auf die Übertragung, Verwaltung, den Schutz und die Nutzung von Sicherheiten auswirken könnte. Dabei werden verschiedene Modelle berücksichtigt, darunter tokenisierte Versionen von Vermögenswerten, die in traditionellen Infrastrukturen gehalten werden, direkt auf Distributed-Ledger-Technologie emittierte Vermögenswerte sowie Hybridmodelle mit tokenisiertem Bargeld und anderen Abwicklungsvermögenswerten.

Verena Ross, Vorsitzende der ESMA, sagt, die Tokenisierung habe das Potenzial, Europas Finanzmärkte effizienter, integrierter und innovativer zu machen, fügt jedoch hinzu, dass grenzüberschreitende Skalierung Rechtssicherheit, interoperable Infrastruktur und eine angemessene Aufsicht erfordere. Klaus Löber, Vorsitzender des CCP Supervisory Committee der ESMA, erklärt, dass die zentralen Schutzvorkehrungen für CCP-Sicherheiten unverändert bleiben müssen, einschließlich hoher Qualität, rechtlicher Durchsetzbarkeit, Liquidität und operativer Verfügbarkeit – auch unter Stressbedingungen und nach dem Ausfall eines Clearingmitglieds.

Auswirkungen auf die EU-Post-Trade-Märkte

ESMA bittet um Rückmeldungen dazu, wie Vereinbarungen zu tokenisierten Sicherheiten in der Praxis funktionieren würden, insbesondere beim Ausfall eines Clearingmitglieds. Dazu gehört die Frage, ob CCPs bei Bedarf auf tokenisierte Sicherheiten zugreifen, sie übertragen und in Liquidität umwandeln könnten und wie Kundenschutz, Segregation und Abwicklungsfinalität gewahrt würden, wenn Distributed-Ledger-Technologie mit traditioneller Marktinfrastruktur interagiert.

Die Aufsichtsbehörde fragt zudem, ob die Tokenisierung bereits zugelassener Sicherheiten deren Risikoprofil verändert. Die Antworten werden nach Abschluss der Konsultation veröffentlicht, sofern die Teilnehmer nichts anderes beantragen.

ESMA plant, die Rückmeldungen im ersten Quartal 2027 auszuwerten und anschließend über die angemessensten nächsten Schritte zu entscheiden. Diese könnten regulatorische Maßnahmen oder Maßnahmen zur aufsichtlichen Konvergenz innerhalb ihres Mandats umfassen, während die EU bewertet, wie die Tokenisierung in die Finanzmarktinfrastruktur passt.

In unserem früheren Artikel über Nasdaqs Tokenisierungs-Vorstoß haben wir erörtert, wie die Tokenisierung von Vermögenswerten wie US-Staatsanleihen, Aktien und Geldmarktfonds Sicherheiten liquider machen und möglicherweise Kapital freisetzen könnte, das in heutigen Prozessen gebunden ist. Wir wiesen außerdem darauf hin, dass die Ausweitung der Märkte auf den 24/7-Handel Echtzeit-Risikokontrollen und robustere operative Rahmenwerke erfordern würde, wobei Unternehmen zunehmend auf Automatisierung und KI-gestützte Tools setzen, um ein kontinuierliches Sicherheiten- und Risikomanagement zu unterstützen.

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