EIOPA warnt im Oktober-Dashboard vor Markt- und Cyberrisiken für Europas Versicherer

EIOPA warnt im Oktober-Dashboard vor Markt- und Cyberrisiken für Europas Versicherer
EIOPA warnt vor Risiken für Versicherer

Europas Versicherer sind weiterhin erhöhten Markt- und Cyberrisiken ausgesetzt, da geopolitische Spannungen und finanzielle Volatilität das operative Umfeld der Branche prägen. Das Oktober-Dashboard 2026 der EIOPA weist zudem auf einen schwächeren makroökonomischen Ausblick hin, während die Solvenzpositionen insgesamt stabil bleiben und die Versicherungsrisiken zurückgehen.

Das Wichtigste

  • Das Versicherungsrisiko-Dashboard der EIOPA für Oktober 2026 weist angesichts anhaltender geopolitischer Instabilität und Marktunsicherheit auf erhöhte Markt- und Cyberrisiken für europäische Versicherer hin.
  • Die Volatilität an den Anleihemärkten nahm gegen Ende September 2026 zu und hielt die Marktrisiken hoch, während die Möglichkeit einer umfassenderen Marktkorrektur und einer Neubewertung der Risikoprämien fortbesteht.
  • Die Versicherungsrisiken gingen dank starken Prämienwachstums und verbesserter Schadenquoten auf ein niedriges Niveau zurück. Gleichzeitig verschärfen sich die erhöhten Digitalisierungs- und Cyberrisiken angesichts von Bedenken zu fortschrittlicher KI und den digitalen Auswirkungen geopolitischer Konflikte.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Erkenntnisse aus dem Oktober-Dashboard

Wie die EIOPA berichtet, zeigt das Versicherungsrisiko-Dashboard der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung für Oktober 2026, dass Markt- und Cyberrisiken für Versicherer in ganz Europa angesichts eines geopolitisch komplexen Umfelds erhöht bleiben.

Die makroökonomischen Risiken liegen weiterhin auf mittlerem Niveau; der Ausblick hat sich angesichts anhaltender geopolitischer Instabilität und hoher Unsicherheit eingetrübt. Nach Angaben der Aufsichtsbehörde zeigt sich die Wirtschaft weiterhin widerstandsfähig, doch steigende Zinsen könnten die Tragfähigkeit der Staatsschulden zusätzlich belasten.

Die Kreditrisiken bleiben stabil: Moderat höhere Spreads werden durch die hochwertigen Anlageportfolios der Versicherer und weitgehend unveränderte Fundamentaldaten abgefedert. Gleichzeitig müssen die Kosten der Fremdfinanzierung und die Qualität von Private Credit weiterhin beobachtet werden.

Die Volatilität an den Anleihemärkten nahm gegen Ende September 2026 zu und hielt die Marktrisiken auf erhöhtem Niveau. Laut EIOPA wird der Ausblick von der Möglichkeit einer umfassenderen Marktkorrektur und der Unsicherheit darüber geprägt, ob erneute geopolitische Spannungen eine Neubewertung der Risikoprämien auslösen könnten.

Solvenzstabilität und Branchenausblick

Weitgehend unveränderte Kapitalpositionen und gemischte Rentabilitätsindikatoren stützen eine stabile mittlere Einstufung der Solvenz- und Rentabilitätsrisiken. Das starke Prämienwachstum im Lebens- und Nichtlebensgeschäft sowie eine Verbesserung am oberen Rand der Schadenquotenverteilung haben dazu geführt, dass die Versicherungsrisiken auf ein niedriges Niveau gesunken sind.

Die ESG-bezogenen Risiken sind weitgehend stabil; zugleich ist der Bestand an Green Bonds leicht gestiegen. Die Aufsichtsbehörden erwarten jedoch, dass sich der Ausblick für diese Risikokategorie in den kommenden 12 Monaten verschlechtert.

Digitalisierungs- und Cyberrisiken bleiben erhöht, und ihr Ausblick verschlechtert sich. Gründe dafür sind Bedenken hinsichtlich fortschrittlicher KI-Modelle, digitaler Auswirkungen geopolitischer Konflikte und der Cyberrisiken, denen Versicherer durch ihr Cyber-Underwriting ausgesetzt sind. Die Erkenntnisse unterstreichen, dass betriebliche und technologiebezogene Bedrohungen weiterhin zu den wichtigsten Risikobereichen für den europäischen Versicherungssektor zählen.

In unserem früheren Artikel über die Risiken staatlicher Kreditaufnahme bei höheren Zinsen haben wir darauf hingewiesen, dass anhaltende geopolitische Spannungen und hohe Staatsausgaben den fiskalischen Spielraum von Regierungen einschränken und den Refinanzierungsdruck erhöhen können, wenn Schulden zu höheren Kosten verlängert werden. Außerdem haben wir betont, dass Schwellen- und Grenzmärkte besonders gefährdet sind, da die Zinslast im Verhältnis zu einer schmaleren Einnahmenbasis oft hoch ist, während kriegsbedingte Energie- und Lebensmittelpreisschocks die Inflation hoch halten und die Bonitätsaussichten von Staaten belasten können.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.