RBA belässt Leitzins bei 4,35 %, da Inflationsrisiken die Geldpolitik restriktiv halten
Australiens Zentralbank beließ ihren Leitzins am Dienstag bei 4,35 % und legte damit nach drei Zinserhöhungen zu Beginn dieses Jahres bei zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen eine Pause ein. Die Entscheidung spiegelt den schwierigen Balanceakt zwischen anhaltender Inflation und Anzeichen wider, dass höhere Kreditkosten allmählich Beschäftigung, Wohnungsmarkt und die allgemeine Wirtschaftstätigkeit bremsen.
Das Wichtigste
- RBA beließ den Leitzins bei 4,35 %.
- Die Inflation könnte erst Anfang 20.282,5 % erreichen.
- Die Hauspreise in Sydney sind gegenüber ihrem Höchststand um 5,3 % gefallen.
- Der Australische Dollar gab nach der Entscheidung um 0,2 % nach.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Der Vorstand der Reserve Bank of Australia unter dem Vorsitz von Gouverneurin Michele Bullock stimmte einstimmig dafür, den Leitzins unverändert zu lassen, wie aus einem Bericht von Bloomberg hervorgeht. Die Pause war weithin erwartet worden, doch die Entscheidungsträger ließen sich die Möglichkeit einer weiteren Erhöhung offen, falls der Inflationsdruck zunimmt.
Inflation hält RBA in Alarmbereitschaft
Die Inflation bleibt die zentrale Herausforderung. Die RBA hat Schwierigkeiten, die Inflation nachhaltig in die Mitte ihres Zielkorridors von 2 % bis 3 % zurückzuführen. Ihre jüngsten Prognosen deuten darauf hin, dass sowohl die Gesamtinflation als auch die Kerninflation möglicherweise erst Anfang 20.282,5 % erreichen.
Die jüngsten inländischen Daten haben sich dennoch in eine günstigere Richtung entwickelt. Die Arbeitslosenquote verharrt bei etwa 4,4 %, die Beschäftigung hält sich, und die Inflation fiel etwas niedriger aus als erwartet. Gleichzeitig blieben die Konsumausgaben der privaten Haushalte trotz der schwachen Verbraucherstimmung relativ robust.
Der Wohnungsmarkt liefert ein deutlicheres Signal für die geldpolitische Straffung. Die Hauspreise in Sydney sind gegenüber ihrem Höchststand um 5,3 % gefallen, obwohl der Medianwert einer Immobilie weiterhin bei rund 1,24 Mio. A$ liegt. Höhere Kreditkosten und Änderungen für Immobilieninvestoren erhöhen den Druck auf den Sektor.
Der Australische Dollar gab nach der Entscheidung um 0,2 % nach. Auch die Renditen dreijähriger Staatsanleihen sanken, da Anleger ihre Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr zurücknahmen.
Energieschock erschwert den Ausblick
Die Aufgabe der RBA ist durch die erhöhten globalen Energiepreise infolge des Konflikts zwischen den USA und Iran sowie der Unsicherheit rund um die Straße von Hormus schwieriger geworden. Eine länger anhaltende Unterbrechung der Ölversorgung könnte die Kraftstoff- und Transportkosten hoch halten und die Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung verlangsamen.
Dieses Risiko tritt auf, während die Geldpolitik bereits restriktiv ist. Die RBA erhöhte die Zinsen bei ihren ersten drei Sitzungen im Jahr 2026, darunter im Mai um 25 Basispunkte auf 4,35 %, als die Energiekosten den Inflationsdruck verstärkten.
Australiens Großbanken gehen weitgehend davon aus, dass der Zinserhöhungszyklus beendet ist, doch die Zentralbank hält sich weitere Erhöhungen offen. Das schwache Produktivitätswachstum stellt eine weitere Einschränkung dar und begrenzt die Fähigkeit der Wirtschaft, zu expandieren, ohne zusätzlichen Preisdruck zu erzeugen.
Märkte müssen sich auf eine längere Phase restriktiver Geldpolitik einstellen
Die Entscheidung deutet darauf hin, dass australische Kreditnehmer auch dann länger mit erhöhten Zinsen rechnen müssen, wenn eine weitere Erhöhung ausbleibt. Da die Inflation weiterhin über dem Ziel liegt und die Arbeitslosenquote bei etwa 4,4 % verharrt, hat die RBA nur begrenzten Spielraum für eine schnelle Lockerung.
Für die Märkte stellt sich vor allem die Frage, ob eine Abschwächung am Wohnungs- und Arbeitsmarkt die Nachfrage abkühlen kann, bevor teure Energie auf die Inlandspreise durchschlägt. Ein erneuter Inflationsschub könnte die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung wiederbeleben, die Renditen von Anleihen und den Australischen Dollar stützen und zugleich zinssensitive Aktien sowie Immobilien unter Druck setzen.
Zuvor berichteten wir, dass die Bank of England die Zinsen trotz volatiler Energiemärkte unverändert lässt.
Neueste RBA Nachrichten
- Forex
- Crypto