Polymarket sucht neuen Weg in die europäischen Märkte

Polymarket sucht neuen Weg in die europäischen Märkte
Polymarket strebt einen Regulierungsweg nach Europa an

​Polymarket drängt auf einen neuen Regulierungsweg nach Europa, nachdem Glücksspielbehörden in mehreren Ländern seine Prediction Markets eingeschränkt oder blockiert haben. Das Unternehmen möchte, dass Finanzaufsichtsbehörden zumindest einige Ereigniskontrakte als Derivate einstufen – eine Klassifizierung, durch die die Aufsicht von den nationalen Glücksspielregelungen wegverlagert werden könnte.

Das Wichtigste

  • Polymarket strebt eine Finanzaufsicht in Europa an.
  • Frankreich blockierte den Zugang zu Polymarket im Juli.
  • Die Regulierungsbehörden prüfen Ereigniskontrakte als Derivate.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Die Strategie bringt Polymarket in Gespräche mit der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde und der britischen Financial Conduct Authority. Bloomberg berichtete, dass das Unternehmen einen regulierten europäischen Weg für Prediction Markets anstrebt, obwohl die Behörden weiterhin wegen Verbraucherverlusten, Marktmanipulation und der Abgrenzung zwischen Trading und Glücksspiel besorgt sind.

Frankreich zeigt das regulatorische Hindernis

Seine Nationale Glücksspielbehörde wies Internetanbieter im Juli an, Polymarket zu blockieren, und bezeichnete dessen Dienste als nicht genehmigtes Glücksspiel. Die Behörde erklärte, Polymarket habe im Juni in Frankreich 578.751 Besuche von 205.057 eindeutigen Besuchern verzeichnet. 

Die französische Maßnahme folgte auf Bedenken wegen Prognosekontrakten im Zusammenhang mit den Temperaturen in Paris. Die Behörden leiteten eine Untersuchung ein, nachdem mutmaßliche Eingriffe in Wettersensoren die Frage aufgeworfen hatten, ob Märkte Anreize zur Manipulation der Ereignisse schaffen könnten, auf die Nutzer wetten. 

Die Einschränkungen gehen über Frankreich hinaus. Die europäischen Regulierungsbehörden verfolgen unterschiedliche Ansätze, da es in der Region keinen einheitlichen Rahmen für Prediction Markets gibt. Die ESMA erklärte im September, dass große Plattformen für das Anbieten von Ereigniskontrakten in der EU grundsätzlich eine Genehmigung benötigen, und stellte infrage, ob die geografischen Beschränkungen von Polymarket und Kalshi wirksam sind. 

Polymarket bringt den Derivate-Standpunkt vor

Polymarket argumentiert, dass bestimmte Kontrakte eher Finanzderivaten als herkömmlichen Wetten ähneln. Dieser Unterschied könnte für Märkte im Zusammenhang mit Währungen, Rohstoffen und anderen regulierten Finanzanlagen von Bedeutung sein.

Der Vergleich hat jedoch Grenzen. Binäre Optionen fallen bereits unter die europäische Finanzregulierung, doch der Zugang für Privatanleger wurde wegen ihrer spekulativen Struktur stark eingeschränkt. Sport- und politische Kontrakte stellen ein weiteres Problem dar, da sie sich weniger eindeutig in die traditionelle Wertpapierregulierung einfügen.

Das Thema ist für Polymarket besonders bedeutsam, da Sport etwa 80 % der Onshore-Aktivität von Prediction Markets ausmacht. Eine Einstufung ausgewählter Kontrakte als Finanzinstrumente würde daher nicht automatisch klären, wie die gesamte Plattform reguliert werden sollte.

Europa lotet die Grenzen von Prediction Markets aus

Der Streit entwickelt sich zu einem Test dafür, ob Prediction Markets in Europa unter Finanzregeln statt unter einem Flickenteppich nationaler Glücksspielgesetze betrieben werden können. Eine Einstufung als Derivate könnte einen Weg für ausgewählte Kontrakte eröffnen, während Sport-, Politik- und andere Ereignismärkte weiterhin gesonderten Einschränkungen unterliegen könnten.

Für die Regulierungsbehörden geht die Frage über Polymarket hinaus. Ereigniskontrakte verbinden Merkmale von Derivaten, Wetten und Informationsmärkten, laufen kontinuierlich und ermöglichen es, Geld auf reale Ergebnisse zu setzen. Die Einstufung durch Europa könnte darüber entscheiden, ob Prediction-Plattformen einen breiteren Zugang zu einem der größten Finanzmärkte der Welt erhalten oder weiterhin von Land zu Land mit Einschränkungen konfrontiert sind.

Zuvor berichteten wir, dass ein Polymarket-Manager mit Goldman-Sachs-Erfahrung eingestellt wurde, um die Initiative zur Ausweitung der institutionellen Liquidität voranzutreiben.

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