Yen legt zu, da die Märkte eine straffere BOJ-Politik erwarten
Der japanische Yen legte am Donnerstag deutlich zu, da Händler zunehmend davon ausgingen, dass die Bank of Japan die Zinsen aggressiver anheben könnte als bislang angenommen. Die Bewegung folgte auf eine plötzliche Rally in der vorherigen Sitzung, die kurzzeitig erneut Spekulationen über eine offizielle Intervention auslöste. Marktteilnehmer verwiesen jedoch zunehmend auf eine veränderte Einschätzung der BOJ-Politik.
Das Wichtigste
- Der Yen stieg auf rund 157,5 je US-Dollar.
- Die Märkte preisen eine Zinserhöhung der BOJ in diesem Monat nahezu vollständig ein.
- Die Erwartungen an ein schnelleres Straffungstempo nehmen zu.
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Der Yen stieg im asiatischen Handel bis auf 157.545 je US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit fast einem Monat, nachdem er über Nacht rund 0,9 % zugelegt hatte. Die Währung gewann auch gegenüber dem Euro und dem Pfund Sterling, während Händler laut Reuters eine Zinserhöhung der BOJ in diesem Monat nahezu vollständig einpreisten.
BOJ-Rhetorik verändert Zinsaussichten
Die Veränderung folgte auf Äußerungen des BOJ-Ratsmitglieds Hajime Takata, der argumentierte, dass Zinserhöhungen angesichts zunehmenden Inflationsdrucks flexibel und nicht nach einem vorhersehbaren Zeitplan umgesetzt werden sollten.
Auch Gouverneur Kazuo Ueda deutete an, dass die Zinssätze bei jeder der kommenden Sitzungen erörtert werden könnten. Zusammengenommen erhöhten die Äußerungen die Wahrscheinlichkeit, dass die Straffung schneller voranschreiten könnte, als Anleger noch vor wenigen Wochen erwartet hatten.
Die Swap-Märkte signalisieren inzwischen eine beträchtliche Wahrscheinlichkeit für Erhöhungen um jeweils 25 Basispunkte bei den Sitzungen im September und Oktober. Zugleich sind die Erwartungen an eine kumulierte Straffung bis zum Jahresende gestiegen.
Diese Neubewertung ist für den Yen relevant, da Japans Finanzierungskosten jahrelang deutlich unter denen anderer großer Volkswirtschaften lagen. Der große Zinsunterschied ermutigte Anleger, sich günstig in Yen zu verschulden und Kapital in höher rentierliche Anlagen im Ausland umzuschichten. Eine schnellere Straffung durch die BOJ würde diesen Nachteil verringern.
Interventionsängste lassen nach, da sich der Anleihemarkt stabilisiert
Das Tempo der Yen-Bewegung versetzte Händler zunächst in Alarmbereitschaft und ließ sie eine weitere staatliche Intervention erwarten. Japan und die Vereinigten Staaten führten am 31. Juli eine seltene gemeinsame Yen-Kaufaktion durch, die dazu beitrug, die Währung in Richtung 155 je US-Dollar zu treiben, bevor ein Großteil des Anstiegs wieder verloren ging.
Diesmal sahen Analysten jedoch weniger Anzeichen dafür, dass die Behörden in den Markt eingegriffen hatten. Die Yen-Rally war breit angelegt und fiel mit einer deutlichen Veränderung der Zinserwartungen zusammen.
Japan verkaufte zudem erfolgreich 30-jährige Staatsanleihen zu einer durchschnittlichen Rendite von knapp über 4 %. Dies trug dazu bei, die Sorgen nach einem scharfen globalen Ausverkauf am Anleihemarkt zu lindern. Die Nachfrage war etwas schwächer als bei der vorherigen Auktion, doch der Verkauf deutete darauf hin, dass große inländische Institutionen möglicherweise weiterhin bereit sind, langfristige Schuldtitel zu höheren Renditen aufzunehmen.
Japan wird zu einem größeren globalen Marktrisiko
Die Yen-Bewegung erfolgt, während Anleger Japan in mehreren Bereichen neu bewerten. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen erreichte Anfang dieser Woche 3 %, den höchsten Stand seit 1996, bevor sie leicht unter diese Marke zurückging.
Die Haushaltsrisiken bleiben wichtig, während Premierministerin Sanae Takaichi ehrgeizige Ausgabenpläne verfolgt. Gleichzeitig hat die Spekulation, dass Japans riesiger Pensionsfonds GPIF seine Allokationen in inländische Vermögenswerte erhöhen könnte, eine weitere potenzielle Stütze für den Yen und japanische Anleihen geschaffen.
Die nächste große Bewährungsprobe könnten die US-Arbeitsmarktdaten liefern. Die Märkte messen einer Zinserhöhung der Federal Reserve im September derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwa 61 % bei. Damit hängt der Ausblick für den Yen weiterhin stark von den unterschiedlichen geldpolitischen Kursen der BOJ und der Fed ab.
Wir berichteten außerdem: Renditen japanischer Anleihen steigen angesichts höherer Zinserwartungen auf den höchsten Stand seit 30 Jahren.
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