Globale Verschuldung übersteigt 365 Bio. USD und steigt weiter
Die globale Verschuldung stieg allein im ersten Halbjahr 2026 um 10 Bio. USD und überschritt damit insgesamt 365 Bio. USD. Gleichzeitig sehen sich die großen Volkswirtschaften mit höheren Kreditkosten konfrontiert, wodurch der Schuldendienst für die Regierungen zunehmend teurer wird.
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Nach Angaben des Institute of International Finance (IIF) steigt die Staatsverschuldung weiter, da die Renditen mittel- und langfristiger Anleihen zunehmen. In den USA, Japan, Frankreich und Großbritannien sind die Renditen von Staatsanleihen laut CNBC auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt gestiegen.
Höhere Renditen bedeuten, dass Regierungen mehr für ihre Kreditaufnahme zahlen müssen. Der IIF nennt erhöhte Zinsen, den Druck durch Energiekosten, schwaches Wirtschaftswachstum und hohe Staatsausgaben als zentrale Faktoren für diesen Trend.
Die Organisation hob insbesondere die USA, Japan, Frankreich und Großbritannien hervor. Diese Länder haben sowohl große Haushaltsdefizite als auch steigende Zinsausgaben zu bewältigen – Probleme, die früher häufiger mit hoch verschuldeten Schwellenländern in Verbindung gebracht wurden.
Der Schuldendienst beansprucht mehr Geld
Im vergangenen Jahr gaben Industrieländer mehr als 3,3 Bio. USD für Zinszahlungen auf Staatsanleihen aus, die an internationalen Märkten gehandelt werden.
Zum Vergleich: Die weltweiten Ausgaben für künstliche Intelligenz beliefen sich auf rund 2,6 Bio. USD, die Verteidigungsausgaben auf 3,1 Bio. USD und die Investitionen in saubere Energie auf 2,3 Bio. USD. Damit kostet der Schuldendienst die Industrieländer bereits mehr als jeder dieser Bereiche einzeln.
Der IIF warnt, dass die Belastung weiter zunehmen könnte, wenn die Leitzinsen steigen. Auch die Ausgaben für Gesundheitsversorgung und staatliche Renten erhöhen den Druck.
Die OECD forderte die Regierungen in ihrem Wirtschaftsausblick ebenfalls auf, die Ausgaben besser zu kontrollieren, öffentliche Mittel umzuschichten, die Effizienz des öffentlichen Sektors zu verbessern und die Einnahmen zu stärken.
Die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Kristalina Georgieva, sagte der BBC, dass wiederholte Schocks die globale Verschuldung „wie eine Treppe“ nach oben treiben. Die Länder müssten die Schuldenlast senken und zugleich die Inflation unter Kontrolle halten.
Warum die globale Verschuldung wichtig ist
Die steigende globale Verschuldung betrifft nicht nur Regierungen. Je mehr Länder für Zinszahlungen ausgeben, desto weniger Geld bleibt für Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, Bildung und wirtschaftliche Unterstützung. Wird der Schuldendienst zu teuer, könnten Regierungen die Steuern erhöhen, Ausgaben kürzen oder sich noch stärker verschulden, was die öffentlichen Finanzen zusätzlich unter Druck setzt.
Eine hohe Verschuldung ist auch für Anleger relevant. Sie kann sich auf Zinsen, Anleiherenditen, Wechselkurse und die Kreditkosten von Unternehmen auswirken. Beginnen die Märkte an der Fähigkeit einer Regierung zu zweifeln, die Verschuldung unter Kontrolle zu halten, könnten Anleger höhere Renditen verlangen. Dadurch würde sich die Kreditaufnahme in der gesamten Wirtschaft verteuern und zusätzlicher Druck auf Aktien und andere Risikoanlagen entstehen.
Zur Erinnerung: Die Eurozonen-Wirtschaft gewinnt an Dynamik, da sich das Wachstum im Dienstleistungssektor beschleunigt.
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