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Im Jahr 2025 erreichten die Krypto-Betrüger ein neues Niveau. Nachahmung, Social Engineering und künstliche Intelligenz sind keine separaten Werkzeuge mehr und verschmelzen zu einem einzigen, gut koordinierten Mechanismus für den Diebstahl von Kryptowährungen. Was noch vor wenigen Jahren wie primitives Phishing mit gebrochenem Englisch aussah, ähnelt nun einer vollwertigen Industrie, die auf Automatisierung, Personalisierung und einem präzisen Verständnis der menschlichen Psychologie aufbaut.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Infolgedessen werden die Sicherheitsbedenken für Krypto-Investoren immer kritischer. Es geht nicht mehr um technische Hacks, sondern darum, wie künstliche Intelligenz das Wesen der Täuschung umgestaltet und warum selbst erfahrene Nutzer immer häufiger zu Opfern werden.
Laut Chainalysis war das Jahr 2025 ein Rekordjahr, was die Verluste durch Krypto-Betrug angeht. Analysten schätzen, dass mindestens 14 Milliarden Dollar an Kryptowährungen durch Betrugsversuche gestohlen wurden, und diese Zahl ist nicht endgültig. Berücksichtigt man versteckte Adressen und Transaktionen, die mit Verzögerung sichtbar werden, könnten die Gesamtverluste 17 Milliarden Dollar erreichen.
Diese Zahlen sind nicht nur für sich genommen von Bedeutung. Sie deuten auf eine Veränderung in der Natur der kriminellen Aktivitäten hin. Krypto-Betrug ist nicht länger ein Randphänomen, das mit naiven Neulingen in Verbindung gebracht wird. Er hat sich zu einer systemischen Einnahmequelle entwickelt, die in ihrer Größenordnung mit ganzen Segmenten der traditionellen Finanzkriminalität vergleichbar ist.
Sogenannte Nachahmungstaten nahmen 2025 am schnellsten zu. In diesen Fällen geben sich Betrüger als vertrauenswürdige Instanzen wie Börsen-Support-Teams, bekannte Krypto-Projekte, Influencer oder sogar staatliche Institutionen aus. Chainalysis verzeichnete ein Wachstum von mehr als 1.400 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Noch aussagekräftiger ist eine andere Kennzahl. Die durchschnittliche Zahlung bei diesen Betrugsversuchen hat sich mehr als versechsfacht. Dies deutet darauf hin, dass die Betrüger nicht nur gelernt haben, Nachrichten in großem Umfang zu versenden, sondern auch methodisch mit den Opfern zu arbeiten, allmählich Vertrauen aufzubauen und sie schließlich zur Überweisung erheblicher Summen zu bewegen.
An dieser Stelle wird die künstliche Intelligenz zum Schlüsselfaktor. Nach Schätzungen von Chainalysis erzielen Betrüger, die KI-Tools einsetzen, im Durchschnitt 4,5 Mal mehr Umsatz als mit herkömmlichen Methoden. Der Grund dafür liegt nicht in der "Intelligenz" der Modelle, sondern in ihrer Fähigkeit, Social Engineering zu skalieren.
KI macht es möglich, fehlerfreie Texte zu produzieren, die stilistisch präzise und auf eine bestimmte Person zugeschnitten sind. Sie kann Gespräche in Echtzeit führen, Argumente auf der Grundlage der Reaktionen des Gegenübers anpassen und den Kontakt über Wochen aufrechterhalten. Einige Systeme verwenden auch das Klonen von Stimmen oder Videofälschungen, die echte Menschen imitieren, wodurch die Grenze zwischen Betrug und legitimer Kommunikation weiter verwischt wird.
Es ist auch billig. Was früher ein Team von Mitarbeitern erforderte, kann heute von einem automatisierten System erledigt werden, das in der Lage ist, mit Hunderten von potenziellen Opfern gleichzeitig zu interagieren.
Trotz der Raffinesse der Werkzeuge bleibt das Wesen der meisten Angriffe unverändert. Blockchains und intelligente Verträge werden nicht gehackt. Die Menschen werden überredet, selbst Zugriff zu gewähren oder Transaktionen freiwillig zu unterzeichnen.
Dies ist in der Krypto-Umgebung besonders effektiv, da Transaktionen unumkehrbar sind. Wenn ein Nutzer freiwillig eine Überweisung unterschreibt oder mit einem bösartigen Vertrag interagiert, kann keine Bank und kein Schiedsgericht den Vorgang rückgängig machen. Künstliche Intelligenz führt hier keine neuen Schwachstellen ein, sondern nutzt alte Schwachstellen mit maximaler Effizienz aus: Angst, Dringlichkeit, Autorität und Vertrauen.
Infolgedessen hat sich das Risikoprofil für Anleger deutlich verändert. Bedrohungen sehen nicht mehr wie eine offensichtliche Phishing-E-Mail oder eine verdächtige Website aus. Sie kommen in Form eines überzeugenden Dialogs, einer bekannten Marke und eines logisch aufgebauten Szenarios daher. Selbst erfahrene Nutzer, die die technische Seite von Kryptowährungen gut verstehen, können in Situationen, in denen schrittweise und psychologisch Druck ausgeübt wird, Fehler machen.
Dies bedeutet, dass die klassische Sicherheitsberatung nicht mehr als universeller Schutz funktioniert. Sie bleiben notwendig, aber unzureichend in einem Umfeld, in dem Täuschung fast genauso aussieht wie legitime Kommunikation.
Strafverfolgungsbehörden und Analyseunternehmen versuchen, sich an die neue Realität anzupassen. Sie nutzen verstärkt Blockchain-Analysen, tauschen Daten über Ländergrenzen hinweg aus und arbeiten mit Börsen zusammen, um bekannte betrügerische Adressen zu sperren. Gleichzeitig beginnen auch die Sicherheitsdienste damit, KI einzusetzen, um Anomalien und verdächtiges Verhalten zu erkennen.
Dennoch ähnelt dieser Kampf einem Wettrüsten. Die gleichen Technologien, die zur Verteidigung eingesetzt werden, stehen auch den Betrügern zur Verfügung. Und derzeit ist die Geschwindigkeit, mit der sich Angreifer anpassen, oft schneller als die Reaktion der Aufsichtsbehörden.
Für Anleger führt dies zu einer einfachen, aber unbequemen Schlussfolgerung. Das Hauptrisiko liegt heute nicht im Code, sondern in der Kommunikation. Und in einer Welt, in der die Täuschung immer professioneller wird, bleibt das wertvollste Sicherheitsinstrument die Fähigkeit, selbst das, was völlig legitim erscheint, zu verlangsamen, zu hinterfragen und zu verifizieren.