Traders Union Untersuchung: 41 % der Anleger setzen auf einen einzigen Vermögenswert
Privatanleger verstehen oft die Bedeutung der Diversifizierung, konzentrieren ihr Kapital in der Praxis jedoch weiterhin auf eine geringe Anzahl von Vermögenswerten. Laut der Umfrage halten 41 % der Anleger mehr als die Hälfte ihres Portfolios in einem einzigen Asset, während nur 18 % ihr Kapital auf fünf oder mehr Anlageklassen verteilen.
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Wie in der Traders Union Studie „How Diversified Are Retail Investors Really?“ angemerkt wird, sind sich viele Privatanleger der Bedeutung von Diversifizierung bewusst, doch ihre tatsächlichen Portfolios bleiben oft zu konzentriert. Die Umfrage umfasste 1.500 Anleger aus Nordamerika, Europa, Asien, Lateinamerika und Schwellenländern.
Den Forschungsergebnissen zufolge halten 41 % der Teilnehmer mehr als 50 % ihres Portfolios in einem Asset. Weitere 27 % der Anleger weisen ihrer größten Position 30 % bis 50 % ihres Portfolios zu. Bei 18 % der Befragten macht die größte Investition 20 % bis 30 % des Portfolios aus, während nur 14 % ihren größten Vermögenswert unter 20 % halten.
Traders Union stellt fest, dass eine solche Konzentration oft eine bewusste Entscheidung ist. Anleger nannten eine starke Überzeugung von einem bestimmten Asset als Hauptgrund – diese Antwort gaben 44 % der Teilnehmer. Weitere 29 % konzentrieren ihr Kapital, weil sie höhere Renditen erwarten. Die Einfachheit der Portfolioverwaltung wurde von 13 % der Befragten angeführt, mangelndes Wissen über Diversifizierung von 9 % und der Einfluss sozialer Medien von 5 %.
Wie viele Anlageklassen Investoren nutzen
Die Untersuchung zeigte auch, dass die meisten Anleger ihr Kapital auf zu wenige Anlageklassen verteilen. 22 % der Befragten halten nur eine Anlageklasse, während weitere 34 % zwei Anlageklassen halten. Infolgedessen sind 56 % der Teilnehmer nur in ein oder zwei Arten von Anlagen investiert.
Weitere 26 % der Anleger nutzen drei oder vier Anlageklassen. Nur 18 % der Befragten verteilen ihr Kapital auf fünf oder mehr Anlageklassen.
Gleichzeitig bedeutet der Besitz mehrerer Positionen in einem Portfolio nicht immer eine echte Diversifizierung. Beispielsweise kann ein Anleger mehrere Technologieaktien oder mehrere Kryptowährungen halten, aber dennoch von denselben Marktfaktoren abhängen. In diesem Fall sieht das Portfolio zwar breiter aus, die Risiken bleiben jedoch auf ein Thema oder einen Sektor konzentriert.
Wie Erfahrung die Diversifizierung beeinflusst
Daten der Traders Union zeigen, dass Anleger dazu neigen, ihre Portfoliostruktur mit zunehmender Erfahrung zu verbreitern. Unter den Teilnehmern mit weniger als zwei Jahren Erfahrung halten nur 11 % fünf oder mehr Anlageklassen. Bei Anlegern mit zwei bis fünf Jahren Erfahrung liegt dieser Wert bei 17 %.
Das Bild unterscheidet sich deutlich bei erfahreneren Anlegern. Unter den Befragten mit mehr als fünf Jahren Erfahrung verfügen bereits 32 % über Positionen in fünf oder mehr Anlageklassen. Dies deutet darauf hin, dass Anleger im Laufe der Zeit häufiger von Wetten auf einzelne Vermögenswerte zu einer breiteren Kapitalallokation übergehen.
Traders Union bringt dies mit praktischer Markterfahrung in Verbindung. Anleger, die bereits Abschwünge, hohe Volatilität oder Verluste erlebt haben, achten eher nicht nur auf potenzielle Renditen, sondern auch auf das Gesamtrisiko des Portfolios.
Anleger überschätzen ihre Diversifizierung
Eines der wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung war die Diskrepanz zwischen der Selbsteinschätzung der Anleger und der tatsächlichen Struktur ihrer Portfolios. 71 % der Teilnehmer gaben an, sich für diversifizierte Anleger zu halten.
Unter denjenigen, die mit „Ja“ antworteten, halten jedoch 38 % immer noch mehr als die Hälfte ihres Portfolios in einem einzigen Vermögenswert. Dies zeigt, dass Anleger Diversifizierung oft als allgemeine Idee verstehen, sie aber nicht immer in die Praxis umsetzen.
Traders Union stellt fest, dass diese Lücke besonders in Zeiten starker Markttrends, Hypes um bestimmte Sektoren und unter dem Einfluss sozialer Medien an Bedeutung gewinnt. Ein Anleger mag ein Portfolio als diversifiziert betrachten, wenn es mehrere Vermögenswerte enthält, während der Großteil des Kapitals weiterhin von einer Position abhängt.
Zur Erinnerung: In einer früheren Untersuchung stellten die Analysten der Traders Union fest, dass Forex-Privatanleger am häufigsten kurz- und mittelfristige Zeitrahmen wählen.
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