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Apple sieht sich mit einer Speicherknappheit und steigenden Komponentenpreisen konfrontiert. Die Nachfrage ist aufgrund des Baus von Rechenzentren für KI sprunghaft angestiegen. Das Unternehmen hielt die Kosten lange Zeit zurück, hat nun aber begonnen, diese an die Kunden weiterzugeben.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Apple hat die Preise für mehrere MacBook- und iPad-Modelle gleichzeitig erhöht, wie Reuters berichtete. Der günstigste Laptop des Unternehmens, das MacBook Neo, stieg von 599 $ auf 699 $. Das MacBook Air mit 512 GB Speicher kostet nun 1.299 $ statt 1.099 $. Das MacBook Pro mit 1 TB Speicher stieg von 1.699 $ auf 1.999 $.
Auch die Tablet-Preise stiegen an. Das iPad Air mit 128 GB Speicher stieg von 599 $ auf 749 $. Das iPad Pro Wi-Fi mit 256 GB Speicher kostet nun 1.199 $ statt 999 $.
Anleger reagierten auf Apples Entscheidung mit dem Verkauf der Aktie. Laut TradingView fiel AAPL auf 275 $ und verlor fast 18 $ an einem Tag. Über fünf Tage fiel die Aktie um 7,7 %, und über den Monat verlor sie 11 %.
Der Hauptgrund für die Preiserhöhungen ist der starke Anstieg der Kosten für Arbeitsspeicher und Storage. Apple erklärte, man habe noch nie erlebt, dass Komponentenpreise so schnell steigen. Laut TrendForce stiegen die Preise für DRAM-Speicher, der in fast allen modernen Geräten verwendet wird, im ersten Quartal 2026 um fast 98 %. Ein weiterer Sprung von 58 % bis 63 % wird für das zweite Quartal erwartet.
Der Mangel entstand aufgrund von Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Unternehmen bauen mehr Server für KI-Modelle, und diese Server benötigen große Mengen an Speicher. Chiphersteller verlagern Kapazitäten hin zu diesen Aufträgen, da sie teurer und profitabler sind als regulärer Speicher für Laptops, Tablets und Smartphones.
Micron wurde zu einem der Hauptprofiteure. Das Unternehmen gab an, dass Kunden 22 Milliarden $ zugesagt haben, um sich Lieferungen von Speicherchips zu sichern. Vor diesem Hintergrund stiegen die Micron-Aktien um mehr als 18 %, während der Marktwert des Unternehmens 1,39 Billionen $ überstieg. Zeitweise übertraf Micron Meta bei der Marktkapitalisierung und kam Tesla nahe.
Auch die Finanzergebnisse von Micron schossen in die Höhe. Der Quartalsumsatz des Unternehmens stieg von 9,3 Milliarden $ im Vorjahr auf 41,5 Milliarden $. Der Gewinn erhöhte sich von 1,9 Milliarden $ auf 28,2 Milliarden $. Micron-CEO Sanjay Mehrotra sagte, dass die Nachfrage nach DRAM und NAND das Angebot weiterhin deutlich übersteigt. Ihm zufolge werden die knappen Bedingungen über 2027 hinaus anhalten, während sich das Angebot erst ab 2028 allmählich verbessern wird.
Die Preiserhöhung betraf das iPhone jedoch nicht. Es ist Apples Hauptprodukt, daher hat das Unternehmen dessen Preis nicht zeitgleich mit MacBooks und iPads geändert. Analysten erwarten jedoch bereits, dass Smartphones in den kommenden Monaten teurer werden.
Laut Counterpoint Research könnten höhere Speicher- und Storage-Kosten Apple pro iPhone etwa 200 $ an zusätzlichen Ausgaben verursachen. Analysten glauben, dass das Unternehmen die Preise um einen ähnlichen Betrag anheben könnte, vor allem bei Modellen mit mehr Speicher.
Apple hat einen weiteren Grund, teurere Versionen zu fördern. Neue Apple Intelligence-Funktionen erfordern mehr RAM. IDC erwartet, dass alle neuen iPhone-Modelle auf 12 GB RAM umgestellt werden. Gleichzeitig werden etwa 54 % der seit 2022 ausgelieferten iPhones nicht in der Lage sein, den vollen Satz der neuen Siri-Funktionen zu unterstützen.
Die Preiserhöhungen für MacBooks und iPads zeigen, dass der KI-Boom bereits nicht nur die Chip- und Rechenzentrumsmärkte betrifft, sondern auch gewöhnliche Käufer von Unterhaltungselektronik. Speicher ist teurer geworden, Komponentenhersteller erhalten Rekordaufträge, und Apple muss sich zwischen niedrigeren Margen und höheren Preisen für die Kunden entscheiden.
Das Hauptrisiko ist nun die Nachfrage. Wenn Käufer beginnen, Geräte-Upgrades aufzuschieben, könnte der Druck auf die Apple-Aktie anhalten. Wenn das iPhone teurer wird, wird dieses Risiko noch deutlicher sichtbar, da Smartphones Apples Schlüsselprodukt und eine seiner wichtigsten Einnahmequellen bleiben.