UBS und Deutsche Bank unterstützen die europäische Aktienrallye
Strategen für europäische Aktien blicken zunehmend optimistischer auf den Stoxx 600, da sich die Gewinndynamik verbessert und sich die Aktienrallye der Region gegenüber erneutem geopolitischem Stress als widerstandsfähig erweist. UBS, Deutsche Bank, Bank of America und Kepler Cheuvreux haben im Juli ihre Kursziele angehoben, was signalisiert, dass der Pessimismus gegenüber europäischen Aktien schwindet.
Höhepunkte
- UBS hob das Stoxx 600-Ziel auf 690 Punkte an.
- Die durchschnittliche Strategenprognose liegt nun bei 647 Punkten.
- Nur fünf von 18 Befragten erwarten Rückgänge.
- Gewinnheraufstufungen stützen die Rallye.
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Die durchschnittliche Prognose von 18 Strategen sieht den Stoxx 600 bis Ende 2026 nun bei 647 Punkten, was weniger als 1 % über dem aktuellen Niveau liegt, berichtete Bloomberg. Nur fünf Befragte erwarten einen Rückgang des Index, während die UBS zum optimistischsten Haus in der Umfrage wurde, nachdem sie ihr Ziel auf 690 Punkte angehoben hat, was ein Aufwärtspotenzial von etwa 8 % impliziert.
Gewinnausblick verbessert sich
Der Wandel spiegelt stärkere Bottom-up-Belege in den wichtigsten europäischen Sektoren wider. Das Gesundheitswesen, Basiskonsumgüter und Luxusgüter weisen weniger offensichtliche negative Katalysatoren auf, während Banken, Industrieunternehmen und Firmen, die mit KI-Ausgaben in Verbindung stehen, mehr Spielraum für Gewinnheraufstufungen bieten.
Europäische Aktien erreichten in diesem Monat neue Rekordhöhen, da Anleger in die Region zurückkehrten, nachdem frühere Sorgen über den Iran-Krieg nachgelassen hatten. Die Rallye hielt an, selbst als die Spannungen im Nahen Osten wieder aufflammten und die Ölpreise stiegen, teilweise weil Rohöl weit unter seinem Intraday-Spitzenwert vom April bleibt.
Gewinnrevisionen geben den Strategen ebenfalls mehr Zuversicht. Ein Citigroup-Indikator für europäische Gewinnrevisionen ohne Großbritannien stieg auf den höchsten Stand seit fünf Jahren, wobei 80 % der Sektoren im Bereich der Netto-Heraufstufungen liegen. Gewinnschätzungen deuten auf ein Wachstum des Gewinns pro Aktie von 14 % im Jahr 2026 und 10 % im Jahr 2027 hin.
Rallye weitet sich aus, aber Risiken bleiben bestehen
Die Berichtssaison für das zweite Quartal hat mit einer stärkeren Note begonnen, wobei mehrere Unternehmen Heraufstufungen lieferten. Mehr als 45 % der Firmen haben bisher die Schätzungen übertroffen, während 27 % sie verfehlten. Das Gewinnwachstum liegt bei 11,6 % im Jahresvergleich und damit weitgehend im Rahmen der Erwartungen.
Die Anlegerstimmung hat sich ebenfalls verbessert. Eine Fondsmanager-Umfrage der Bank of America ergab, dass netto 37 % der europäischen Anleger nun für die nächsten drei Monate ein „Goldilocks“-Umfeld mit stärkerem Wachstum und abkühlender Inflation erwarten. Netto 54 % erwarten steigende regionale Aktien, verglichen mit netto 4 %, die im Juni mit Rückgängen rechneten.
Dennoch ist die Rallye nicht ohne Schwachstellen. Société Générale sieht den Stoxx 600 auf 600 fallen, während TFS mit einem Ziel von 585 Punkten am pessimistischsten bleibt. Zu den Sorgen zählen hohe Gewinnerwartungen, Zollrisiken, steigende Anleiherenditen, die US-Zwischenwahlen und die fragile Lage im Nahen Osten.
Europa rückt wieder in den Fokus des Marktes
Der Stimmungsumschwung ist von Bedeutung, da Europa lange Zeit mit einem Bewertungsabschlag gegenüber den USA gehandelt wurde. Nun geben stärkere Gewinne, fiskalische Anreize und das Engagement bei KI-bezogenen Ausgaben den Anlegern einen Grund, wieder in den Markt einzusteigen.
Die Hauptfrage ist, ob das Gewinnwachstum die Rekordstände des Index rechtfertigen kann. Vorerst entwickeln sich Gewinnrevisionen und Mittelflüsse zugunsten Europas, aber die Rallye bleibt anfällig für Öl, Geopolitik und etwaige Enttäuschungen bei den stark gewichteten KI- und Finanzaktien.
Zuvor berichteten wir, dass sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ausweitet, während der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus abnimmt.
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