Microsoft erlebt schlechtesten Monat seit 2000, da KI-Sorgen die Aktie treffen
Die Aktien von Microsoft steuern auf ihren stärksten monatlichen Rückgang seit dem Platzen der Dotcom-Blase zu, da Investoren die Kosten und den Nutzen der KI-Strategie des Unternehmens neu bewerten. Die Aktie ist im Juni um 17 % gefallen, was mehr als 570 Milliarden Dollar an Marktwert vernichtet hat und einen der verlässlichsten Technologieführer der Wall Street in einen seltenen Bewertungstiefstand drückte.
Höhepunkte
- Microsoft-Aktien sind im Juni um 17 % gefallen.
- Der Ausverkauf hat mehr als 570 Milliarden Dollar an Marktwert vernichtet.
- Die Aktie steuert auf ihren schlechtesten Monat seit 2000 zu.
- Investoren sind besorgt über KI-Ausgaben und Azure-Margen.
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KI-Ausgaben werden zum Hauptproblem
Laut Bloomberg spiegelt der Ausverkauf zwei miteinander verbundene Ängste wider. Investoren hinterfragen, ob Microsofts massive Investitionen in die KI-Infrastruktur schnell genug Renditen abwerfen werden, während sie gleichzeitig abwägen, ob KI-Tools letztendlich die Nachfrage nach traditionellen Softwareprodukten wie Word, Excel und anderen Teilen der Microsoft-Suite schwächen könnten.
Diese Zweifel verstärkten sich, nachdem Microsofts Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal ein schwächer als erwartet ausgefallenes Wachstum bei Azure, seinem Cloud-Computing-Geschäft, zeigten. Das Unternehmen prognostizierte zudem Investitionsausgaben in Höhe von 190 Milliarden Dollar bis Ende Dezember, was über den Erwartungen der Wall Street lag.
Dieses Ausgabenniveau ist zu einem zentralen Thema geworden. KI erfordert massive Investitionen in Rechenzentren, Chips, Cloud-Kapazitäten und Software-Integration. Für Microsoft besteht das Risiko nicht nur in der Höhe der Rechnung, sondern auch darin, ob die Ausgaben die Margen drücken, bevor die neuen KI-Einnahmen groß genug sind, um den Druck auszugleichen.
Bewertung fällt auf seltene Niveaus
Der Rückgang hat Microsoft nach eigenen Maßstäben ungewöhnlich günstig gemacht. Die Aktie wird mit etwa dem 19-fachen der erwarteten Gewinne der nächsten 12 Monate gehandelt, was unter dem Multiplikator des S&P 500 von etwa 20 und weit unter Microsofts 10-Jahres-Durchschnitt von 27 liegt.
Dies hat das Interesse einiger Investoren geweckt. Michael Burry, bekannt für seine Wetten gegen den US-Immobilienmarkt vor der Krise von 2008, gab bekannt, dass er Microsoft-Call-Optionen mit Basispreisen im niedrigen 700-Dollar-Bereich und einer Laufzeit bis 2028 gekauft hat. Diese Bekanntgabe half den Microsoft-Aktien, am Freitag um 5,7 % auf 372,97 Dollar zu steigen, ihr bester Tag seit Mai 2025.
Trotz dieser Erholung bleibt die Aktie auf Kurs für ihren schlechtesten Monat seit Dezember 2000. Sie berührte zudem ihren niedrigsten Schlusskurs seit 2023, bevor sie sich erholte.
Ein Test für den KI-Trade
Microsofts Einbruch ist von Bedeutung, weil er zeigt, wie schnell der KI-Trade von Enthusiasmus zu kritischer Prüfung übergegangen ist. Es wird weiterhin erwartet, dass das Unternehmen seinen Umsatz im am 30. Juni endenden Geschäftsjahr um 17 % steigert, wobei für die Folgejahre ein beschleunigtes Wachstum prognostiziert wird. Das gibt den Optimisten Argumente für Geduld.
Doch der Markt belohnt das bloße KI-Engagement nicht mehr von selbst. Investoren verlangen nun Beweise dafür, dass sich KI-Ausgaben in Gewinnwachstum verwandeln können, ohne die Margen zu beschädigen. Microsofts Größe, Cloud-Position und partnerschaftsorientierte KI-Strategie machen es immer noch zu einem der stärksten Akteure im Sektor. Der Ausverkauf im Juni zeigt jedoch, dass selbst die stärksten KI-Namen nicht mehr immun gegen Fragen zu Kosten, Disruption und Timing sind.
Wir haben bereits zuvor darauf hingewiesen, dass die EU neue Cloud-Regeln für Amazon, Microsoft und Google vorbereitet.
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