Samsung und SK Hynix planen massive KI-Chip-Investitionen in Südkorea
Samsung und SK Hynix schicken sich an, die nächste Phase des KI-Booms in Südkorea zu verankern, indem sie eine gewaltige Investitionsoffensive in Speicherchips, Rechenzentren und Robotik anführen. Der Plan soll die Dominanz des Landes bei fortschrittlichen Speichern verteidigen, während die USA, China und Japan staatliche Unterstützung in die heimische Halbleiterproduktion pumpen.
Höhepunkte
- Samsung und SK Group planen vier große Chipfabriken.
- Südkorea will die DRAM-Kapazität in fünf Jahren verdoppeln.
- Investitionen könnten über 10 Jahre etwa 1,3 Billionen Dollar erreichen.
- Aktien von Samsung und SK Hynix fielen trotz des Plans.
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Eine nationale Wette auf Speicherchips
Laut Bloomberg planen die Samsung Group und die SK Group den Bau von jeweils zwei Chipfabriken, wobei das kombinierte Investitionsvolumen laut dem südkoreanischen Industrieminister voraussichtlich 800 Billionen Won erreichen wird. Das übergeordnete nationale Ziel ist es, die DRAM-Produktionskapazität innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln, was die zentrale Rolle von Speicherchips in KI-Servern und beim Ausbau von Rechenzentren widerspiegelt.
Die Korea Economic Daily berichtete, dass Samsung und SK Hynix über einen Zeitraum von 10 Jahren neue Investitionen in Höhe von bis zu 2.000 Billionen Won oder etwa 1,3 Billionen Dollar ankündigen könnten. Die Ausgaben würden die Produktion von Speicherchips, fortschrittliches Packaging, Rechenzentren und Robotik umfassen, wobei ein Teil der Investitionen in Regionen außerhalb von Seoul fließen soll, um das regionale Wachstum zu fördern.
Samsung und SK Hynix sind die beiden weltweit größten Speicherhersteller und haben sich zu den Hauptprofiteuren des Rennens um die KI-Infrastruktur entwickelt. Ihre High-Bandwidth Memory-Chips (HBM) sind entscheidend für fortschrittliche KI-Prozessoren, was Südkorea zu einem der wichtigsten Lieferanten in der globalen Technologie-Lieferkette macht.
Fabriken, Packaging und regionale Expansion
Der Investitionsplan soll vier bis fünf Halbleiterwerke im Gebiet Gwangju im Südwesten Südkoreas umfassen. Samsung plant zudem den Bau von Chip-Packaging-Anlagen in der Provinz Süd-Chungcheong, während SK Hynix voraussichtlich den NAND-Betrieb in der Provinz Nord-Chungcheong ausbauen wird.
Das Büro von Präsident Lee Jae Myung hat die Initiative als Teil der „Drei Mega-Projekte für den großen Sprung nach vorn“ bezeichnet. Die Regierung will strategische Investitionen nutzen, um die wirtschaftliche Konzentration um Seoul zu lockern und hochbezahlte Arbeitsplätze in den Regionen zu schaffen.
Das Ausmaß des Plans stellt Südkorea auf eine Stufe mit anderen Regierungen, die Halbleiter als nationale Sicherheitspriorität behandeln. Die USA haben über den CHIPS and Science Act zweistellige Milliardenbeträge zugesagt, China bereitet einen Fünfjahresplan für Chip-Investitionen vor und Japan hat die Subventionen zum Wiederaufbau seines Halbleitersektors ausgeweitet.
Aktien fallen trotz langfristiger KI-Nachfrage
Die Ankündigung erfolgte zu einem Zeitpunkt, als die Anleger bei den Chip-Bewertungen vorsichtig blieben. Die Aktien von Samsung Electronics fielen um 4,86 % auf 323.000 Won, während SK Hynix laut den am Montagmorgen aktualisierten Marktdaten um 1,68 % auf 2.628.000 Won nachgab. Die Rückgänge setzten die jüngste Schwäche beider Aktien fort und zeigten, dass selbst die starke KI-Nachfrage die Sorgen über die Nachhaltigkeit der Gewinne, den zunehmenden Wettbewerb und die Kosten für den großflächigen Kapazitätsausbau nicht beseitigt hat.
KI macht Chipkapazität zur Staatsstrategie
Der Plan verdeutlicht, wie die KI die Halbleiterfertigung von einer reinen Unternehmens-Wachstumsstory in einen industriepolitischen Wettbewerb verwandelt hat. Speicherchips sind heute eine Kernkomponente für die KI-Infrastruktur, und Südkorea versucht sicherzustellen, dass Samsung und SK Hynix bei wachsender globaler Nachfrage zentrale Lieferanten bleiben.
Die Investition birgt auch Risiken. Der Bau neuer Fabriken in diesem Umfang könnte die Lieferkette Südkoreas stärken, erhöht aber auch die Anfälligkeit für künftige Überkapazitäten, falls sich die KI-Nachfrage verlangsamt oder Konkurrenten ihre Kapazitäten schneller als erwartet ausbauen. Vorerst setzt Seoul auf Expansion, da der Verlust der Marktführerschaft bei Speichern kostspieliger wäre als die Investition selbst.
Wir berichteten auch, dass HSBC eine höhere Bewertung für SK Hynix vor dem US-Börsengang unterstützt.
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