Banken der Eurozone rüsten sich für weitere Kreditverschärfungen
Banken in der gesamten Eurozone haben den Zugang zu Krediten im zweiten Quartal verschärft, da geopolitische Spannungen und die Unsicherheit an den Energiemärkten die Kreditgeber vorsichtiger gegenüber Risiken stimmten. Die Europäische Zentralbank erklärte, dass die Banken für das laufende Quartal noch strengere Kreditstandards erwarten, was darauf hindeutet, dass Unternehmen und Haushalte größere Schwierigkeiten bei der Finanzierung haben könnten.
Höhepunkte
- Banken der Eurozone verschärften im zweiten Quartal die Kreditstandards.
- Die EZB befragte 159 Großbanken im gesamten Währungsraum.
- Die Nachfrage nach Unternehmenskrediten stieg, aber mehr Anträge wurden abgelehnt.
- Banken erwarten eine weitere Verschärfung der Kreditbedingungen in diesem Quartal.
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Die Ergebnisse stammen aus der jüngsten Bank Lending Survey der EZB, an der 159 der größten Banken des Euroraums teilnahmen. Während die Nachfrage nach Unternehmenskrediten stieg, genehmigten die Kreditgeber einen geringeren Anteil der Anträge und verschärften die Standards am deutlichsten für den Automobilsektor und die energieintensive Fertigung, berichtet Reuters.
Geopolitische Risiken treiben Vorsicht voran
Nach Angaben der EZB nannten die Banken wachsende Sorgen über die Wirtschaftsaussichten und eine geringere Risikobereitschaft als Hauptgründe für die Verschärfung der Kreditbedingungen. Finanzinstitute konzentrieren sich weiterhin besonders auf die Unsicherheit im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen und volatilen Energiemärkten.
Die Zentralbank erklärte, dass diese Bedenken Unternehmen nicht davon abgehalten haben, zusätzliche Finanzierungen zu suchen. Strengere Kreditkriterien führen jedoch dazu, dass trotz der stärkeren Nachfrage von Unternehmen eine größere Anzahl von Kreditanträgen abgelehnt wird.
Die Umfrage zeigte auch schwächere Bedingungen auf dem Wohnungsmarkt. Die Nachfrage nach Hypotheken ging im zweiten Quartal stark zurück, und die Banken erwarten, dass sich die Nachfrage nach Wohnungsbaudarlehen in den kommenden Monaten weiter abschwächen wird.
EZB steht vor schwierigen politischen Entscheidungen
Die Umfrage bestärkt die EZB in ihrer Ansicht, dass der Konflikt unter Beteiligung des Irans das Wachstum in der Eurozone wahrscheinlich verlangsamen wird, ohne einen schweren wirtschaftlichen Abschwung zu verursachen. Obwohl der Währungsblock erhebliche Mengen an Energie exportiert, belasten höhere Ölpreise weiterhin die Haushaltsausgaben und verringern die Gewinnmargen der Hersteller.
Es wird allgemein erwartet, dass die EZB die Zinssätze bei ihrer nächsten Sitzung unverändert lässt. Viele Ökonomen rechnen jedoch immer noch mit einer weiteren Zinserhöhung im September, nachdem die energiegetriebene Inflation auf rund 3 % gestiegen ist und damit deutlich über dem 2 %-Ziel der Zentralbank liegt.
Kreditbedingungen werden zum wichtigen Wirtschaftssignal
Die Kreditumfrage der EZB wird genau beobachtet, da sie frühzeitig Aufschluss darüber gibt, wie sich die Finanzierungsbedingungen entwickeln, bevor sie in breiteren Wirtschaftsdaten erscheinen. Wenn die Banken die Kreditvergabe weiter einschränken, könnten sich Investitionen und Konsumausgaben in der zweiten Jahreshälfte verlangsamen.
Da die Inflation immer noch über dem Zielwert liegt und geopolitische Unsicherheit das Vertrauen belastet, stehen die politischen Entscheidungsträger vor der Herausforderung, Preisstabilität gegen die schwächelnde Wirtschaftstätigkeit in der 21 Mitglieder zählenden Eurozone abzuwägen.
Zuvor berichteten wir, dass sich die Inflation in der Eurozone verlangsamt, da die Ölpreise fallen.
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