Inflation und Ölpreise vergrößern Kluft über Fed-Politik
Ökonomen erwarten, dass der nächste Zinsschritt der Federal Reserve eine Senkung sein wird, auch wenn sich Investoren zunehmend darauf einstellen, dass die Kreditkosten noch vor Ende des Jahres steigen könnten. Diese Spaltung spiegelt eine ungewöhnlich hohe Unsicherheit über die Inflation, die Energiepreise und die Beständigkeit des US-Wirtschaftswachstums wider.
Höhepunkte
- Ökonomen erwarten eine Senkung um 25 Basispunkte im dritten Quartal 2027.
- Märkte sehen eine mögliche Zinserhöhung bereits im September.
- Die Kerninflation bleibt mit 3,4 % erhöht.
- Ölpreise nahe 100 $ erhöhen das Risiko eines erneuten Preisdrucks.
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Laut einer Bloomberg -Umfrage unter 80 Ökonomen, die vom 17. bis 22. Juli durchgeführt wurde, erwarten Prognostiker, dass die Fed ihren Leitzins im dritten Quartal 2027 um 25 Basispunkte senken wird. Das ist ein Quartal später als im Juni prognostiziert, steht aber in krassem Gegensatz zu den Finanzmärkten, wo Händler die Möglichkeit einer Zinserhöhung bereits für September einpreisen.
Inflation hält die Debatte offen
Die Kluft hat sich vergrößert, da die Inflation weiterhin deutlich über dem 2%-Ziel der Fed liegt. Die Kerninflation der persönlichen Konsumausgaben, die die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, lag im Mai bei 3,4 %, gegenüber 3,3 % im April. Die Bloomberg-Umfrage prognostiziert für das zweite Quartal ebenfalls einen jährlichen Anstieg von 3,4 %, was leicht über den Erwartungen der Ökonomen vom Vormonat liegt.
Mehrere Fed-Vertreter haben gewarnt, dass eine weitere Erhöhung notwendig werden könnte, falls sich die Inflation als hartnäckig erweist. Bei der Juni-Sitzung der Zentralbank gaben neun von 19 Entscheidungsträgern an, dass höhere Zinsen im Jahr 2026 angemessen sein könnten, während acht keine Änderung erwarteten und nur einer eine Senkung um einen Viertelpunkt befürwortete.
Im geldpolitischen Bericht der Fed vom Juli hieß es, die Inflation sei im Laufe des Jahres gestiegen und bleibe erhöht, teilweise aufgrund von Angebotsschocks im Energie- und anderen Sektoren. Diese Einschätzung hat die Argumente für eine restriktive Politik gestärkt, bis die Verantwortlichen deutlichere Anzeichen für ein Nachlassen des Preisdrucks sehen.
Öl sorgt für neue Komplikationen
Erneute Kämpfe unter Beteiligung des Irans haben den Preis für Brent-Rohöl wieder in Richtung 100 $ pro Barrel getrieben und drohen die jüngste Entlastung bei den Verbraucherpreisen zunichtezumachen. Höhere Energiekosten können auf Benzin, Transport, Lebensmittel und Industriegüter durchschlagen, was es der Fed erschwert, zwischen vorübergehenden Preissteigerungen und dauerhafter Inflation zu unterscheiden.
Ökonomen erwarten dennoch, dass sich die Gesamtinflation in der zweiten Jahreshälfte schneller verlangsamen wird. Ihre Prognose einer Zinssenkung scheint davon auszugehen, dass eine schwächere Nachfrage und ein nachlassender zugrunde liegender Druck den jüngsten Energieschock letztlich überwiegen werden.
Eine größere Kluft zwischen Prognosen und Märkten
Die Uneinigkeit ist von Bedeutung, da Zinserwartungen die Renditen von Staatsanleihen, Hypotheken, Unternehmenskredite und Aktienbewertungen beeinflussen. Eine verzögerte Senkung würde die Finanzierungskosten bis weit ins Jahr 2027 hinein hoch halten, während eine unerwartete Erhöhung Haushalte und Unternehmen weiter belasten könnte.
Vorerst setzen Ökonomen darauf, dass die Inflation allmählich nachlassen wird. Die Märkte messen dem Risiko, dass die Energiepreise und die anhaltende Kerninflation die Fed zu einer erneuten Straffung zwingen werden, ein größeres Gewicht bei.
Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass die EZB die Zinsen bei 2,25 % belässt, da Öl die Inflationsrisiken erhöht.
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