EZB bleibt vorsichtig bei Kriegs- und Inflationsrisiken

EZB bleibt vorsichtig bei Kriegs- und Inflationsrisiken
Lagarde signalisiert maßvolle Reaktion der EZB

EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte, dass die EZB noch keine energischere geldpolitische Reaktion auf den Krieg im Nahen Osten benötigt. Sie argumentierte, dass die Inflationserwartungen begrenzt bleiben und weiterhin erwartet wird, dass das Preiswachstum mittelfristig zum Zielwert zurückkehrt. Ihre Äußerungen signalisierten, dass die Währungshüter bereit sind, vorsichtig zu bleiben, auch wenn Anleger weiterhin eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr einpreisen.

Höhepunkte

  • Lagarde sagte, die EZB sehe noch keine Notwendigkeit für eine stärkere geldpolitische Reaktion.
  • Die Inflation im Euroraum bleibt über 3%, während die Kerninflation im Mai auf 2,6% stieg.
  • Die Märkte erwarten in diesem Jahr immer noch mindestens eine weitere Zinserhöhung der EZB.

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Inflationsrisiken bleiben begrenzt

In ihrer Rede vor europäischen Abgeordneten in Brüssel am Montag sagte Lagarde laut Bloomberg, die EZB habe keine Anzeichen dafür gesehen, dass Haushalte eine dauerhaft erhöhte Inflation erwarten oder dass Zweitrundeneffekte greifen. Dies ist von Bedeutung, da die Zentralbank genau beobachtet, ob höhere Energiekosten auf Löhne, Preisentscheidungen der Unternehmen und längerfristige Inflationserwartungen durchschlagen.

Die Inflation im Euroraum liegt weiterhin über dem 2%-Ziel der EZB, wobei das Gesamtpreiswachstum immer noch über 3% liegt. Die Kerninflation, die Lebensmittel und Energie ausschließt, beschleunigte sich im Mai auf 2,6% nach 2,2% im April, was zeigt, dass der zugrunde liegende Druck noch nicht vollständig verschwunden ist.

Dennoch sagte Lagarde, es werde erwartet, dass sich die Inflation mit einer angemessenen Geldpolitik wieder in Richtung 2% bewegen wird. Die EZB hat wiederholt erklärt, dass sie das Ausmaß und die Beständigkeit von Energieschocks sowie deren Auswirkungen auf die Lohnbildung und die Inflationserwartungen überwachen wird.

Märkte reduzieren Wetten auf Zinserhöhungen

Anleger versuchen einzuschätzen, ob die EZB nach ihrer ersten Zinserhöhung seit 2023 einen weiteren Schritt folgen lässt. Die Märkte erwarten in diesem Jahr immer noch mindestens einen weiteren Schritt um einen Viertelprozentpunkt, was den Einlagensatz auf 2,5% anheben würde.

Nach Lagardes Kommentaren schraubten Händler ihre Erwartungen für eine Straffung zurück. Die Märkte preisten Erhöhungen von etwa 33 Basispunkten bis zum Jahresende ein, gegenüber 37 Basispunkten zuvor. Deutsche Staatsanleihen legten zu, was die zweijährige Rendite um sechs Basispunkte auf 2,59% sinken ließ.

Die Veränderung spiegelte die Erleichterung darüber wider, dass die EZB noch keine aggressivere Reaktion auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges vorbereitet. Lagarde begrüßte die jüngsten Fortschritte in Richtung eines Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran, warnte jedoch, dass die Lage fragil bleibe. Die Ölpreise fielen ebenfalls unter 80 $ pro Barrel, während Washington und Teheran an einem Fahrplan für ein endgültiges Abkommen arbeiteten, was den Druck auf die politischen Entscheidungsträger etwas milderte.

EZB entscheidet von Sitzung zu Sitzung

Lagardes Botschaft hält die EZB in einer flexiblen Position. Die Zentralbank will einen großen Energieschock nicht ignorieren, möchte aber auch nicht überreagieren, wenn die Inflationserwartungen verankert bleiben und sich die Störungen im Nahen Osten als vorübergehend erweisen.

Damit konzentrieren sich die Verantwortlichen auf Daten statt auf einen festen Zinspfad. Für die Märkte ist die entscheidende Frage, ob höhere Energiepreise in die breitere Inflation einfließen. Sollte dies der Fall sein, müsste die EZB möglicherweise weiter straffen. Wenn nicht, deuten Lagardes Kommentare darauf hin, dass ein maßvoller Ansatz wahrscheinlicher bleibt als ein energischer. 

Wie bereits berichtet, drängt der Inflationsdruck die EZB zu einer Zinserhöhung

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