Ölpreis fällt unter 80 $ nach Fortschritten bei Gesprächen zwischen USA und Iran
Die Ölpreise fielen am Montag, nachdem Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz Anzeichen für Fortschritte bei einem umfassenderen Friedensabkommen und einem Mechanismus zur Aufrechterhaltung der Handelsschifffahrt durch die Straße von Hormus lieferten. Die Marktreaktion zeigte, wie schnell die Risikoprämie für Rohöl sinken kann, wenn die Diplomatie auf weniger Störungen in einem der weltweit wichtigsten Energiekorridore hindeutet.
Höhepunkte
- Brent fiel unter 80 $, nachdem Gespräche zwischen den USA und dem Iran Fortschritte zeigten.
- Vermittler erklärten, dass die technischen Diskussionen diese Woche fortgesetzt werden.
- Die Seiten einigten sich auf eine Kommunikationslinie für die Schifffahrt in Hormus.
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Gespräche verlagern Marktfokus zurück auf das Angebot
Brent-Rohöl fiel um 1,77 % auf 78,95 $ pro Barrel, nachdem es zuvor auf 82 $ gestiegen war. Laut Bloomberg folgte die Umkehrung auf eine gemeinsame Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan, wonach die USA und der Iran ermutigende Fortschritte erzielt und vereinbart hätten, die Gespräche auf technischer Ebene in dieser Woche fortzusetzen.
An den Gesprächen in Bürgenstock, Schweiz, nahmen US-Vizepräsident JD Vance und der iranische Außenminister Abbas Araghchi teil. Die Vermittler erklärten, die Seiten hätten sich auf einen Fahrplan für ein endgültiges Abkommen innerhalb von 60 Tagen sowie auf eine Kommunikationslinie geeinigt, um Zwischenfälle und Fehlkalkulationen rund um die Handelsschifffahrt zu vermeiden.
Das reichte aus, um den Ölmarkt abzukühlen. Zuvor waren die Gewinne durch neue Unsicherheit getrieben worden, nachdem Teheran erneut erklärt hatte, die Straße von Hormus sei geschlossen, und Präsident Donald Trump vor neuen Angriffen gewarnt hatte, falls die vom Iran unterstützte Hisbollah ihre Angriffe auf Israel fortsetze. Später sanken die Preise, da sich die Händler auf den diplomatischen Weg und die Behauptung des Irans konzentrierten, er habe Ausnahmegenehmigungen für Öl- und Petrochemieexporte erhalten.
Hormus bleibt der wichtigste Preishebel
Die Straße von Hormus bleibt für den Markt von zentraler Bedeutung, da sie einen Großteil der globalen Ströme von Rohöl und verflüssigtem Erdgas aufnimmt. Die jüngsten Erklärungen des Irans über eine Schließung erschwerten die Gespräche, aber Schifffahrtsdaten deuteten darauf hin, dass weiterhin Öl durch die Wasserstraße transportiert wurde.
Das US Central Command teilte mit, dass der kommerzielle Verkehr am Samstag zugenommen habe, wobei 55 Handelsschiffe mit Fracht und weit über 17 Millionen Barrel Öl die Meerenge passierten. Schiffsverfolgungsdaten zeigten auch, dass drei voll beladene Supertanker mit Verbindung zu Indien wieder im Golf von Oman auftauchten, nachdem sie eine versuchte Durchquerung signalisiert hatten, beladen mit fast 6 Millionen Barrel irakischem und kuwaitischem Rohöl.
Die unmittelbare Frage für Händler ist nicht nur, ob Hormus offiziell offen ist, sondern ob die Schifffahrt ohne höhere Versicherungskosten, Routenbeschränkungen oder neue politische Bedingungen zur Normalität zurückkehren kann. Frühere Berichte über das Interimsabkommen besagten, dass die Wiederherstellung der freien und sicheren Schifffahrt durch die Meerenge ein Kernbestandteil des 60-tägigen Waffenstillstandsrahmens sei.
Eine fragile Erholungsrallye für die Energiemärkte
Der Rückgang der Rohölpreise bedeutet nicht, dass das Versorgungsrisiko verschwunden ist. Der Libanon bleibt ein großes Hindernis, da Israel nicht an den Schweizer Gesprächen beteiligt war und die Militäroperationen gegen die Hisbollah fortsetzt. Die Vermittler planen zudem einen Deeskalationsprozess unter Einbeziehung des Libanon, was unterstreicht, wie eng die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran mit dem breiteren regionalen Konflikt verknüpft sind.
Für die Energiemärkte bleibt der Einsatz klar. Wenn die Gespräche halten und Hormus offen bleibt, könnte Brent mehr von der in die Preise eingerechneten Konfliktprämie verlieren. Sollten die Gespräche scheitern, könnte der Markt schnell dazu übergehen, wieder Störungsrisiken für eine Route einzupreisen, über die täglich Millionen Barrel Öl transportiert werden.
Zuvor wurde berichtet, dass die IEA vor einer schwächeren Ölnachfrage und einem Angebotsüberschuss bis 2027 warnt.
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