Chinas Handelsüberschuss schürt neue Sorgen in Europa

Chinas Handelsüberschuss schürt neue Sorgen in Europa
Handelsspannungen zwischen China und der EU nehmen zu

​Chinas Handelsüberschuss mit der Europäischen Union stieg im Juni auf einen Rekordwert und verschärfte damit einen Streit, der zu einer der Hauptursachen für die Spannungen zwischen Peking und Brüssel geworden ist. Die Zahlen erhöhen den Druck auf europäische Beamte, die abwägen, wie weit sie beim Schutz der heimischen Industrie vor kostengünstigeren chinesischen Exporten gehen sollen.

Höhepunkte

  • Chinas EU-Handelsüberschuss stieg im Juni um 27 % auf 32,9 Mrd. USD.
  • Exporte in den Block erreichten einen Rekordwert.
  • Chinas Exporte in die EU stiegen im ersten Halbjahr um 17 % auf 312,3 Mrd. USD.
  • Das wachsende Ungleichgewicht hält das Risiko von Handelskonflikten hoch.

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Chinas Überschuss mit der EU stieg im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 27 % auf 32,9 Milliarden US-Dollar, wie aus chinesischen Zolldaten hervorgeht, die von Bloomberg zitiert wurden. Die Exporte in den Block erreichten einen Rekordwert, während sich Chinas Überschuss mit Deutschland im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelte und der Überschuss mit Frankreich um 81 % sank.

Exporte vergrößern das Ungleichgewicht

Die Juni-Daten deuten auf eine sich vergrößernde Kluft bei den Handelsströmen hin, in einer Zeit, in der China stark auf Exporte angewiesen ist, um die schwache Inlandsnachfrage auszugleichen. Im ersten Halbjahr importierte China Waren im Wert von 135,6 Milliarden US-Dollar aus der EU, was einem Anstieg von 9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Exporte in den Block erreichten 312,3 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 17 %.

Ökonomen von Macquarie unter der Leitung von Larry Hu erklärten, dass der wachsende Überschuss das Risiko eines China-EU-Handelskonflikts auch nach einem dreimonatigen Handelsstillstand hoch hält. Das Ungleichgewicht dürfte in Europa die Sorge vertiefen, dass Chinas industrielle Überkapazitäten große Mengen billigerer Waren in ausländische Märkte drücken.

Europäische Staats- und Regierungschefs bezeichnen das Thema zunehmend als strategisches Risiko. Der französische Präsident Emmanuel Macron nannte das Ungleichgewicht nach seinem Besuch in Peking Ende letzten Jahres eine Frage von „Leben oder Tod“ für die europäische Industrie.

Währung und Wettbewerbsfähigkeit rücken in den Fokus

Auch Deutschland hat das Thema Wechselkurse wieder in die Debatte eingebracht. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte einen politischen Währungsdialog mit China und verwies auf den Yuan als Teil des Handelsvorteils des Landes.

Der Stratege der Deutschen Bank, Shreyas Gopal, schätzte, dass der Yuan gegenüber dem Euro etwa 15 % unter seinem fairen Wert liegt, verglichen mit 20 % vor einem Jahr. Die Währung ist in diesem Jahr um mehr als 6 % gegenüber dem Euro gestiegen und erreichte im vergangenen Monat den stärksten Stand seit März 2025, bleibt aber etwa 13 % schwächer als ihr Höchststand von 2022.

Peking hat sich gegen Beschränkungen gewehrt. Chinesische Beamte forderten ein „Gleichgewicht nach oben“ im Handel und argumentierten, dass die Antwort in mehr Kooperation und einem breiteren europäischen Zugang zu China liege, statt in Exportbeschränkungen.

Europa wägt seine Reaktion ab

Der Rekordüberschuss ist von Bedeutung, da er Brüssel mehr Anlass gibt, defensive Handelsmaßnahmen in Erwägung zu ziehen. Europäische Entscheidungsträger argumentieren, dass Subventionen und Überkapazitäten den Wettbewerb verzerren, während China Exporte als wichtige Stütze für das Wachstum sieht.

Beide Seiten haben sich eine Frist bis Oktober gesetzt, um Fortschritte bei den Handelsstreitigkeiten zu erzielen, doch die Kluft bleibt groß. Europa will, dass China die Überkapazitäten abbaut und den Handel neu ausbalanciert. Peking möchte den Zugang zu ausländischen Märkten erhalten und gleichzeitig neue Beschränkungen vermeiden.  

Wie wir bereits berichteten, werden die Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und der EU als grundlegend komplementär bezeichnet.

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