Inflationsdruck treibt EZB zur Zinserhöhung

Inflationsdruck treibt EZB zur Zinserhöhung
EZB kurz vor erster Zinserhöhung seit 2023

Die Europäische Zentralbank wird voraussichtlich zum ersten Mal seit 2023 die Zinsen anheben, da der Iran-Krieg die Energiepreise hochhält und die Inflation wieder über den Zielwert treibt. Die Inflation in der Eurozone stieg im Mai auf 3,2 %, den höchsten Stand seit 2023, nachdem die Energiekosten kletterten und die Dienstleistungspreise stabil blieben.

Höhepunkte

  • Es wird erwartet, dass die EZB den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,25 % anhebt.
  • Dies wäre die erste Zinserhöhung der EZB seit 2023.
  • Die Inflation im Euroraum stieg im Mai auf 3,2 % und liegt damit über dem 2 %-Ziel der EZB.

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Laut Bloomberg erwarten Ökonomen, dass die EZB ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,25 % anhebt. Damit wäre sie die erste große Zentralbank, die ihre Geldpolitik als Reaktion auf den Konflikt strafft. 

Inflation erzwingt Kurswechsel

Monatelang hatten EZB-Vertreter argumentiert, die Geldpolitik sei gut positioniert, da sich die Inflation dem 2 %-Ziel der Zentralbank näherte. Dieses Argument hat an Kraft verloren, da sich der Krieg im Nahen Osten in die Länge zieht, was die Öl- und Gasmärkte unter Druck hält und das Risiko erhöht, dass die Energiekosten auf die breiteren Preise durchschlagen.

Die EZB selbst hat davor gewarnt, dass der Krieg die Aussichten unsicherer gemacht hat, was Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wachstum schafft. Das ist das Kern-Dilemma, vor dem Präsidentin Christine Lagarde nun steht: Der Preisdruck nimmt zu, aber die Wirtschaft im Euroraum zeigt Ermüdungserscheinungen.

Es wird erwartet, dass neue EZB-Prognosen eine höhere Inflation für dieses und nächstes Jahr sowie ein schwächeres Wachstum ausweisen. Analysten rechnen zudem damit, dass die Verantwortlichen ihre Einschätzung der Kerninflation nach oben korrigieren – ein Signal, dass der Schock nicht mehr nur auf Energie begrenzt ist.

Wachstumsrisiken begrenzen den Spielraum der EZB

Der erwartete Schritt dürfte die Debatte über den Zinspfad kaum beenden. Anleger und Ökonomen achten darauf, ob Lagarde eine weitere Erhöhung im späteren Jahresverlauf signalisiert, wobei einige Umfragen auf eine zweite Anhebung im September hindeuten.

Die Herausforderung besteht darin, dass die Eurozone kaum Wachstumspuffer hat. Die Geschäftsumfragen schwächten sich im Mai ab, und höhere Kreditkosten könnten Investitionen, den Wohnungsbau und die Verbrauchernachfrage weiter bremsen. Das macht die anstehende Entscheidung weniger eindeutig als einen normalen Kampf gegen die Inflation. Die EZB muss die Zinsen stark genug straffen, um ihre Glaubwürdigkeit zu schützen, aber nicht so sehr, dass sie einen Energieschock in einen breiteren Abschwung verwandelt.

Märkte warten auf das nächste Signal

Die Zinsentscheidung ist für 14:15 Uhr in Frankfurt geplant, gefolgt von Lagardes Pressekonferenz 30 Minuten später. Ihre Botschaft könnte wichtiger sein als der Schritt um einen Viertelprozentpunkt selbst, da die Märkte die Erhöhung bereits eingepreist haben.

Mit einer Inflation von 3,2 %, deutlich über dem 2 %-Ziel, und einem Einlagensatz, der immer noch unter seinem Höchststand von 4 % aus dem Jahr 2023 liegt, hat die Zentralbank Spielraum. Doch mit schwächerem Wachstum wird jede zusätzliche Erhöhung höhere wirtschaftliche Kosten verursachen.

Zuvor wurde berichtet, dass sich die Inflationserwartungen in der Eurozone abkühlen, eine Zinserhöhung der EZB jedoch wahrscheinlich bleibt.

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