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Oracle veröffentlichte einen starken Quartalsbericht, der die Aktie des Unternehmens nach oben trieb. Die Anleger reagierten positiv auf das Wachstum des Cloud-Geschäfts des Unternehmens und die Verbesserung der Finanzergebnisse. Aber hat die Oracle-Aktie das Potenzial für eine weitaus größere Rallye?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Am 10. März stiegen die Aktien von Oracle (ORCL) sprunghaft an, nachdem das Unternehmen Quartalsergebnisse veröffentlicht hatte, die über den Markterwartungen lagen. Bei Handelsschluss lag die Aktie bei etwa 150 $, und nach der Veröffentlichung des Berichts stieg sie im nachbörslichen Handel um etwa 10 %. Dies war die Reaktion des Marktes auf die starken Finanzergebnisse und die aktualisierte Unternehmensprognose.
Der Nettogewinn von Oracle für das Quartal stieg auf 3,7 Milliarden Dollar, gegenüber 2,94 Milliarden Dollar im Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie sowie der Gesamtumsatz von 17,2 Milliarden Dollar lagen ebenfalls über den Erwartungen der Analysten. Ein weiterer Treiber für die Aktie war der neue Ausblick des Unternehmens: Oracle hob sein Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2027 auf 90 Milliarden Dollar an.
Der Bericht zeigte auch, dass das Cloud-Geschäft des Unternehmens besonders schnell wächst. Die Gesamteinnahmen aus diesem Segment stiegen um 44 %, während die Einnahmen aus der Cloud-Infrastruktur um 84 % stiegen. Dieses Segment gilt inzwischen als Schlüsselbereich für Oracle, da das Unternehmen aktiv Rechenzentren und die für das Training und die Ausführung von Modellen der künstlichen Intelligenz erforderliche Rechenkapazität ausbaut.
Oracle ist eines der ältesten Technologieunternehmen in den Vereinigten Staaten. Es wurde 1977 gegründet und verdiente lange Zeit den größten Teil seines Geldes mit Datenbanksoftware. Diese Systeme werden von Banken, Unternehmen und staatlichen Einrichtungen genutzt, um große Mengen an Informationen zu speichern und zu verarbeiten.
In den letzten Jahren hat das Unternehmen jedoch begonnen, seine Strategie zu ändern. Oracle hat seine eigene Cloud entwickelt - ein Netzwerk von Rechenzentren, in denen Unternehmen Daten speichern, Anwendungen ausführen und über das Internet auf Rechenleistung zugreifen können. Dies ist der gleiche Markt, auf dem Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud konkurrieren.
Dieses Geschäft hat nun dank der künstlichen Intelligenz einen zweiten Schub erhalten. Das Trainieren und Ausführen von KI-Modellen erfordert enorme Rechenleistung, die Cloud-Anbieter bereitstellen. Oracle baut in kürzester Zeit neue Rechenzentren auf und schließt große Verträge mit KI-Unternehmen, darunter OpenAI. Damit wandelt sich das Unternehmen von einem Softwareentwickler zu einem Anbieter von Infrastruktur für künstliche Intelligenz.
Trotz des guten Berichts bleibt die Stimmung der Anleger gegenüber Oracle gemischt. Seit ihrem Höchststand von etwa 345 $ pro Aktie im September hat die Aktie mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Ein Großteil dieses Rückgangs steht im Zusammenhang mit den massiven Ausgaben für die KI-Infrastruktur und den Bedenken des Marktes, wie nachhaltig dieses Wachstumsmodell sein wird.
Die Aufmerksamkeit wurde auch durch Berichte über Entlassungen auf sich gezogen. Laut Bloomberg bereitet sich Oracle darauf vor, Tausende von Arbeitsplätzen zu streichen, um die Kosten zu kontrollieren, während in großem Umfang Rechenzentren gebaut werden. Das Unternehmen hat auch berichtet, dass es seine Entwicklungsteams umstrukturiert und erklärt, dass neue KI-Tools die Erstellung von mehr Software mit kleineren Teams ermöglichen.
Zugleich bremst Oracle seine Investitionen nicht. Das Unternehmen plant nach wie vor, rund 50 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur und seiner Rechenzentren zu investieren. Für einige Anleger sieht dies wie eine Wette auf zukünftiges Wachstum aus; für andere stellt es ein zusätzliches Risiko dar, insbesondere angesichts der Schuldenlast des Unternehmens und des negativen freien Cashflows.
In den kommenden Jahren wird viel davon abhängen, ob sich Oracles Wette auf die KI-Infrastruktur auszahlt. Die Nachfrage nach Rechenleistung für künstliche Intelligenz steigt weiter an, und das Unternehmen versucht, sich einen Platz neben den weltweit größten Cloud-Anbietern zu sichern. Wenn Oracle das rasche Wachstum seines Cloud-Geschäfts beibehalten und seine Umsatzprognosen erfüllen kann, könnte dies weitere Kursgewinne der Aktie unterstützen.
Die Anleger achten jedoch auch darauf, wie schnell sich diese enormen Investitionen in stabile Gewinne und Cashflow verwandeln. Im Moment wartet der Markt ab, ob Oracle beweisen kann, dass seine Strategie der massiven Ausgaben für die KI-Infrastruktur ein langfristiger Wachstumstreiber sein wird - und nicht nur eine teure Wette auf die Zukunft.