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In den vergangenen zwei Wochen haben die Abflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs 2 Milliarden US-Dollar überschritten und sind zu einem der Hauptfaktoren geworden, die auf den BTC-Preis drücken. Angesichts geopolitischer Spannungen und nachlassender institutioneller Nachfrage ist Bitcoin erneut in eine Risikozone eingetreten. Doch was bedeutet das für den Markt: ein vollständiger Kapitalabzug aus BTC oder lediglich eine Umschichtung der Investoren in andere Krypto-Assets?
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Bitcoin-ETFs verzeichneten erhebliche Abflüsse: Laut SoSoValue zogen Investoren in den letzten zwei Wochen 2,26 Milliarden US-Dollar aus diesen Fonds ab. Die Abflüsse traten an nahezu jedem Handelstag auf, weshalb der Markt sie nicht als einmalige Gewinnmitnahmen, sondern als anhaltenden Nachfragerückgang großer Investoren wertete.
Vor diesem Hintergrund fiel das gesamte verwaltete Vermögen der Bitcoin-ETFs erneut unter die Marke von 100 Milliarden US-Dollar. Für den Markt ist dies eine wichtige Schwelle: Ein Anstieg über dieses Niveau galt zuvor als Zeichen für starkes institutionelles Interesse an BTC, während die Nachfrage nun nachgelassen hat.
Der Druck zeigte sich auch schnell im Preis. Bitcoin fiel unter 75.000 US-Dollar, begleitet von 917 Millionen US-Dollar an Liquidationen. Der Großteil dieses Volumens stammte von Tradern, die auf weiteres Wachstum gesetzt hatten, was den kurzfristigen Rückgang zusätzlich verstärkte.
Das Hauptrisiko für BTC besteht nun darin, dass ETFs nicht mehr als stabile Nachfragestütze fungieren. Während frühere Zuflüsse in die Fonds dem Markt halfen, Verkaufsdruck leichter zu absorbieren, sind ETFs nun selbst zu einer zusätzlichen Belastung geworden.
Die Abflüsse aus Bitcoin-ETFs fielen mit einer Verschlechterung des allgemeinen Umfelds für Risikoanlagen zusammen. Einer der Schlüsselfaktoren waren geopolitische Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Auf Nachrichten über eine mögliche Einigung folgten Berichte über neue Angriffe, was Investoren dazu veranlasste, bei hochvolatilen Anlagen vorsichtiger zu agieren.
Makroökonomische Erwartungen erhöhten den Druck zusätzlich. Der Markt beobachtet US-Inflation, Konsumausgaben und Wirtschaftswachstum, da diese Indikatoren die künftige Politik der Federal Reserve beeinflussen könnten. In einem solchen Umfeld neigen Großinvestoren eher dazu, Risiken zu reduzieren und Gewinne bei zuvor stark gestiegenen Anlagen mitzunehmen.
Auch ein interner Marktfaktor spielte eine Rolle. Nach starker Akkumulation im März und April wurde der Mai zur Phase der Distribution: Einige Investoren begannen, Positionen zu schließen, während die ETF-Nachfrage den Verkaufsdruck nicht mehr ausgleichen konnte. Swissblock weist darauf hin, dass sein Bitcoin-Risikoindex in eine Hochrisikozone gerutscht ist, da der Verkaufsdruck stärker geworden ist als die Käufernachfrage.
Dies ist also nicht nur eine Reaktion auf ein einzelnes Ereignis, sondern das Ergebnis mehrerer Faktoren: Geopolitik, Zinserwartungen, Gewinnmitnahmen und nachlassende institutionelle Nachfrage. Dadurch hat Bitcoin einen Teil der Unterstützung verloren, die zuvor geholfen hatte, wichtige Niveaus zu halten.
Doch was zeigen die Abflüsse aus Bitcoin-ETFs genau? Auf den ersten Blick wirken sie wie ein Zeichen für nachlassendes Interesse an BTC: Großinvestoren ziehen Geld aus den Fonds ab, und der Preis erhält nicht mehr die gleiche Unterstützung. Doch betrachtet man das Gesamtbild, ist die Lage nicht so eindeutig.
Während Bitcoin-ETFs Abflüsse verzeichneten, zogen andere Krypto-Produkte Kapital an. XRP-basierte Fonds erhielten rund 22 Millionen US-Dollar, Solana-ETFs legten etwa 16 Millionen US-Dollar zu, und Produkte mit Bezug zu Hyperliquid zogen rund 72 Millionen US-Dollar an. Das deutet darauf hin, dass einige Investoren den Kryptomarkt nicht verlassen, sondern innerhalb des Sektors nach anderen Chancen suchen.
Diese Situation lässt sich als Rotation beschreiben. Die institutionelle Nachfrage ist nicht verschwunden, sondern selektiver geworden. Anstatt einfach BTC als Hauptwert des Marktes zu kaufen, schauen Investoren zunehmend auf andere Krypto-Assets, bei denen sie kurzfristig mehr Potenzial oder eine eigene Markterzählung sehen.
Vor diesem Hintergrund fällt die Kritik an Bitcoin-ETFs besonders auf. In einem Interview sagte Crucible-Gründerin Meltem Demirors, dass die Verpackung von Bitcoin in einem ETF ihn nicht nützlicher gemacht habe, während Banken die Hauptgewinner seien. Dieser Punkt macht eine Schwäche des aktuellen Modells deutlich: ETFs haben den Zugang zu BTC zwar erleichtert, Bitcoin aber gleichzeitig abhängiger vom Verhalten traditioneller Investoren gemacht.
Daher bedeuten ETF-Abflüsse nicht zwangsläufig, dass Institutionen das Interesse am Kryptomarkt verloren haben. Vielmehr zeigen sie, dass Bitcoin vorübergehend nicht mehr das Hauptziel für neues Kapital ist. Für BTC ist das dennoch ein negatives Signal: Bleibt das Geld im Sektor, fließt aber in andere Assets, wird es für Bitcoin schwieriger, das frühere Momentum schnell zurückzugewinnen.
Der weitere Ausblick für BTC hängt maßgeblich davon ab, ob die Abflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs anhalten. Sollten die Fonds weiterhin Kapital verlieren, wird es für den Markt schwieriger, zu nachhaltigem Wachstum zurückzukehren. In diesem Fall könnte Bitcoin weiter unter Druck bleiben, insbesondere wenn geopolitische Spannungen und die Vorsicht institutioneller Investoren anhalten.
Die nächste wichtige Zone liegt weiterhin bei etwa 75.000 US-Dollar. Hält sich BTC darüber, könnte sich der Markt seitwärts bewegen und versuchen, sich in Richtung der Spanne von 78.000 bis 80.000 US-Dollar zu erholen.
Somit bedeuten die Abflüsse aus Bitcoin-ETFs nicht, dass institutionelle Investoren den Kryptomarkt vollständig verlassen. Sie zeigen jedoch, dass BTC vorübergehend einen Teil der Unterstützung verloren hat, die zuvor für Auftrieb gesorgt hatte. Die kurzfristige Bitcoin-Prognose hängt daher nicht nur von Nachrichten und der allgemeinen Marktdynamik ab, sondern auch davon, ob Spot-ETFs wieder zu einer stabilen Nachfragestütze werden können.