Google unterstützt europäische Fusionsenergie mit Proxima-Investition

Google unterstützt europäische Fusionsenergie mit Proxima-Investition
Google unterstützt Proxima Fusions-Energie-Offensive

​Google hat sich an einer Finanzierungsrunde in Höhe von 411 Millionen Euro für Proxima Fusion beteiligt, ein deutsches Startup, das das erste kommerzielle Fusionskraftwerk Europas bauen will. Die Investition verschafft einem der am genauesten beobachteten Energie-Startups Europas frisches Kapital zu einer Zeit, in der Technologieunternehmen nach langfristigen Quellen für sauberen, zuverlässigen Strom suchen.

Höhepunkte

  • Google beteiligte sich an der 411-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde von Proxima Fusion.
  • Die Runde bewertet das deutsche Startup mit etwa 2,7 Milliarden Dollar.
  • Proxima entwickelt Stellarator-Technologie für Fusionsenergie.

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Die Finanzierungsrunde bewertete Proxima mit etwa 2,7 Milliarden Dollar, berichtete CNBC. Die Runde wurde von XTX Ventures und East X Ventures angeführt, während RWE und Google als strategische Investoren beitraten. Weitere Teilnehmer waren Plural, UVC Partners, Balderton und Cherry Ventures.

Google baut seine Fusions-Wetten aus

Proxima entwickelt die Stellarator-Fusionstechnologie, einen Ansatz, der komplexe Magnetfelder nutzt, um extrem heißes Plasma einzuschließen. Bei der Fusion verschmelzen Wasserstoffatome zu Helium, wobei große Mengen an Energie freigesetzt werden. Im Gegensatz zu heutigen Kernkraftwerken, die Spaltung nutzen, um Atome zu teilen, wurde die Fusion bisher noch nicht kommerziell eingesetzt.

Googles Beteiligung spiegelt das wachsende Interesse großer Technologieunternehmen an zukünftigen Energieversorgungen wider. Rechenzentren für künstliche Intelligenz und Cloud-Computing benötigen große und stetige Mengen an Strom, und die Fusion wird von Befürwortern als mögliche langfristige Quelle für kohlenstofffreien Strom angesehen. Google hat auch das US-Unternehmen Commonwealth Fusion Systems unterstützt und eine Abnahmevereinbarung mit dem Unternehmen für zukünftigen Strom aus dessen erstem kommerziellen Kraftwerk unterzeichnet.

Das neue Kapital von Proxima wird verwendet, um die Produktion von Hochtemperatur-Supraleiterkabeln und -magneten sowie die für Stellaratoren erforderlichen Engineering- und Fertigungssysteme auszuweiten. Das in München ansässige Unternehmen plant, Anfang der 2030er Jahre einen Fusionsdemonstrator in Betrieb zu nehmen, wobei ein kommerzielles Kraftwerk für später in diesem Jahrzehnt angestrebt wird.

Europa versucht die Lücke zu schließen

Proxima ist bereits eines der am besten finanzierten Fusions-Startups Europas, aber US-Unternehmen liegen beim insgesamt aufgenommenen Kapital weiterhin vorn. Commonwealth Fusion Systems hat Milliarden von Dollar eingesammelt, während Helion Energy, unterstützt von OpenAI-CEO Sam Altman, ebenfalls umfangreiche Mittel angezogen hat. Die Lücke hat europäische Regierungen und Investoren unter Druck gesetzt, heimische Fusionsunternehmen zu unterstützen, bevor sich das Zentrum der Branche weiter in die Vereinigten Staaten oder nach China verlagert.

Proxima wurde 2023 aus dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik ausgegründet und baut auf der europäischen Forschung im Bereich Stellarator-Design auf. Das Unternehmen hat zudem eine Vereinbarung mit Bayern, RWE und dem Max-Planck-Institut unterzeichnet, um einen Weg zu einem kommerziellen Stellarator-Kraftwerk in Europa zu entwickeln.

Deutschland und Bayern werden zentral für diesen Plan. Es wird erwartet, dass Proxima einen Demonstrator namens Alpha in der Nähe von München baut, während ein kommerzielles Kraftwerk für Gundremmingen später in den 2030er Jahren geplant ist. Das Projekt wurde auch mit staatlicher Unterstützung in Verbindung gebracht, darunter bis zu 400 Millionen Euro aus Bayern.

Fusion wird zur Energiestrategie

Der Deal ist von Bedeutung, da die Fusion nicht mehr nur eine wissenschaftliche Wette ist. Sie wird Teil der Energiestrategie für Technologieunternehmen, die mit einem rasanten Wachstum des Strombedarfs konfrontiert sind.

Für Google fügt die Proxima-Investition eine weitere Option in einem Feld hinzu, in dem der Erfolg ungewiss bleibt, die potenzielle Rendite jedoch groß ist. Für Europa unterstützt die Finanzierung das Bestreben, fortschrittliche Energietechnologie auf dem Kontinent zu halten. Proxima muss noch beweisen, dass sein System im kommerziellen Maßstab funktionieren kann, aber die Größe der Runde zeigt, dass Investoren zunehmend bereit sind, die Fusion zu finanzieren, bevor die Technologie das Netz erreicht.  

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