Drei Trends, die den Kryptomarkt im nächsten Jahrzehnt neu gestalten könnten

Drei Trends, die den Kryptomarkt im nächsten Jahrzehnt neu gestalten könnten
Wie sich die Kryptoindustrie in Zukunft entwickeln wird.

Der Kryptomarkt sucht nach einer neuen Grundlage für Wachstum. Während früher Bitcoin diese Rolle einnahm, verlagert sich das Interesse der Anleger nun auf andere Sektoren, in denen digitale Assets einen praktischen Nutzen haben. Doch welche Bereiche könnten die nächste Phase der Branchenentwicklung einläuten?

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Drei Wetten für das nächste Jahrzehnt

Jeff Park, Chief Investment Officer bei Bitwise, nannte drei Bereiche, die seiner Ansicht nach in den nächsten zehn Jahren enormen Wert in der Kryptoindustrie schaffen könnten. In seinem Post auf X hob er tokenisierte Aktien, Prognosemärkte und Stablecoins hervor. Ihm zufolge könnten diese Sektoren das Fundament für die nächste große Wachstumsphase des Marktes bilden.

Auf den ersten Blick wirken diese Bereiche verschieden. Doch sie haben eines gemeinsam: Sie führen den Kryptomarkt über den reinen Münzhandel hinaus und machen die Blockchain zum Teil umfassenderer Finanzprozesse. Schauen wir uns an, warum diese drei Themen für das nächste Jahrzehnt entscheidend werden könnten.

Tokenisierung erreicht den öffentlichen Markt

Der erste Bereich sind tokenisierte Aktien. Vereinfacht gesagt handelt es sich um reguläre Aktien, die auf die Blockchain übertragen wurden. Für Anleger könnte dies den Zugang zu Anteilen über Krypto-Wallets, schnellere Übertragungen und einen Handel rund um die Uhr bedeuten, selbst wenn traditionelle Börsen geschlossen sind.

Ein gutes Beispiel ist Securitize. Das Unternehmen begann den Handel an der New York Stock Exchange unter dem Ticker SECZ nach der Fusion mit Cantor Equity Partners II. Gleichzeitig lancierte es tokenisierte Versionen seiner Aktien auf Solana und Avalanche.

Securitize setzt nicht einfach nur auf tokenisierte „Hüllen“ für Aktien. Das Unternehmen fördert ein Modell, bei dem der Token vom Emittenten selbst unterstützt wird und Anlegerrechte, einschließlich Dividenden und Stimmrechten, wahren kann. Dieser Ansatz rückt tokenisierte Vermögenswerte näher an vollwertige Wertpapiere heran, anstatt nur digitale Kopien davon zu sein.

Eine ähnliche Verschiebung ist auch aufseiten der Kryptobörsen erkennbar. Ki Young Ju, CEO von CryptoQuant, stellte fest, dass sich große Plattformen allmählich in Märkte für tokenisierte Real-World Assets verwandeln. Ihm zufolge stammt auf Binance bei den in USDT abgerechneten Perpetual Futures das höchste durchschnittliche Handelsvolumen pro Instrument mittlerweile von Metallen, Öl und Aktien, statt von Altcoins außerhalb der Top 10.

Prognosemärkte werden zum Mainstream

Der zweite Bereich sind Prognosemärkte. Dies sind Plattformen, auf denen Nutzer Kontrakte auf den Ausgang realer Ereignisse handeln: Wahlen, Sportturniere, regulatorische Entscheidungen oder Wirtschaftsindikatoren. Vereinfacht gesagt schätzt der Markt selbst die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses über den Kontraktpreis ein.

Das Wachstum dieses Sektors ist bereits an Kalshi und Polymarket erkennbar. Im Juni erreichte das kombinierte monatliche Handelsvolumen auf diesen Plattformen 44,8 Milliarden Dollar. Das sind 75 % mehr als im Mai, als der Wert bei 25,66 Milliarden Dollar lag.

Haupttreiber war die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Allein Kalshis Markt für den Turniersieger zog mehr als 832 Millionen Dollar an Wetten an. Auf Polymarket generierten Kontrakte für einzelne Spiele ein Volumen zwischen 500.000 und 2 Millionen Dollar.

Doch dieser Bereich hat auch eine Schwachstelle: die Regulierung. In den USA sehen sich Kalshi und Polymarket bereits Forderungen von Behörden auf Bundesstaatsebene wegen sportbezogener Kontrakte gegenüber. Regulierungsbehörden argumentieren, dass solche Produkte nicht lizenziertes Wetten oder Glücksspiel sein könnten, während die Plattformen selbst darauf bestehen, dass sie unter die Bundesregulierung fallen.

Stablecoins werden zur Infrastruktur für Unternehmen

Der dritte Bereich sind Stablecoins. Heute wird dieser Markt von Tethers USDT und Circles USDC dominiert, die zu einem festen Bestandteil der Krypto-Infrastruktur geworden sind und für Handel, Überweisungen und das Halten von Dollar-Liquidität genutzt werden. Doch die nächste Phase könnte umfassender sein: Stablecoins werden zunehmend als Werkzeug für Zahlungen, Abrechnungen und den Geldtransfer zwischen Unternehmen betrachtet.

Ein aktuelles Beispiel ist der Start des Open Standard Konsortiums. Laut Reuters sind ihm Visa, Mastercard, Coinbase und mehr als 140 Unternehmen beigetreten. Das Projekt plant die Ausgabe eines Dollar-Stablecoins namens Open USD, der es Unternehmen ermöglichen wird, den Token ohne Gebühren oder Volumenlimits zu prägen und einzulösen.

Große Akteure wollen Stablecoins in ein praktisches Werkzeug für den massenhaften Unternehmenseinsatz verwandeln. Für Firmen könnte dies günstigere Abrechnungen, schnellere Überweisungen und Zugang zu einer Zahlungsinfrastruktur bedeuten, die auf der Blockchain basiert. Zudem können Konsortialteilnehmer einen Teil der Erträge aus den Reserven erhalten, nachdem die Betriebskosten abgezogen wurden.

Der nächste Zyklus könnte anders sein

Alle drei Bereiche zeigen, wie sich die Logik der Kryptoindustrie verändert. Es geht am Markt immer weniger nur um Bitcoin, Altcoins und Spekulationen um neue Token. Werkzeuge, die Teil des traditionellen Finanzsystems werden können, rücken in den Vordergrund: Aktien auf der Blockchain, Ereignismärkte und digitale Dollars für Zahlungen.

Deshalb könnten diese Trends nicht nur für Kryptounternehmen, sondern auch für Banken, Börsen, Zahlungssysteme und Großinvestoren von Bedeutung sein. Wenn Tokenisierung, Prognosemärkte und Stablecoins weiter wachsen, könnte die nächste Phase des Kryptomarktes anders aussehen als bisherige Zyklen. Ihr Treiber wird nicht nur der Glaube an steigende Preise sein, sondern der reale Einsatz der Blockchain in der Finanzinfrastruktur.

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