WTI gibt nach, da nachlassende geopolitische Risikoprämie den Fokus auf das Angebot lenkt
WTI bleibt unter Druck, nachdem die jüngste Rallye nicht gehalten werden konnte. Trader konzentrieren sich zunehmend auf die Verbesserung der Angebotsbedingungen statt auf geopolitische Schlagzeilen. Diplomatische Bemühungen zwischen den USA und dem Iran haben die unmittelbare Sorge vor einer anhaltenden Unterbrechung der Ölströme verringert, während die allmähliche Erholung der Exporte über wichtige Routen im Nahen Osten die Befürchtungen eines schweren Angebotsschocks gemildert hat.
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Gleichzeitig setzt die OPEC+ ihren Plan zur schrittweisen Produktionsanpassung fort, was die Erwartung verstärkt, dass bei stabilen Bedingungen zusätzliche Barrel auf den Markt zurückkehren könnten.
Die jüngste IEA-Einschätzung deutet ebenfalls auf eine Verbesserung der globalen Angebotslage hin, auch wenn die Lagerbestände im historischen Vergleich relativ knapp bleiben. Während für die zweite Jahreshälfte eine Erholung der Nachfrage erwartet wird, glaubt die Agentur, dass der Markt besser ausbalanciert sein könnte, wenn die geopolitischen Spannungen weiter nachlassen und sich die Produktion weiter normalisiert.
Der Nahe Osten bleibt die Hauptquelle für Volatilität
Trotz des jüngsten Preisrückgangs dominiert der Nahe Osten weiterhin die Marktstimmung. Die Risiken für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus und das Rote Meer sind nicht verschwunden, und jede erneute Eskalation unter Beteiligung des Irans oder Angriffe auf die regionale Energieinfrastruktur könnten schnell wieder einen erheblichen geopolitischen Aufschlag fordern.
Vorerst scheinen die Anleger jedoch den verbesserten Exportströmen und diplomatischen Entwicklungen mehr Gewicht beizumessen als Worst-Case-Szenarien für Versorgungsunterbrechungen. Dies hat nach der jüngsten Rallye zu Gewinnmitnahmen geführt und die Bereitschaft der Käufer eingeschränkt, Long-Positionen aggressiv wieder aufzubauen.
Technisches Bild begünstigt weitere Konsolidierung
Das Chartbild deutet darauf hin, dass sich das bärische Momentum verstärkt hat, nachdem WTI es nicht geschafft hat, sich über den jüngsten Erholungshochs zu halten. Die Preise sind wieder unter die kurzfristigen gleitenden Durchschnitte gefallen, während Erholungsversuche weiterhin neuen Verkaufsdruck anziehen, was darauf hindeutet, dass die Verkäufer die Kontrolle über den kurzfristigen Trend zurückgewonnen haben.
Die unmittelbare Unterstützung liegt bei etwa 80,00 $, wobei ein nachhaltiger Durchbruch unter dieses Niveau den Weg in Richtung 78,00 $ und 76,00 $ ebnen würde. Der erste Widerstand wird nun bei 84,00 $ gesehen, gefolgt vom Bereich um 86,00 $. Nur eine Erholung über diese Niveaus würde die aktuelle bärische Struktur schwächen und den kurzfristigen Ausblick verbessern.
Makrodaten bleiben der nächste wichtige Katalysator
Die nächste Richtung für WTI wird weitgehend von den anstehenden US-Makrodaten abhängen, insbesondere von der Inflation, den Arbeitsmarktzahlen und den Erwartungen an die Politik der Federal Reserve. Anleger werden zudem die US-Rohöllagerbestände, die Produktionsentscheidungen der OPEC+ und die Entwicklungen im Nahen Osten beobachten. Bis ein neuer bullischer Katalysator auftaucht, wie ich bereits in WTI slides as U.S.-Iran pause trims geopolitical risk premium warnte, dürften verbesserte Angebotserwartungen und eine vorsichtige Stimmung bezüglich des globalen Wachstums die Aufwärtsversuche begrenzt halten.
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